D^s Heeres-Verpflegswefen.
13
Nebenbei wird verzeichnet, dafs in der Bäckerei des genannten Ausftellers
eine Teig-Theilungsmafchine in Thätigkeit ift, welche Stücke in gleiche
Theile für die Weifsbäckerei theilt und das Auswägen erfpart.
Diefe Mafchine ift nur für ganz trockene Teige und nur für Theilung in
kleine Stücke, etwa bei der Fabrication des Zwiebackes in y4pfündigen Flecken,
nicht aber für die gelinderen Teige aus Roggenmehl für Brot geeignet.
Uebrigens hängt es von einer Erprobung ab, bei welcher auch wahr
zunehmen wäre, ob diefe Mafchine auch genau theilt und nicht der Willkür der
Arbeiter einen Spielraum überläfst.
Das Modell des Röhrenbackofens mit Hochdruck-
Waffe r h e i z u n g der Herren W. A. F. W i e g h o r ft & Sohn.
Diefer Ofen zog die Aufmerkfamkeit wegen feiner befonderen Con-
ftrudlion auf fich, aufserdem durch den Umftand, dafs nach erhaltener Mittheilung
davon fchon über 300 Oefen theils bereits aufgeftellt ftehen, theils projedtirt find.
Aufser Deutfchland, wo fie namentlich in den Militärbäckereien eingeführt
wurden, fanden diefe Oefen in Rufsland, Belgien, Italien, England, Dänemark,
Schweiz, auch in Oefterreich (Teplitz, Zbirow und Eger) bereits Eingang.
Der Ofen hat die gewöhnliche Form. In dem inneren Raume find dreifsig
untere und dreifsig obere, zum Theil mit Waffer gefüllte, an beiden Enden gut
gefchweifste Röhren eingezogen, welche frei vom Herd , beziehungsweife vom
Gewölbe, abftehen.
Zwifchen den beiden Rohrenfchichten liegt eine bewegliche Backplatte,
welche auf der innen angebrachten und auf der Stirnfeite in den Backküchen-
Kaum verlängerten Eifenbahn hinein und herausgefchoben werden kann.
Die Beheizung gefchieht von rückwärts.
Die Vortheile, die diefer Ofen bietet, find, dafs Staub, Afche und Rauch in
den Backraum nicht dringen , dafs der Teig aus freier Hand auf die Backplatte
aufgelegt werden kann, dadurch aber der Flächenraum ohne Anfchufs der Laibe
belfer ausgenützt und der Aufwand für das Leuchtfeuer beim Mundloch , für
Ofenfchieber, Krücken und Stangen erfpart wird , dafs durch die continuirliche
He zung die Backungen ohne grofse Intervallen auf einander folgen können,
daher eine fehr hohe Ergiebigkeit (18 bis 20 Backungen in 24 Stünden an Brot
im Teige zu 58 Loth Wiener Gewicht) erzielt werden kann, dafs fchliefslich jedes
Brennmateriale zur Beheizung benützbar ift.
Ein folcher Ofen kommt, ausgenommen die etwa nöthige Fundamentirung
und der Schornftein (gewöhnlicher Küchenfchornftein), auf 1500 Thaler, nach
Umftänden vielleicht auf weniger zu ftehen.
Nähere Details und Zeichnung hat fich der Ausfteller Vorbehalten.
Das Modell eines Backofens von Herrn Carl Egle
Dürnholz, Diefes zeigt einen Ofen aus Ziegeln, gebaut zur Beheizung vom
Mundloche im Backraume.
Derfelbe mag feine Vorzüge haben, es dürfte jedoch die Militärverwaltung
darauf nicht refleötiren, weil die Oefen mit der Beheizung von Aufsen erwünfchter
find, und weil anderfeits der ausgeftellte Ofen auch für die Verwendung im Felde
ob feiner mit Zügen unter der Herdfohle complicirter und nicht begreiflicher
Bauart und wegen der Menge an erforderlichem Baumaterial nicht praktifch
erfcheint.
Das Modell des Herrn Enrico Manzoni aus Rom zeigte
einen aus feuerfeftem Material gebauten zweietagigen Ofen.
Die Beheizung ift continuirlich, gefchieht in der Mitte der Langfeite unter
der Sohle der erften Etage, und kann ebenfo gut mit Holz als mit Kohle
gefchehen.
Aus der Heizkammer rückwärts führen nach der linken und rechten Hälfte
des Ofens Füchfe (Canäle), durch welche die Feuergafe in die ganz um den Ofen
circulirenden Züge geleitet werden und in einem Rauchfange ausmünden
2