Perfien.
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f A ^7i ange mc ' lt 1 dem ^brauch des Chinins oder felbft eines Brechmittels,
fo pflegt faß immer Ruhr zu folgen und daher ein Klimawechfel unerläfslich. Tritt
die Ruhr nicht befonders ftürmifch auf, fo weicht fie leicht dem einmaligen Genufs
einer Calomeldofis und dem darauf folgenden Gebrauch von Ricinöl durch zwei
bm drei Tage. Das Getränk von fauerer oder Buttermilch befördert die Heiluntr
Jedoch verlangt eine langdauernde und heftige Ruhr die Ueberfiedlung in die
Berge Das Auftreten von Cholera in einer Stadt macht das rafche Verlaffen
des Ortes zur Pflicht, weil der Nichtacclimatifirte rafch ergriffen wird. Man ver
gehe nicht an die Immunität von Cholera bei Höhen über 6500 Fufs Der Typhus
ift kein abdominaler, fondern ein fchnell verlaufender und contagiöfer Flecken-
typhus, er herrfcht zumeift während der Wintermonate. Man dulde nach der
üblichen Behandlung im Lande keinen Aderlafs, fondern trachte durch kalte Ein-
Wicklungen Heilung zu erzielen, welche meift fchon am zwölften Tag des Leidens
erfolgt. Ern Vermeiden des Contaftes mit Kranken diefer Art ift immerzu empfeh-
ien Ueberhaupt erkranken Europäer befferer Claffe feltener an diefer Krankheit
welche in den Städten frifch angelangte Garnifonen rafch zu decimiren pflegt ’
Ein eigenthümhches, jedoch nicht gefährliches, aber läftiges Leiden ift der
fogenannte Al e p poknoten, von welchem Ankömmlinge häufig ergriffen werden.
Es entfteht nämlich an einem Punkte des Körpers, befonders der Extremitäten ein
bräunlicher Knoten, welcher nach Monaten aufbricht, eitert, um endlich nach Ver
lauf eines Jahres von felber zu heilen. Aetzen des Knotens mit concentrirter Sal-
peterfaure bewirkt rafche Heilung.
t k Leid f n , ^ ® ruftor g ane fmd ™ Lande feiten. Durch einen vernünftigen
Lebenswandel und Beobachtung der fanitären Mafsregeln kann man daher leicht
?™" kh , el ‘ e ? Ven ” e ‘ den 0der flch von diefen befreien. Es verfteht fich jedoch von
felbft, dafs kein bedächtiger Mann eine Reife ohne Mitnahme von einigen Dofen
Unmn unternehmen wird, zumal er dadurch manch’ arme Kranke fehr ver
pflichten kann.
Gewicht, Maafs und Münze.
Die invariable Gewichtseinheit in Perfien ift das Miscal (Schekel der
Bibel) — 4 '59 Gramm. Diefes wird eingetheilt in 24 Nechud, das Nechud in
4 Gendum; hiermit ein Miscal = 96 Gendum.
Für größere Laften gilt als Einheit das Man (auch Batman genannt, die
Mina der Affyner). Das Man ift nach verfchiedenen Städten verfchieden, die im
Handel gebräuchlichften Man find: das von Tabris = 1000 Miscal = 4 59 Kilo-
giamm beiläufig 5 Zollpfund; das von Teheran = 640 Miscal = 2-94 Kilogramm
und das Man-i-fchah = 1280 Miscal = 5 88 Kilogramm.
Eine Maulthier-Laft (Bar) ift nach der Stärke des Thieres 20 bis 25 Mani
Schah = 15obis 160 Kilogramm. Ein Kameel trägt jedoch 250—260 Kilogramm.
Die Laft mufs natürlich in zwei gleiche Hälften zerfallen, weil fie auf den Seiten
des Thieres äquilibrirt werden mufs.
Zum Wägen dienen die Tafchen- und Handwagen, deren befte in Caswin
gefertigt werden; für gröfsere Laften die Stellwagen (Gapan). Auch alle flüffigen
Waaren, wie Milch, Wein u. f. w., werden nach dem Gewichte verkauft, daher
kein eigentliches Hohlmafs exiftirt.
Als Längenmafs gebraucht man das Zer. Auch diefes variirt nach ver
fchiedenen Städten; die gebräuchlichften find: das Zer von Tabris = 113 Centi-
meter und das Zer von Teheran = 104 Centimeter. Doch wird in der neueften
Zeit auch viel Waare nach dem Meter verkauft. Das Zer zerfällt in 4 Tfcherek
i Tfcherek = 8 Girre.
Für das Wegmais bildet das Farfach oder Farfang die Einheit. Es wechfelt
in verfchiedenen Provinzen, das längfte ift das von Choraffan ; durchfchnittlich
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