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Full text: Geographische Bildungs- und Unterrichtsmittel (Gruppe XXVI, Section 6: Bildungsmittel im weitesten Sinne, a), officieller Ausstellungs-Bericht

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Anton Steinhaufer. 
Die Ausftellung Britanniens ift fehr mager befchickt worden, aufser 
einigen, zufammen vielleicht einen Atlas bildenden Schulkarten, die unter den 
von John Bartolomew in Edinburg ausgeftellten Stichproben Vorkommen 
(worunter auch kleine Städtepläne, Flufsmündungen etc.) mit vorhergehend 
politifcher Ausarbeitung, einem Elementaratlas von 8 Karten in hindoftanifcher 
Sprache, und dem aus 40 Karten (darunter 5 für die Geographie des Alterthums 
beflimmte) beftehenden comprehenfiv Schoolatlas von Will Hughes (bei Philips 
and Son in London)war kein derartiges Hilfsmittel vorhanden, obwohl die englifchen 
Schulen, auch die der Colonien (z. B. Canada) reichlich mit Wand- und Hand 
karten verfehen find. Im nordamerikanifchen Schulhaufe fand man Sunday- 
Schoolmaps, die Länder der heiligen Schrift umfaffend, Atlanten von C alt 
well & Gould, von Mitchell u. A. und gröfsere von Johnfo n, die fpäter zu 
erwähnen Gelegenheit'fein wird. Die Zahl der eigentlichen Schulatlanten für die 
untere Stufe war im Kreife des britifchen Reiches und auch der nordamerikanifchen 
Freiftaaten durch jene Textbücher befchränkt, denen Karten und Illuftrationen im 
Holzfchnitt, oft in nicht unerheblicher Zahl, eingedruckt find. Solche Textbücher 
beftehen, auch für den vorgefchrittenen Schüler in mehrere Abtheilungen zerfallend, 
in den eigentlichen Partien für die Volksfchule in Fragen und Antworten abgefafst. 
So z. B. Mit che ll’s Atlas, War re n’s elementar-phyfikalifche Geographie, in 
Guyot’s Common Schoolgeographie (Scribner in New-York), in Wilfon’s 
Schulatlas (Hinkte & Comp, in Cincinnati), in Monthei th’s Manuel of geographie 
(Barres & Comp, in New-York 1872). Da die Texte dem Referate für geographifche 
Lehrbücher zugetheilt find, fo ift ein weiteres Eingehen nicht angezeigt (z. B. auf 
Stöfs ne r’s Geographie, 3 Abtheilungen, Annaberg 1871), nur fo viel möge 
geflattet fein zu erwähnen, dafs alle Texte der anglicanifchen Lehrbücher diefer 
Art mit dem Weltall anfangen, fonach die fynthetifche Methode in keinem nur 
entfernt vertreten ift. Einige enthalten auch am Schluffe eine kurze Anleitung zum 
Kartenzeichnen, mitunter mit Anwendung geometrifcher Conflrudtionen, und 
Monthei th’s Handbuch fogar graphifche Hilfsbilder zur vermeintlich befferen 
Memorirung der Geflalten der Continente und Länder, ähnlich wie vor Jahren in 
Wien Conte Paulovich welche veröffentlichte. So z. B. gleicht Afrika bei 
Montheith einem feitwärts fchauenden Adler, bei Paulovich einem Pferdekopf; 
Südamerika bei Montheith einem Plundskopf, bei Paulovich einem Schinken Eine 
Nachahmung von Mitchell’s Atlas ift der bei Hachette in Paris 1872 erfchienene 
Globe illuftre, deffen Text 16 Karten und zahlreiche Holzfchnitte zieren. Eine vor 
Decennien in Stuttgart verfuchte Nachahmung mit Text von Profeffor 
Reufchle ift nicht mehr erneuert worden. Dagegen hat der bei Brockhaus in 
Leipzig verlegte illuftrirte Atlas von Loeder und Schade (22 Karten in Folio, 
auf denen Hoch- und Tiefland durch verfchiedenes Colorit unterfchieden find, von 
fchön geftochenen Illuftrationen rings umgeben) eine zweite Auflage erlebt; der 
Text ift nicht für die Volksfchule angelegt, doch die gelungenen Bilder dem 
Anfchauungsunterrichte fehr förderlich. 
Es war eben Gelegenheit geboten, der Anleitungen zum Kartenzeichnen 
zu erwähnen, einer Uebung, deren grofser Erfolg im haftenden Memoriren der 
gezeichneten Umriffe und Raumverhältniffe befteht, wenn nicht noch andere 
Vortheile durch die Wahl und Tendenz der Aufgaben hinzukommen. Die Erftlings- 
verfuche zum Nachahmen der Contouren, fei die Tafelzeichnung des Lehrers das 
Vorbild (bei der conftrucTiven Methode) oder ein paffendes Original mit Anhalts 
punkten zum Ausfüllen, fallen der Volksfchule anheim, und dienen zu diefem 
Behufe unvollftändige Abdrücke der Karten zur Ergänzung des Fehlenden, oder 
Netze (quadrirte oder Gradnetze). Bei Karten, die mittelfl Zufammendruck mehrerer 
Farbenplatten entftehen, ift die Herftellung feparater Karten, die nur das Flufs- 
netz, oder nur die Grenzen, die Bergzeichnung allein, oder das vollftändige 
Gerippe (fogenannte Repetitionskarten) mit Orten, Wegen etc. enthalten, leicht 
zu bewerkftelligen. Separate Atlanten diefer Gattung beftehen in grofser Zahl,
	        
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