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Full text : Heereswesen (Gruppe XVI): Heeresbekleidungs- und Ausrüstungswesen (Gruppe XVI, Section 1, a), officieller Ausstellungs-Bericht

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Alexander  Poppovic.

und  gejagter  Arbeit  ein  nicht  verhältnifsmäfsig  gutes  Mehl  abgeliefert  werden
kann;  es  hängt  diefs  nicht  nur  von  der  Gewiffenhaftigkeit  und  Redlichkeit  des
Lohnmüllers,  welcher  in  diefer  Eigenfchaft  die  Steigerung  feines  Gewinnes  nicht
in  der  Produktion  einer  belferen  Qualität,  fondern  in  der  Ergiebigkeit  der  Produktionsmenge ­
  fuchen  kann,  fondern  auch  von  der  Einrichtung  feiner  Mühle,  von
der  Verläfslichkeit  feines  Perfonais  und  fo  weiter  ab.
Es  darf  diefs  nicht  etwa  als  eine  der  öfterreichifchen  Militärverwaltung
adhärirende  Engherzigkeit  angefehen  werden,  denn  auch  in  anderen  Staaten  und
namentlich  in  England  wird  das  für  Zwieback  erforderliche  Mehl  auf  eigenen
Mühlen  erzeugt,  um  gegen  alle  UebeKlände  (!)  gefichert  zu  fein.
Der  Gewinn  eines  befferen  Mehles  ift  aber  eine  Grundbedingung  für
eine  beffere  Brotqualität,  welche  die  Militäradminiftration  fchon  überhaupt
anftrebt,  insbefondere  aber  in  Wahrnehmung  des  fich  allenthalben  verfeinerten
Gefchmakes  und  der  hieraus  refultirenden  höheren  Anforderungen  zu  befchleunigen
  gedrängt  wird.
Allein  nicht  nur  in  Hinblick  auf  die  Friedens-,  fondern  auch  auf  die  Verpflegung ­
  im  Kriege  mufs  die  Vermahlung  in  Anfchlag  gebracht  werden.
Die  Kriegsverhältniffe  find  fo  unvorhergefehen,  dafs  nicht  nur  das  Wahrfcheinliche,
  fondern  auch  das  Mögliche  (Denkbare)  ins  Auge  gefafst  werden  mufs  ;
es  könnte  fonach  der  Kriegs-Schauplatz  (die  Armee)  von  der  Bafirung,  das  ift  von
den  Hilfsquellen  des  eigenen  Landes,  welches  die  materiellen  Bedingungen  der
Exiftenz  und  Schlagfertigkeit  der  Armee  enthalten  foll,  fo  weit  entfernt  fein,  dafs
die  Ernährung  aus  dem  feindlichen  Lande  —  was  ja  auch  grundfätzlich  zu  gefchehen
  hat  —  oder  aus  intermediären  auf  der  Operationslinie  gelegenen  Punkten
beffer,  oder  mindeftens  aushilfsweife  beftritten  werden  würde.
Aus  Erfahrung  ift  bekannt,  dafs  felbtt  die  an  Getreide  fehr  reichen  Länder
für  die  unmittelbare  Verpflegung  der  Armee  oft  wenig  Nutzen  bringen;  dagegen
wäre  die  Ausnützung  des  Getreidereichthums  dann  möglich,  wenn  die  Mittel  zur
Vermahlung  —  Mühlen  —-  zu  Gebote  Bünden.
Dafs  aber  auf  diefe  in  vielen  Fällen  in  occupirten  Ländern  nicht  gerechnet
werden  kann,  könnte  leicht  erläutert  werden.
Es  können  fonach  eigene  Mühlen  auch  für  die  operirende  Armee  nothwendig
  fein.
In  analoger  Weife  erfcheint  die  Einrichtung  der  Fettungen  mit  Mühlen,
welche'  leicht  in  Cafematten  untergebracht  werden  können,  zweckmäfsig,  weil  es
leicht  Vorkommen  kann,  dafs  der  Fettung  wohl  noch  rechtzeitig  Getreide,  aber  kein
fertiges  Mehl  zur  Approvifionirung  zugeführt  werden  kann,  ohne  dafs  die  Vermahlung ­
  aufserhalb  des  Fettungsrayons  durchführbar  fei.
Wenn  auch  die  gute  und  geficherte  Verpflegung  des  Heeres  unter  allen
Umftänden  in  ertter  Linie  flehen  mufs,  fo  dürfen  mit  diefem  auch  die  ökonomifchen
Intereffen  nicht  collidiren.
Von  diefen  mehrfachen  Standpunkten  find  die  ausgettellten  Mühlen  der
Beachtung  unterzogen  worden.
Dafs  die  Arbeitsleittung,  fonach  auch  die  Lohnmahlerei  fich  antteigend  verteuert, ­
  ift.  notorifch  und  dafs  eine  Mühle,  zweckmäfsig  conftruirt  und  rationell
befchäftigt,  auf  der  Bafis  eines  geficherten,  regelmäfsigen  Abfatzes  der  Mahlproducte
  fich  ausbezahlt,  dürfte  nicht  zu  bezweifeln  fein,  könnte  übrigens  durch  Beifchaffung
  und  Betrieb  einer  eingängigen,  keine  grofse  Anlagekoften  erfordernden
Mühle  erprobt  werden.
In  überrafchender  Weife  fchienen  alle  Ausfteller  von  einer  ähnlichen  Idee
geleitet  worden  zu  fein,  denn  alle  ausgeftellten  Mühlen  befafsen  die  übereinftimmenden
  Vorzüge,  dafs  fie  einfach  conftruirt,  daher  leicht,  ohne  Kunft,  auch  nur  mit
gewöhnlicher  Fachkunde  behandelt  zu  werden  brauchen,  dafs  fie  ein  eigenes
Mahlhaus  nicht  erfordern,  überall  in  gedeckten  Räumen  ohne  grofse  Fundamentirungen
  aufgeftellt,  zerlegt,  transportirt,  mit  beliebigen  Motoren  —  Dampfmafchine
            
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