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Dr. J. E. Polak.
theuer. Ebenfo ift auch die Angoraziege in Syrien nur an begrenzte Diftricfte
gebunden. Das Käme el ift durchfchnittlich das zweihöckerige baktrifche, das
einhöckerige flinkere Dfchemaze ift weniger zu Laften, mehr zum Rennen in der
Wüfte eingerichtet und findet fich daher nur in einigen Gegenden von Kerman
und Yezd. Das Kameel hat in Perfien keine lange Lebensdauer, es wird auch nicht
in genügender Zahl aufgezogen, ib dafs jährlich eine Einfuhr von Arabien über
Bagdad ftattfinden mufs. Als Wüftenthier fagt ihm der fteinige, im Winter
befchneite oder fchlüpfrige Boden Irans nicht befonders zu. Die Wolle, die fich
bei der Mauferung abftreift, wird forgfältig gefammelt und zu feinen Flanellen
(Berek) verwendet. Dafs fie um diefe Zeit zur Erhaltung der Gefundheit mit
Mandelöl eingerieben werden müffen, wurde oben bereits erwähnt. Von Efeln
gibt es drei Sorten, der gewöhnliche auch in Europa eingebürgerte Efel, er ift
dasjenige langfame Thier, welches ftörrig und zugleich bedächtig auf feinem
Rücken die Locallaften, fowie Baumaterial, Gernüfe und Nahrungsmittel für den
Markt u. f. w. zuträgt. Die zweite Sorte ift die dem wildem oder Tfchagateiefel
faft ganz gleiche, mit fchönem Kreuz auf dem Rücken und einem Spiegelfleck am
Gefäfs, er hat kürzere Ohren, ift flinker und gefchmeidiger, er dient zumeift zum
Reiten. Die dritte Sorte endlich ift die vom perfifchen Golf, deffen Race auch hie
und da in Egypten zu finden ift, er hat faft die Gröfse eines mittleren Pferdes, hat
auch deffen Kraft bei gröfserer Ausdauer, er ift auch dm Preife gewöhnlich höher
als ein Nichtracenpferd.
Auch von Pferden finden fich drei Varietäten, das importirte arabifche
Rofs oder von arabifchen Eltern abftammend mit feinen bekannten Charakter
zügen, das turkomanifche Steppenpferd mit hohen Beinen ohne Mähnen, mit
langem Hälfe und ziemlich fchwerem Kopf. Es leiftet in Ritten in der Ebene und
in den Wüllen Unendliches, doch ift es relativ von geringer Intelligenz und auf
fteinigem und bergigem Grunde unficher. Endlich ift die eigentliche Landesrace,
fie ift unanfehnlich, doch von grofser Ausdauer, verlangt geringe Pflege ; von fiche-
rem Schritt findet das Thier fich auf jedem Boden zurecht. Sehr gefchätzt ift von
der heimifchen Race der Pafsgänger. Diefer Pafsgang ift zwar von den Eltern
überkommen, mufs jedoch durch Uebung und Binden der entfprechenden Extre
mitäten vervollkommt werden. Es gibt natürlich auch Mifchlingsracen, die an den
Eigenfchaften ihrer Ahnen participiren. Eine Ausfuhr von Pferden findet fowohl
nach dem Kaukaufus als auch auf arabifchen Barken nach Indien ftatt. Das Maul
thier und der Maulefel verbindet die Eigenfchaften feiner Erzeuger und findet
auch bei den Karawanenzügen wegen feines ficheren Schrittes an Wegen nahe von
Abgründen vor Pferden den Vorzug, ebenfo find nur fie zum Tragen des Palankins
zu verwenden.
Von wilden Vier f ü f s lern finden fich auf den Jagden häufig die efsbaren:
Hirfche und Rehe am Cafpifee; die Gazelle, der Hafe, Dachs, Igel, das Stachel-
fchwein und der Marder in der Ebene, das Wildfehwein an Sümpfen, das Argalifchaf,
der kaukafifche Steinbock und die Gemfe in den Gebirgen, der wilde Efel auf den
ausgedehnten Ebenen. Von reifsenden Thieren : der Wolf, die Hyäne, der Scha
kal und.der Fuchs ; der mähnenlofe Löwe in Arabiftan, der Leopard in vielen
Gegenden des Landes, die wilde Katze, der Tiger und Lux in Mafanderan, end
lich auch der Gepard ebendafelbft. Der kaukafifche Bär zieht auch vereinzelt in
den Gebirgen, fteigt aber bei Traubenreife herab, um feine Verwüftungen anzu-
ftellen.
Bei der ausgedehnten Viehzucht und bei dem Umftande, dafs durch den
Karawanendienft viele Thiere rafch abgenützt werden, follte das Erzeugnifs von
thierifchen Fellen ein fehr grofses fein. Dem ift jedoch nicht fo, weil durch
religiöfes Vorurtheil die gefallenen oder fogenannten unreinen Thiere nicht
abgehäutet werden. Aufserdem wird das R o fs h a a r nicht benutzt. Ebenfo ift die
Gewinnung des Talges nicht bedeutend, weil das Fettfchwanz-Schaf nach dem
Gefetz der Compenfation im Netz wenig Fett anfetzt, das Rind jedoch zu mager