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Full text: Die Spinnereimaschinen (Gruppe XIII, Section 2,a) - Officieller Ausstellungs-Bericht

Die Spinnereimafchinen. 
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Die Zubereitungsmafchinen für Seidenabfälle wurden bisher nur aus Eng 
land bezogen; defshalb hat fich die Schweizer Firma Theod, und Fried. Bell in 
Kriens bei Luzern unferes Wiffens als die erfte auf demContinent für diefe Branche 
fpeciell eingerichtet und mit einigen diefer Mafchinen auf der Wiener Weltaus- 
ftellung erfolgreich eingeführt. 
Diefe Mafchinen, welche zur unmittelbaren Vorbereitung der Seidenabgänge 
für die Florettfpinnerei dienen, waren nach englifchen Muttern fehr fauber und 
folid mit kleinen, geringfügigen Abänderungen conftruirt. 
Es mag nicht unintereffant erfcheinen, zugleich mit der Befprechung der 
ausgeflellten Mafchinen eine kurze Ueberficht über die ganze Vorbereitungs- 
Operationen der Seidenabfälle zu geben, um fo mehr, als hierüber noch wenig 
gefchrieben worden ifl. 
Die im Handel vorkommende rohe Strufi mufs zunächft einem Gährungs- 
procefs, dem Maceriren, unterzogen werden, um durch eine Zerftörung der Leim- 
fubftanz den Zufammenhang der einzelnen Fäden unter einander zu zerftören. 
Diefen Procefs nimmt man in Bottichen oder gemauerten Behältern vor, welche 
mit dem Florettmaterial und heifsem Waffer angefüllt und bei ziemlich gleich 
bleibender Temperatur mehrere Tage lang flehen gelaffen werden. 
Ifl die Degummirung, welche, beiläufig bemerkt, ftellenweife auch nur durch 
Kochen mit Seifenwaffer durchgeführt wird, hinlänglich vorgefchritten, fo nimmt 
man die Abfälle aus den Behältern heraus, um diefelben gehörig auszuwafchen 
und nachher zu trocknen. 
Die Cocons dagegen werden nur an einzelnen Orten etwas angefäult, häu 
figer aber diredt durch einen mehrflündigen Stampf- oder Quetfchprocefs präparirt 
Die hiezu dienliche ausgeflellte Stampfmafchine befleht im Wtfen aus einem 
langfam rotirenden Keffel und vier darin auf- und abbewegten Stampfen. Vor 
Ingangfetziyig der Mafchine werden die Cocons mit warmem Waffer begoffen. Der 
unter dem falfchen Boden im Keffel fich anfammelnde Schlamm wird als Düng 
mittel verwerthet. Zur Erneuerung der Flüffigkeit, insbefondere behufs Auswafchens 
der Cocons gegen Ende diefer Behandlung ifl nahe des Bodens des Stampfkeffels 
eine leicht verfchliefsbare Oeffnung angebracht. 
Das eigentliche Auswafchen der geflampften Cocons und der gefäulten 
Strufi erfolgt unter reichlichem Zuflufs von kaltem Waffer auf eigenen combinirten 
Stampf- und Wafchmafchinen. 
Bevor man jedoch die aus den Gährbottichen ausgezogene Strufimaffe hier 
behandelt, empfiehlt es fich, diefe in der oben befchriebenen Stampfmafchine mit 
lauem Waffer auszufpülen 
Die wegen Mangels an Raum nicht exponirte Wafchmafchine befleht 
der Hauptfache nach aus einer um eine verticale Achfe langfam rotirenden, kreis 
förmigen Rinne, in welcher das Material aufgelegt und unter zwei diametral gegen 
über flehenden Sätzen von Stampfen vorbeigeführt wird, unter reichlichem Zulauf 
von Waffer, welches mit den Schmutztheilchen durch Löcher in der Rinne feinen 
Abflufs findet. 
Nach dem Wafchen und hierauf flattfindenden Ausfchleudern auf Centri- 
fugen erfolgt das Trocknen des Seidenmateriales auf Lattenwerk im Freien oder 
in luftigen Räumen; zuweilen auch unter vorfichtiger Anwendung von künftlicher 
Wärme in Trockenkammern oder auf eigenen Trockenmafchinen. 
Hierauf kommt die Strufi zur weiteren Verarbeitung zur Fillingmafchine; 
die Cocons aber werden zunächft durch Klopfen auf Tifchen mit dünnen Holz- 
fläbchen oder auf einer K1 o p fm afc h i n e aufgelockert, dann auf dem fogenann- 
ten Cocon-Opener geöffnet und entwirrt und diefe Arbeit fchliefslich ebenfalls 
auf einer Fillingmafchine weiter ausgeführt. Um aber die Behandlung auf diefen 
Mafchinen zu erleichtern, pflegt man die h lorettmaffen ähnlich wie diessbei der 
Wolle der Fall ifl —mit Waffer, Seifenwaffer, Glycerin oder irgend einem Gemenge 
davon einzufprengen.
	        
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