MAK

Full text: Geographische Bildungs- und Unterrichtsmittel (Gruppe XXVI, Section 6: Bildungsmittel im weitesten Sinne, a), officieller Ausstellungs-Bericht

22 
Anton Steinhau.er. 
Regel ziemlich gleich; Horizont, Meridian, mitunter ein aparter Höhenkreis, 
Stundenuhr bilden die gewöhnliche Zugehör, gleichviel ob die montirten Globen 
6 Zoll oder 30 Zoll Durchmeffer haben, alles Uebrige wechfelt zwifchen dem ein 
fachen Geftelle von Holz und dem eleganteften von Bronce. Alle früher genannten 
Firmen betheiligen fich an der Erzeugung von Globen bis 12, bis 13 Zoll, einige 
mit gröfseren, darunter Schotte und R e i m e r in Berlin mit folchen von 30 Zoll 
Durchmeffer. Die Streifen der von Reimer gelieferten find von H. Kiepert 
gezeichnet. Für die Mittelfchulen kann der Detailinhalt ein reicherer fein, wie er 
gewöhnlich auch ift, und die phyfikalifchen Daten (z. B. Meeresftrömungen, 
Erhebungsfchichten in Farben etc.) find da ganz an ihrem Platze. Die Berliner 
Fabrication zeichnet fich durch auffällige Eleganz aus -und Adami's Globen (Rei 
mer) fcheinen durch ihren ausdrucksvollen Farbendruck zuerft überall Nacheiferung 
erweckt zu haben. Grofse Globen find für Schulen ein entbehrlicher Luxusgegen- 
ftand und fchon der Koften wegen auf einen kleinen Verbreitungskreis befchränkt. 
Noch mehr gilt diefs von den Himmelsgloben, die durch eine planifphäre Sternkarte 
erfetzbar find, und vor diefer nur das voraus haben, dafs fie für jede Breite ohne weiters 
brauchbar find, während bei der flachen Sternkarte der ausgefchnittene Horizont nur 
für eine befümmte Breite pafst, undfür jede andere modificirt werden mufs. 
Direktor Hügel (Wien) hat Erdgloben in zwei Ausgaben, einer billigeren 
(für Schulen mit Blechhorizont) und einer eleganteren, ausgeftellt, welche letztere 
eine von der gewönlichen Montirung bedeutend abweichende Form zeigt. Die 
Unterfchiede von der üblichen Montirung beftehen 1. in dem Wegfall des Horizontes 
um die Mitte der Kugel und feine Verfetzung ins Fufsgeftell, wodurch die Kugel 
fich frei darflellt. Ein mitrotirender Zeiger am Horizont und ein Stift auf einem 
vertical flehenden Arme (Sonnenftrahl) vermitteln die Löfung aller Aufgaben ; 
2. in der Anbringung eines Dämmerkreifes in gehöriger Entfernung ; 3. in der 
Vereinfachung der Stundenuhr durch Uebertragung auf den Globus felbft und 
Anbringung von Transverfalen, um noch fünf Minuten ablefen zu können. 
Von Globen anderen Inhaltes waren in der öfterreichifchen Unterrichts- 
ausftellung vorhanden: Mondgloben (9 Zoll) nach Riedl v. Leuenfterns 
Zeichnung von Schönninger in Wien verfertigt (eine ältere Arbeit), und magne- 
tifche Globen von demfelben, auf denen Declination und Inclination durch 
verfchiedenfarbige Linien, die Intenfität durch fteigende Farbentöne dargeftellt 
ift. P e r c y (New-York) hat von feinen magnetifchen Globen kein Exemplar ein- 
gefendet. Diefe Art von Globen gehört jedoch mehr in das Gebiet der phyfikali 
fchen als mathematifchen Geographie und mag den Uebergang zu den Lehr 
mitteln diefes Zweiges der Erdkunde vermitteln. 
An Lehrmitteln fürdiephyfikalifche Geographie zeigte fich in der 
Weltausftellung, wenn man die Schichtenkarten und Reliefs als Studien für die 
verticale Bodenerhebung nicht dazurechnet, kein grofser Ueberflufs. Es darf aber 
nicht Uberfehen werden, dafs viele, mitunter ganz vortreffliche einzelne phyfikalifche 
Karten (z. B. die zwei Erdkarten in Mercatorprojedlion von Hermann Berg 
haus im Stie 1 er’fchen Atlas) integrirende Theile von Atlanten find. Von dem 
claffifchen grofsen phyfikalifchen Atlas von Heinrich Berghaus (Gotha bei 
Perthes) hat die Verlagshandlung einen kleineren in Quart für Schulen reduciren 
laffen, der auch den vollftändigen Schulatlanten von Stieler beigebunden wird. 
Was Heinrich Berghaus für Deutfchland war, ift in Fufsftapfen diefes 
Veterans geographifcher Wiffenfchaft Johnfton für England geworden. Dei 
werthvolle phyfikalifche Atlas von Keith-Johnfton mit Text enthält wohl- 
arrangirte Schichtenkarten für die Mafien von 250, 500, 2000 und 5000 Fufs 
Erhebung, zwei Regenkarten, eine Karte für Flufsfyfteme etc. Man begegnete 
diefem fchönen Atlas um fo lieber, je fpärlicher die britifche Kartographie auf der 
Weltausftellung vertreten war. In den fchon öfter erwähnten 200 Samples of 
engraving von J. B a r t h o 1 o m e w in Edinburg findet man eine mit Nebenkärtchen 
(Ifothermen etc.) verfehene halbphyfikalifche Erdkarte in Herfchel’s Projedlion.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.