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Full text : Geographische Bildungs- und Unterrichtsmittel (Gruppe XXVI, Section 6: Bildungsmittel im weitesten Sinne, a), officieller Ausstellungs-Bericht

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Anton  Steinhaufen

A  n  den  technifchen  Hochfchulen  werden  in  der  Regel  nur  fpecielle,
praktifche  Zweige  der  Erdkunde  gepflegt,  Geometrie  und  Vermeffungskunft,  Geologie, ­
  Phyflk,  Handelsgeographie,  Induftrieftatiftik  und  fo  fort,  und  dasfelbe  Verhältnifs
  wiederholt  fleh  bei  den  Fachfchulen  (Ackerbau-Schulen,  Weinbau-Schulen,
  Forftfchulen,  Handelsakademien,  Gewerbefchulen,  Bergbau-Schulen  aller
Art,  Kriegsfchulen,  Militärakademien,  Marineakademien,  nautifche  Schulen  etc.);
die  zahlreichen  kartographifchen  Arbeiten,  die  für  diefe  Zweige  in  der  Ausfüllung
fall  aller  Länder  in  der  Weltausflellung  vorkamen,  fallen  entweder  nicht  in  die
Gruppe  XXVI,  fondern  in  andere,  die  eigenen  Referaten  zugewiefen  find,  oder,  wenn
Ae,  wie  z.B.  die  Arbeiten  der  öfterreichifch-geologifchen  Reichsanftalt  zu  Folge  der
Unterordnung  derfelben  unter  das  k.  k.  Minifterium  des  Unterrichtes  in  der  Gruppe
XXVI  aufgeftellt  erfchienen,  gehören  fle  doch  der  Gleichartigkeit  wegen  zur  Befprechung
  in  jene  Gruppen,  denen  fle  bei  anderen  Staaten  zugewiefen  wurden.  Demnach ­
  bleiben  hier  alle  flreng  topographifchen  Karten  und  die  ihnen  gleichkommenden ­
  Reliefs,  Seekarten  und  Küftenreliefs,  geologifche,  montaniftifche  Culturund
  Forftkarten,  alle  ftatiftifchen  Karten,  die  fleh  auf  Ackerbau,  Viehzucht,  Handel
und  Communicationen  beziehen,  ausgefchloffen.  Ihre  Anführung  und  Würdigung
am  gehörigen  Orte  wird  den  Beweis  liefern,  wie  viele  ausgezeichnete  und  mufterhafte
  Arbeiten  die  Weltausflellung  zierten,  und  dafs  namentlich  Oefterreich-Ungarn
hinter  ähnlichen  Erzeugniffen  der  übrigen  Staaten  nicht  zurückfleht.
Die  Mittel  zur  Fortbildung  Erwachfener  im  Fache  der  Geographie
richten  fleh  nach  dem  erlangten  Grade  der  Vorbildung  und  nach  der  Richtung,  in
der  die  Geographie  zu  dem  gewählten  Berufe  fleht;  geht  die  Vorbildung  über  die
erflen  Rudimente  nicht  hinaus,  fo  gelten  die  für  Bürger-  und  Mittelfchulen  brauchbaren ­
  geographifchen  Lehrmittel  auch  für  die  fucceffive  Nachholung  und  Weiterbildung, ­
  gefchehe  fle  durch  Autodidaktik  oder  mit  Unterflützung  von  Privatunterricht. ­
  Hat  die  Fortbildung  eine  beflimmte  Tendenz,  fo  werden  aus  der  Zahl
der  aufgezählten  mannigfaltigen  Lehrmittel  jene  zu  wählen  fein,  die  diefe  Tendenz
begünfligen.  In  jedem  Falle  bieten  die  in  den  Abfchnitten  für  Volks-  und  Mittelfchulen ­
  aufgezählten  Lehrmittel  jenen  Individuen  Stoff  genug  zur  Fortbildung,
welche  von  der  Fortfetzung  der  Studien  abgehalten,  durch  Privatfleifs  nachträglich
geographifche  Kenntniffe  fleh  aneignen  wollen.
Ueberblick.
Eine  Ueberflcht  des  feit  einem  Decennium  im  Fache  der  Kartographie,
Geoplaflik,  graphifchen  Statiflik  etc.  in  Beziehung  auf  den  Unterricht  Geleifleten
verfchafft  die  erfreuliche  Ueberzeugung,  dafs  im  Allgemeinen  ein  Fortfehritt  zu
verzeichnen  ifl,  wenn  er  auch  in  den  verfchiedenen  Staaten,  die  die  Weltausflellung ­
  befchickt  haben,  nicht  gleichen  Schritt  eingehalten  hat.  Diefer  Fortfchritt
äufsert  fleh  in  zweierlei  Richtungen:  i.  in  dem  inneren  Gehalte;  2.  in  der  technifchen ­
  Ausführung.  In  Bezug  auf  den  inneren  Gehalt  hat  die  weit  gröfsere  Rücklicht, ­
  die  nun  auf  die  verticale  Gliederung  genommen  wird,  einen  gewaltigen
Umfchwung  in  der  gelammten  Kartographie  hervorgebracht  und  die  Schichtenkarten
  mehren  fleh  in  und  aufser  den  Atlanten,  und  man  gewahrt  mehrere  Verfuche,  fle
auch  in  die  Schulatlanten  zu  verpflanzen.  Mit  den  hypfometrifchen  Karten  ifl  auch
die  Geoplaflik  mehr  in  Anwendung  gekommen,  und  hat  eine  Vollendung  erreicht
(man  fehe  die  Küftenreliefs  vom  Lieutenant  Hopfgart  n  er,  Lieutenant  Lehnert
und  Hauptmann  v.  Wutzeiburg;  das  Schichtenrelief  der  Hausruckbahn  von
Loefsl  und  Anderen),  die  kaum  übertroffen  werden  kann*).  Ein  anderer  Fortfchritt ­
  ifl  in  der  wachfenden  Beachtung  der  Heimatkunde  zu  bemerken,  was  mit

*)  Schade,  dafs  der  Geoplaftiker  Keil  ,  im  Dienfte  der  Wiffenfchaft  verunglückt,  nun
der  Subfiflenzmittel  entblöfst,  eine  Exiftenz  zwifchen  Leben  und  Sterben  friftet.  Was  für
werthvolle  Leitungen  von  feiner  Hand  würde  die  Weltausflellung  aufzuweifen  haben  .'
            
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