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Full text: Geographische Bildungs- und Unterrichtsmittel (Gruppe XXVI, Section 6: Bildungsmittel im weitesten Sinne, a), officieller Ausstellungs-Bericht

Geographilche Bildungs- und Unterrichtsmittel. 
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erfchienen, lieh bei allen feefahrenden Nationen eingebürgert hat. Der englifche 
Text ift für den Schulgebrauch kein wefentliches Hindernifs, dagegen der phyfi- 
kalifche Inhalt der Karte (Polareis, Meeresftrömungen, Vegetation etc.) ein ficherer 
Gewinn. Auch die MercatorprojedHon kann nicht beirren, da die Oberfchüler die 
richtigen Vorftellungen vom Verhältnifs der Erdräume fchon mitbringen und 
es nur der Volksfchule obliegt, der Ueberficht der Continente und Oceane keine 
Mercatorprojedlion zu Grunde zu legen. — In der Ausftellung Italiens begegnete 
man einer Wandkarte von Europa von F. Arrig o n i in 28 Blättern (bei Crivelli in 
Mailand); in der ruffifchen einer Wandkarte vonTurkeftan (1872 Tafchkent), einer 
zweiten von Centralafien, einer dritten von den Kaukafusländern; in der britifchen 
(Colonial) Ausftellung einer Wandkarte vonAfrika und in dem von John B a r th o- 
lomew (Edinburg) ausgeftellten Bande von 200 Stichproben Wandkarten von 
England und Schottland in 18 und 12 Blättern; in der franzöfifchen einer Wand 
karte von Tunis (2 Blätter 1857 Paris) von Oberft Blondei; in der nordamerikani- 
fchen der geologifchen Erdkarte von Marcou (8 Blätter, 2. Auflage, Winterthur 
bei Wurfter); den Wandkarten der Vereinsftaaten von Colton (New-York 1872) 
und von Drummond (1871 general-land-office); in der füdamerikanifchen einer 
Wandkarte von Paraguay vom Genieoberft W i e s n e r (Handzeichnung in I: 355000), 
die elfte auf trigonometrifchen Meffungen beruhende Karte diefes Staates, und 
einer Karte von Venezuela nach Codazzi mit 28 Porträts, Bolivar’s an der Spitze ; 
in der japanefifchen zwei riefigen Wandkarten von Japan (Nipon), einer Küften- 
karte, und einer vollftändigen Karte mit Angabe der Leuchtfeuer; beide verkehrt 
orientirt und vielleicht angewiefen, in der Schule Japans die Stelle unferer Vater 
lands-Karten einzunehmen. 
Es ift auch zu beachten, dafs aus umfaffenderen Kartenwerken, z. B. aus 
der (nicht ausgeftellten) Karte von Centraleuropa von Oberft R. von S c h e d a, 
oder aus der Karte Deutfchlands von Key mann (Glogau bei Flemming) Wand 
karten kleinerer Länder und Staaten zufammengefetzt werden können. Auch 
grofse topographifche Karten können nach Umftänden in den Mittelfchulen 
Anwendung finden, z. B. die meifterhaft geftochene Karte der Schweiz von D ufour 
(25 Blätter in 1 : 100.000 derNatur, eidgenöffifches Bureau). 
Eine zweite Claffe der Wandkarten bilden jene zur mathematifchen 
und phyfikalifchen Geographie. Diefes Feld ift noch fehr dürftig ange 
baut. Aufser der Wandkarte von W e tz e 1 (Berlin bei D. Reimer) und ihrem Nach 
folger von J a u fs (Wien bei Hölzl), welche die zerftreut vorkommenden Zeich 
nungen in Werken der mathematifch-aftronomifchen Geographie (Planetenlauf, 
Gefchwindigkeiten, Gröfsen, Mondlauf etc.) zu einem Wandtableau vereinigen, 
bot die Ausftellung getrennte Wandtafeln desfelben Inhaltes im fchwedifchen 
Schulhaufe und die in den gröfseren Atlanten enthaltenen Eingangsblätter. Phy- 
fikalifche Wandkarten im engeren Sinne, wie es die Blätter des berühmten Atlas 
von Heinrich Berghaus find, erfchienen in der Ausftellung weder einzeln noch in 
Suiten, wenn man nicht die eben zuvor erwähnten Karten von Marcou und Berg 
haus’Weltkarte einzwängen will.*) In cliefer Beziehung fleht der wiffenfchaftlichen 
Speculation ein grofser Wirkungskreis offen, der hoffentlich nicht leer bleiben 
wird, da fich das Bedürfnifs fchon intenfiv in mafsgebenden Kreifen kund gibt. 
Im weiteren Sinne würden Profeffor Simony’s Arbeiten über die Seen des Salz 
kammergutes und Anderer hier erwähnt werden müden, wenn es nicht angemeffen 
erfchiene, folche fpecielle Unterfuchungen und Zeichnungen der Univerfität vor 
zubehalten. 
Eine dritte Claffe von Wandkarten machen die hiftorifchen aus, unter 
welchen die dasAlterthum umfaffenden dieMehrzahl ausmachen. Hier waren Deutfch- 
*) Einige phyfikahfche Wandkarten (Handzeichnungen von Lehramts-Candidaten in 
Sobieslau), die in der Vorausltelliing des öftcrreichifchen Unterrichtsminifteriums Vorlagen, 
waren nur vergrofserte Nachbildungen von Berghaus'fchen Karten.
	        
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