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J. Löwenthal.
und Traclate der „Religious Tra<5l Society“ in allen europäifchen, indifchen, nordamerikanifch-indifchen
und afrikanifchen Sprachen, endlich der von der „Sunday
school Union“ ausgeftellten Karten, Bücher u. f. w. zum Gebrauche in den Sonntagsfchulen
dürfte kaum etwas vorzufinden gewefen fein, was uns vermuthen liefse,
dafs es von einem Lande herrührt, das nach allen Richtungen hin als ein Muflerftaat
gelten kann, deffen Leiftungen uns oft mit Bewunderung erfüllen und in welchem
fowie auch in feinen Colonien den Bildungsmitteln ficherlich die gröfste Aufmerk -
famkeit zugewendet wird. In Melbourne, der Hauptfladt der britifchen Colonie
• Vidloria in Auftralien z. B., gibt es eine auf Staatskoflen errichtete Bibliothek mit
mehr als 70.000 Bänden, die jährlich noch vermehrt werden; Mufeen, Nationalgalerien
und mechanifche Inflitute erflreben dort die Fortbildung der Erwachfenen
und die Schulen, deren es im Jahre 1870 mehr als 900 gab, halten, und dies
gilt fowohl von den niederen als von den höheren Unterrichtsanftalten, den Vergleich
mit den beften europäifchen aus. Viel reicher war die XXVI. Gruppe von
Britifch-Indien bedacht, in welcher durch die Vorforge der Localcomites von
Bombay, Madras, Bengalen, Punjab, Myfore, Birma, Bera, Hyderabad, Indore u. f. w.
die intereffanteflen literarifchen und graphifchen Erzeugniffe Vorlagen. Wir fanden
unter denfelben Karten, Globen, architektonifche und geometrifche Zeichnungen,
Lehrbücher in englifcher und Hindufprache, Sanfcritsclaffiker zum Gebrauche der
Hochfchulen und Gymnafien, die „Bibliotheca indica“, Zeitungen in arabifchen und
indifchen Sprachen, fowie verfchiedene andere periodifche Schriften.
Schweiz.
In keinem Staate wurde der Aufgabe der Ausftellungscommiffionen, eine
Darltellung des Bildungswefens zu bieten, in fo umfaflender Weife entfprochen
wie in der Schweiz. Mit der Löfung derfelben wurden die Herren Dr. Hermann
K i n k e 1 i n in Bafel und Regierungspräfident Ziegler in Zürich betraut, welche
einefehr eingehendeStatiflik der Bildungsvereine fowie des mit demfelben inVerbin
düng flehenden Schulwefens entwarfen. In der Schweiz wird nicht nur der Volksfchule
überhaupt die gröfste Sorgfalt zu Theil, fondern auch zur Vorbereitung für
den Befuch der Univerfitäten (Bafel, Zürich und Genf), der Akademien (Genf,
Laufanne und Neuenberg) in den wohlorganifirten Gymnafien und Realfchulen
fowie für die Ausbildung der Volksfchullehrer durch 19 Seminarien vorgeforgt. An
Fach-Lehranftalten, wie z. B. die landwirthfchaftlichen Inflitute in Bern, Freiburg,
Zürich, Thurgau und Aargau, ifl ebenfalls kein Mangel und nicht minder tragen
die verfchiedenflen Vereine zur allgemeinen Bildung bei. Denfelben dürfte auch
kaum in fonfl irgend einem Lande ein fo umfaffender Wirkungskreis vorgezeichnet
fein. Man zählt in der Schweiz gegenwärtig mehr als 4000 Vereine mit mehr als
500.000 Mitgliedern und es befleht kein Zweig der gefellfchaftlichen Thätigkeit,
der nicht durch Vereine forgfältig gepflegt und feiner Entwicklung zugeführt
würde. Die aus den gegenfeitigen Hilfsgefellfchaften gebildeten Affociationen mit
beinahe 100.000 Mitgliedern befchränken fich nicht auf die Schweiz, fondern
dehnen ihren Wirkungskreis auch auf das Ausland aus, wo deren 45 mit vom
Bund fubventionirt werden. Viele Vereine haben einen die ganze Schweiz umfaffenden
Charakter. Dahin gehören der eidgenöfiifche Sängerverein, die fchweizerifche
Mufikgefellfchaft, der fchweizerifche Kunflverein, die fchweizerifche naturforfchende
Gefellfchaft, die fchweizerifche Gefchichtsforfcher-Gefellfchaft, die
fchweizerifche Gefellfchaft für Alterthumskunde, die Gefellfchaft der fchweizerifchen
Aerzte, der fchweizerifche Juriflenverein, die fchweizerifche Predigergenoflenfchaft,
die fchweizerifche Induflriegefellfchaft, die fchweizerifche gemeinnützige
Gefellfchaft, der eidgenöffifche Schützenverein, der eidgenöffifche Officier-Unterofficier-
und Cavallerievereine. Denfelben reihen fich die vielen Lefegefellfchaften
in jeder einigermafsen bedeutenden Ortfchaft an.
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