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Dr. Franz v. Vivenot.
charakteriftifche Gruppen zu bringen, wodurch eine rafche Orientirung ermöglicht
war. Den Erzen fchloffen fich endlich die Vorkommen von Graphit, Petroleum.
Erdwachs und bituminöfen Schiefern an.
Die nächfte Abtheilung bildeten die foffilen Brennfloffe, die dritte Abthei-
lung hingegen eine Sammlung fämmtlicher Baumaterialien, beftehend aus Würfeln
von fechs Zoll Kantenlänge.
Diefe Sammlung, welche von allen Seiten unterftützt, in dem kurzen Zeit
räume von kaum einem Jahre, wenn auch nicht vollftändig, fo doch die wichtigften
Vorkornmniffe repräfentirend, vom Bergrath W o 1 f zufammengeftellt wurde, war
geographifch nach Ländern angeordnet. Hieran fchlofsen fich verfchiedene Vor-
kommniffe von Dachfchiefern, hydraulifchen Kalken, Porcelanerden u. dergl.
Schliefslich mufs noch befonders zweier rein wiffenfchaftlicher Samm
lungen gedacht werden, und zwar der paläontologifchen Sammlung der in Oefter-
reich vorkommenden Formationen, bearbeitet vom Bergrath Stur, und jene,
im Laboratorium der k. k. geologifchen Reichsanftalt durch Bergrath Carl Ritter
V. Hauer erzeugten Sammlung von künftlichen Kryftallen.
Im Hofe der Abtheilung I der öfterreichifchen Ausftellung waren Erdöl
und Ozokerite von Boryflaw in Galizien, Graphite von den fürftlich Schwarzen-
berg’fchen Gruben im Böhmerwalde und von der Mugrauer Gewerkfchaft dafelbft,
von Wolmersdorf bei Raabs, Lichtenau, Brunn und Taubitz in Niederöfterreich,
von Iglau und Kunftadt in Mähren, von St. Lorenzen, von Wald und Hochtauern
in Steiermark ausgeftellt. Gleichfalls aus Steiermark waren Talk von Mautern,
Kapfenberg und von den Gruben des Herrn Wiffiak, vom bekannten Nickel
und Arfenwerk zu Schladming waren Kupfernickel, Gersdorffit und Arfenik
exponirt.
Das reiche Antimonwerk zu Millefchau in Böhmen lenkte die Aufmerk
famkeit auf fich durch einen Antimonitblock von 2308 Zollpfund. Punnau in Böh
men ftellte ebenfalls Antimonit aus. Vom reichen böhmifchen Bleibergwerk zu
Mies waren unter Anderem Drufen von grofsen Bleiglanz-Kryftallen, von Peggau
in Steiermark Bleiglanz und dichter Baryt, von Okozelka in Krain Piauzit und
Kohle vorhanden. Von Krain war noch Bauxit aus der Wochein, verfchiedene
Eifenerze, Bleiglanz und Quecklilber von Knapous zu fehen.
Kalusz hatte in diefer Abtheilung grofse Blöcke von Kainit. Die im Reichen
berger Kammerbezirke vorkommenden Mineralien hatte Herr Pollak hübfch
zufammengeftellt, von dem k. k. penfionirten Bergmeifter Florian Vogel in
Platten erregte eine geologifche Reliefkarte, welche vom Fabriksdiredfor Speck
ausgeführt war, verdientes Auffehen.
Die durch Barrande’s claffifche Forfchungen zur Berühmtheit gelangten
Verfteinerungen der Silurformation repräfentirte Med.-Dr. Schary aus Pra°- in
fehr fchönen Exemplaren.
Ebenfalls in der öfterreichifchen Unterrichtsausftellung hatte der k. k. Sec-
tionsgeologe Julius Niedzwiedzki eine Sammlung von Mineralien, die in Oefter-
reich häufig oder in grofsen Maffen Vorkommen, für den Unterricht an Mittei-
fchulen zufammengeftellt. Vom Realfchul-Diredtor Eduard Döll in Wien war
hier eine Sammlung feltener öfterreichifcher Mineralien in ausgezeichneten Exem
plaren (Tellur von Fazebay, Tellur-Sibergold von Szekerembe, Kenngottit von
Felföbanya, Wagnerit von Werfen, Cronftedtit von Pfibram, kryftallifirterMuriacit
von Auffee u. f. w.), einige Meteorite von Knyahinya (1866) von fehr intereffanter
Form und Oberflächen-Befchaffenheit, inftrudlive Pfeudomorphofen, das Original-
Areometer von Mohs, Kryftallmodelle aus Holz von Haidinger gefchnitten,
welche zu den erften derartigen Modellen gehörten, die von Haidinger zu feinen
optifchen Unterfuchungen benützten Doppelfpathe, deffen dichrofkopifche Loupe
und optifche Präparate aufgeftellt.
Was Ungarn und die Länder der ungarifchen Krone betrifft, fo war vom
königlich ungarifchen Finanzminifterium eine Sammlung von Bergwerks-Produclen