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Dr. J. E. Polak.
Glasarbeiter fe’be zu heben. Die Papierfabrication, welche im Mittelalter'
in Choraffan und Amei, in Mafanderan blühte und der chinefifchen wenig nachgab,
befchränkt lieh jetzt auf Erzeugung von einigem groben Papier und Pappe in
wenigen Mühlen Isfahans.- Auch hier führten die Anflrengungen und Auslagen der
Regierung zur Förderung der Papierfabrication durch Berufung europäifcher
Arbeiter nicht zum erwünfehten Ziel.
Die Arbeiten in Bein- und Metallmofaik (Boule) in Schiraz und Isfa-
ban, von denen viele Mufter Vorlagen, zeichnen fich durch gefällige Anordnung
der fich wiederholenden geometrifchen Figuren und durch ihr originelles Auf
treten aus. Im königlichen Schlöffe fand man einige Thüren und Möbelftücke
mit diefer Mofaik bekleidet, welche die Aufmerkfamkeit eines jeden Befchauers"
auf fich zogen.
Als wahre Hausinduftrie, ähnlich derjenigen in den Tiroler Bergen, find die
Schnitzereien in Bux-oder Birnholz, auf Cocosnufs und Straufseiern, welche
in den Natansgebirgen von den Einwohnern gefertigt werden. Mehrere Kärtchen,
auch Löffel mit durchbrochenen Griffen fanden fich in der Ausftellung, die, obwohl
fie nicht zu den beften Mufterftücken gehören, doch einen Begriff davon geben,
welche Begabung der Iraner für Zeichnung und Sculpter felbft ohne alle Anleitung
befitzt.
Ebenfo vorzüglich wie die Cifelirungen auf Stahl find die Gravirungen
auf harten Steinen, meift zum Gebrauch des Petfchaft oder auch als Amulettfteine
benützt. Wer da weifs, dafs es jahrelange Uebung fchon verlangt, die arabifchen
Buchftaben kalligraphifch zu fchreiben, der wird die corredle Zeichnung, ebenfo
die als Verzierung dienenden, weniger tief eingravirten Blumengewinde, im Carneol
oder Bergkryftall gefchnitten, zu würdigen verliehen. Ein Siegelftein mit der
Legende „Franz Jofef“ auf Bergkryftall, ebenfo ein Amulettftein mit zweifacher
Gravirung gehörten zu den gelungenften Stücken der Ausftellung.
Wollgewebe. Hier ift es vor Allem der Shawl, welcher dem indifchen
aus Cafchemir und Lahore am nächften fleht. Die beften werden in Kenuan, jene
mittlerer Qualität in Mefchhed und die einfarbigen ohne eingewebte Mufter
1 Kuffeh) auch in Kerman gefertigt. Das Flaumhaar der Margusziege bietet, wie
erwähnt, den vorzüglichften Stoff zur Erzeugung. Meift bilden die einfachen Varia
tionen der Palme und der Gewinde das Grundmufter des Shawls, die Variationen
find jedoch fo glücklich ausgeführt, dafs kaum ein Stück dem andern ganz ähnlich
fieht. Nach der Zeichnung, Farbe, Gewebe, Streifung, Dimenfion und Provenienz
unterfcheidet man die verfchiedenen Arten des Shawls, von denen einige glücklich
.vertreten find. Die Dimenfionen des nicht befchnittenen Shawls follen 312 Centi
meter Länge und 150 Centimeter Breite fein, doch verengern fich gewöhnlich
durch Abfchnitte diefe Mafse. Noch künftlicher ift das Gewebe der S ha wi
ll ändchen (hafchieh), die als Bordüre für koftbare Gewänder verwendet werden.
Von gleichem Gefchmack in Mufter und Verwendung der Palme find die ausge
nähten Shawls, obwohl fie natürlich im Preife niedriger gehalten find. Der Preis
eines echten, güten perfifchen Shawls ift zwifchen 14 und 20 Ducaten. Nur äufserft
feiten find Shawls mit 30 Ducaten, die fall immer nur auf befondere Beftellung
gewebt werden und durch gutes Material und Dichtigkeit des Gewebes fich aus-
zeichnen.
Dem Shawl zunächlt fleht als echt perfifches Produdl der Teppich.
Wenn wir in der Ausftellung die Teppiche fämmtlicher Völker von Indien und
dem an China grenzenden Turkellan bis zu jenen von Griechenland, Rumänien
und Albanien durchmuftern, fo werden wir in dem ungefchorenen Teppich fall
immer, in dem gefchorenen hie und da die gleiche Qualität, und was noch auf
fallender ift. fall diefelbe Zeichnung wiederholt finden, welche alle auf eine gemein
fchaftliche Quelle hinweifen. Man unterfcheidet auch dort zweierlei Teppiche, den
aufgefchorenen Ghali und den nicht aufgefchorenen G e b b e h; letzterer, feiner
und gobelinartig gewebt, heifst Ge lim. Die beften grofsen Teppiche Hammen aus