Allgemeine Bildungsmittel.
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verlchiedenartigften Behelfe als Mittel zur Fortbildung trat dem Auge allent
halben entgegen. Dahin gehören nicht nur alle Zweige des Unterrichtes behan
delnde Bücher, Karten, Globen u. f. w., fondern auch die fmnreichften wiffen-
fchaftlichen, mit Kunftfertigkeit hergeflellten Apparate, Modelle jeder Art. Diefe
Bildungsmittel gehen theils von den betreffenden Anftalten, und felbft von
einzelnen Privatperfonen aus, theils werden fie von den verfchiedenen Vereinen
und auch von bedeutenden Verlagshandlungen, als Otto Wiegand, Nicola i’fche
Buchhandlung, Kortkampf, Dietrich Reimer, Kellner & Comp., Carl
Flemming, Juftus P e r t he s und Anderen geboten, fo dafs fämmtliche Zweige
der Wiffenfchaft in der Ausftellung ihre würdige Vertretung hatten. Es ift nicht,
wie angedeutet, unfere Aufgabe, einen Literaturbericht zu entwerfen, zu welchem
uns ein fo reichhaltiger Stoff vorliegt , wir wollen daher nur noch fchliefslich
bemerken , dafs die deutfche Centralcommiffion auch eine Ausftellung der
periodifchen Preffe veranftaltet hat, welche durch je eine Nummer der in Deutfch-
land erfcheinenden Zeitungen , Wochen- und Monatsfchriften wiffenfchaftlichen,
artiflifchen und technifchen Inhaltes repräfentirt find. Ueberhaupt werden im
deutfchen Reiche gegen 2500 Blätter veröffentlicht, und zwar meiftens im König
reiche Preufsen; in dem uns vorliegenden, 2064 Journale umfaffenden Verzeich-
nilfe vermiffen wir jedoch die in Württemberg, Baiern und Baden erfcheinenden.
In Berlin werden 240, in Leipzig 162, in Hamburg 47, in Dresden 44, in
Trier 23, in Breslau 22, in Frankfurt am Main 22 , in Bremen 19 , in Cöln 16 , in
Königsberg und Mainz je 13 , in Braunfchweig und Elberfeld je 12 , in Stettin 11,
in Darmfladt 9, in Gotha 10, in Strafsburg 8, in Kaffel 7 und in Weimar 6 Blätter
veröffentlicht.
Schweden.
Es würde uns zu weit führen, wenn wir hier auseinanderfetzen wollten,
wie viel in Schweden für fein Erziehungs-, Unterrichts- und Bildungswefen
gefchieht. Es gibt dort nicht nur Kleinkinder-Schulen, feile und der örtlichen
Verhältniffe wegen ambulatorifche Volksfeinden , fondern auch Inflitute , um den
mit befferer Faffungskraft und lebhafterer Lernbegierde begabten, den Arbeiter-
claffen angehörenden Kindern unter Leitung akademifch gebildeter Lehrer einen
etwas höheren Bildungsgrad zu verfchaffen. Die Gehalte der Lehrer find in den
Städten wie in den Dörfern fo bemeffen, dafs diefelben fich forgenlos ganz
ihrem Berufe widmen können. Zur Bildung der Lehrer und Lehrerinen für
Volksfeinden beflehen 7 Lehrer- und 2 Lehrerinenfeminarien. Die Koflen für den
im Allgemeinen abgabenfreien Volksunterricht werden von den Communen
beflritten, welche unter gewiffen Bedingungen auch Beiträge und Unterflützungen
aus Staatsmitteln erhalten. Die betreffenden Ausgaben beliefen fich im Jahre 1871
auf 3,777.290 Rdr., zu denen der Staat i,203.322Rdr. beitrug. Für die weitere Fortbil
dung forgen die vom Staate unterhaltenen Mittelfchulen, technifchen Lehranftalten,
Fachfchulen und die Univerfitäten inUpfala und Lund. Zu den Inflituten für höhere
Bildung gehören ferner die fchwedifche Akademie , die Akademie der Wiffen-
fchaften, die Akademie der Landwirthfchaft, die Akademie der fchönen Literatur,
der Gefchichte und Alterthümer, der freien Künfte , die muükalifche Akademie
und die vielen gelehrten Vereine. Schwedens bedeutendfle Bibliotheken find
die der Univerfität Upfala mit mehr als 160.000 Bänden und 8000 Handfchriften,
die Nationalbibliothek in Stockholm mit mehr als 150.000 Bänden und 75°°
Handfchriften und die Bibliothek der Univerfität von Lund mit mehr als 100.000
Bänden. Wie in vielen anderen Ländern fühlte man auch in Schweden das
Bedürfnifs, dem weiblichen Gefchlechte einen gründlicheren und mehr fyftemati-
fchen Unterricht zu ertheilen , andererfeits aber auch demfelben vermehrte
Gelegenheit zur Selbftverforgung zu bereiten. Um diefes Ziel zu erreichen,