Montanproducte.
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und Mineralien, von der königlich ungarifchen Bergdiredlion zuMarmaros-Szigeth
eine mächtige Salzpyramide ausgeftellt.
Die königliche Bergakademie Chemnitz exponirte eine Lehrmittel-Samm
lung, während das königlich ungarifche geologifche Inftitut zu Pefl, unter Leitung
des Herrn Direktors Max H an tk e n durch Druckwerke, geologifche Aufnahms
karten, petrographifch-geologifche und paläontologifche Sammlungen vertreten
war. Hier möge auch der vom Direktor Hantken ausgeftellten fyftematifchen Samm
lung präparirter Nummuliten fammt einer geologifchen Tafel Erwähnung gefche-
hen, wie auch der von Profeffor Szabo in Peft zufammengeftellten Sammlung
jüngerer Eruptivgefteine und einer von F. Herbich zufammengeftellten Samm
lung fiebenbürgifcher Eruptivgefteine.
Von den ausgeftellt gewefenen Mineralien find erwähnenswerth: kryftallifir-
tes Gold von Felföbanya und Abrudbanya, Blättertellur von Nagyay, Schrifttellur von
Offenbanya; Silbererze, Eifen-, Kupfer-, Chrom- und Bleierze von verfchiedenen
Fundorten, Kobalterze von Libethen undKolbay, Opale von Czerwenitza, Alabafter
vonLeutfchau, Grahpitvon Brood, Amethyfte von Schemnitz, Baryte von Felföbanya,
dann Queckfilber-Fahlerz, ausgeftellt von der oberungarifchen Waldbürgerfchaft.
Deutfches Reich.
Ehe die befonders erwähnenswerthen Objetäe diefer grofsartigen Ausftel-
lung in Betracht kommen, möge zunächft darauf verwiefen werden, dafs feit der
letzten Parifer Ausftellung auf dem Gebiete des deutfchen Bergbauwefens enorme
Fortfehritte zu verzeichnen find, die fich in einer riefigen Steigerung der Produc-
tionshöhe kundgeben und dadurch erzielt wurden, dafs in umfangreicher Weife
ftatt der Menfchenkräfte mechanifche Mittel in Anwendung kamen.
Nach den amtlichen Tabellen, welche über die Ergebniffe des Bergbaues
im Zollverein für die Jahre 1861 bis 1870 veröffentlicht worden find, betrug der
Gefammtwerth aller geförderten Montanproducte, ausfchliefslich des Salzes,
im Jahre 1861 63,454.430 fl. Silber,
„ 1870 122,571.922 „ „
Stellt man diefe Produdtionswerthe einander gegenüber, fo ergibt fich für
das letztere Jahr eine Zunahme um 93 Percent, an welcher hauptfächlich die
Kohlen- und Eifenerz-Bergbau betheiligt war.
Es möge nur erwähnt werden, dafs fich der Werth der geförderten Kohlen
von 1867, wo erjSt/o Millionen Gulden betrug, auf 9I 1 /« Millionen Gulden im
Jahre 1871 gehoben hat, jener der. Eifenerze von 7</ 2 Millionen Gulden auf 12 Mil
lionen Gulden Silber fteigerte.
Der Werth aller zur Zeit in Deutfchland geförderten Bergwerksprodudte
dürfte fich auf 150 Millionen Gulden jährlich beziffern, während die gefammte
Bergwerks-, Hütten- und Salzwerksprodudtion von 310 >/ 2 Millionen Gulden im
Jahre 1867 auf mehr als 375 Millionen Gulden, mithin um 20-8 Percent im Jahre
1871 fich fteigerte.
Die Salzprodudtion Deutfchlands hat im letzten Jahrzehnt durch die Auf
deckung mächtiger Steinfalzlager eine erhebliche Zunahme erfahren und ift in die
Zeit von 1861 bis 1870 von 6.517.966 Centnern auf 14,187.085 Centner, alfo mehr-
als das doppelte angewachfen. Hiebei kommt lediglich die ftärkere Steinfalz
förderung in Betracht, während die Kochfalz-Gewinnung faft unverändert blieb.
In dem berühmten Stafsfurter Werke in Preufsen wurden im Jahre 1871 allein
4,169.000 Centner, darunter 3,203.000 Centner Kalifalze undKieferit gewonnen.
Aufserdem find neue Steinfalzlager bei Spremberg in der Mark Brandenburg, bei
Inowraclaw (Pofen) und bei Segeberg (Holftein) erbohrt worden.
Nachftehende Tabelle der Produclions-Ueberficht der Bergwerke und
Salinen Deutfchlands diene zur weiteren Erläuterung.