Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Rumänien. Bericht

14

Ernft  Haan.

Gruppe  XXIV  eine  lehr  intereffante  Sammlung  antiker  Gefäfse  von  Boliac  in
Bukareft  ausgeftellt.  Die  bildende  Kunft  der  Gegenwart  war  durch  verfchiedene
mittelmäfsige  Bilder  repräfentirt.  Gruppe  XXVI  war  vertreten  durch  die  Objedte
des  Herrn  Spirescu  und  die  Arbeiten  einiger  Mädchenfchulen.
Schliefslich  wäre  noch  des  Schatzes  von  Petroffa  zu  erwähnen,  der
freilich  fchon  in  Paris  1867  ausgeftellt  war.*
Handel.
Der  Handel  Rumäniens  mit  dem  Auslande  ift  fehr  bedeutend.  Der  Werth
der  Ein-  und  Ausfuhr  wird  durch  eine  Durchfchnittszahl  von  160  Millionen  Gulden
öfterreichifcher  Währung  bezeichnet,  von  denen  auf  die  Einfuhr  90  Millionen
und  70  Millionen  Gulden  auf  die  Ausfuhr  entfallen.
Dasjenige  ProdudI,  welches  dem  Ausfuhrhandel  eine  Bedeutung  leiht,  die
fleh  im  Welthandel  fühlbar  macht,  ift  das  Getreide.  Rumänien  bildet  die  Kornkammer ­
  für  das  füdöftliche  Europa  und  der  Werth  diefer  Ausfuhr  allein  beläuft
fich  auf  ungefähr  48  Millionen  Gulden  öfterreichifcher  Währung.
Je  nach  der  Ernte  in  den  verfchiedenen  anderen  Ländern  wechfelt  die
Richtung  des  Exportes  an  Getreide,  doch  bleibt  immer  England  als  Hauptabnehmer
mit  gegen  12  Millionen  Gulden  jährlich.  Im  Jahre  1872  wurden  nach  Oefterreich-Ungarn
  für  ii  Millionen  Gulden  exportirt.
An  das  Getreide  reiht  fich,  was  den  Werth  der  Ausfuhr  betrifft,  jener  von
thierifchen  Producten,  welcher  gegen  9  Millionen  Gulden  jährlich  beträgt.
Darunter  nimmt  die  Wolle  den  erften  Rang  ein,  welche  faft  ausfchliefslich  (im
Jahre  1871  für  5,233.670  fl.  öfterreichifcher  Währung)  nach  Oefterreich-Ungarn
exportirt  wird,  der  Reft  geht  nach  Frankreich.
Die  Rinderhäute  (und  Kalbfelle)  im  Werthe  von  i’/j  Million,  fowie
Ziegen-  und  Lammfelle,  halb  gar,  im  Werthe  von  60.000  fl.  werden  ebenfalls
zumeift  nach  Oefterreich-Ungarn  ausgeführt.
Die  dritte  Stelle  im  Ausfuhrwerthe  nehmen  aber  die  Thiere  (6Millionen
Gulden)  ein;  es  werden  Rinder  im  Werthe  von  3,  Schafe  1,  Schweine  2  Millionen
Gulden  jährlich  vorzüglich  nach  Oefterreich-Ungarn,  im  Jahre  1871:  Rinder  25.066,
Schafe,  Ziegen,  Lämmer  68.652,  Schweine  98.398,  Pferde  1567  Stück  im  Werthe
von  3  y a  Million  Gulden  öfterreichifcher  Währung,  nach  der  Türkei  (1V2  Million), ­
  Rufsland  (1  Million)  u.  f.  w.  exportirt.
Animalifche  Fabricate  (Fett,  Butter,  Käfe)  werden  jährlich  für  2  Millionen ­
  nach  der  Türkei,  Ungarn,  England,  Samen  für  2  Millionen  Gulden  nach
Ungarn  und  der  Türkei,  Holz  für  I  Million  nach  der  Türkei,  Rufsland,  Ungarn,
Mineralien  werden  im  Werthe  von  1  Million  Gulden,  vorzüglich  Salz  und
Bergöl,  dann  mineralifche  Fabricate,  wie  raffinirtes  Petroleum,  im  Werthe
von  i  Million  Gulden  exportirt.
Der  Gefammtexport  Rumäniens  nach  Oefterreich-Ungarn  beträgt  15—16  Millionen ­
  Gulden;  der  allgemeine  Export  zur  See  beträgt:  von  Ibraila  35  4°, von  Galacz
10—15,  der  Export  nach  der  Türkei  auf  anderen  Wegen  8—9  Millionen  Gulden.
Die  Einfuhr  nach  Rumänien  bewerthet  fich  auf  100  Millionen  Gulden.
Mit  Ausnahme  der  angrenzenden  Provinzen  der  Türkei  importirt  das  Ausland ­
  meift  Induftrieprodudtc.
England  führt  vorzüglich  drei  Artikel  ein:  Steinkohlen,  Eifenwaaien  und
Baumwoll-Waaren,  aufserdem  auch  rohes  Eifen,  Fayencen,  China-  und  Alpacca-Silberwaaren,
  Broncewaaren,  Eifenmöbel,  Thee  und  Colonialien.  Frankreich
importirt  Leinenwaaren,  Möbel,  Seidenwaaren,  Zucker,  Wein,  Liqueure;  Kufs  1  an  d
Metalle,  Metallwaaren,  Lederwaaren,  Glocken;  Holland  Zucker;  Italien,

*  Rumänien  wies  1475  Ausfteller  auf,  von  denen  in  14  Gruppen  213  mit  Auszeichnungen
geehrt  wurden.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.