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Hans Petfchnig.
Ei ne Empore läuft im Innern herum und die Decke ift gewölbartig gefchalt..
Kleine Kleeblatt-Fenfter mit Butzenfcheiben erhellen fpärlich den Raum.
, en " < ]I le [ er Ba "’ Wle er ira Ausftellungsraume zu fehen war, vollftändig
kirchlich mftallirt worden wäre, fo hätte die Inneneinrichtung auch Gelegenheit
5 u e ° rigIne A lle , n Arbeiten - wie Ach in ihrer traditionellen Einfachheit
h i abe ni ZU /i, An ^ Ch r a r nS ZU bringen ' und fo einen Vergleich zu geftatten,
wie das kunftlerifche Gefühl für ideale Zwecke auch mit befchränkten Mitteln
Dütes und Schönes an verfchiedenen Orten zu leiften vermag.
Ein kleiner Tempel in der externen japanefifchen Abtheilung aus Zeclern-
lz zeigte uns dagegen wieder eine ganz eigentümliche Stilifirung der Aus-
rorm UC f h ng <ifrr bei B att u' erk ’ Vögel etC ' ’ Bron celöwen, welche ftark an die
lomanifche Stilifirung mahnen, als Aufsenfchmuck dienten.
, t I " duftnepal a fte fel bft fahen wir zwei Modelle des Tempels Naiku, wo
Amaterafu Ohomirkami, die Ahnfrau des kaiferlichen Haufes, verehrt wurde, und
welcher vor 2025 Jahren erbaut worden fein foll; ferner Gekwu, beftimmt zur
Anbetung von Kumrotokachino Mikoto, unferes Schöpfers, vor 139b Tahren erbaut.
Die beiden Tempel find ohne allen Schmuck aus Zedernholz hergeftellt
mit einem Stroh- oder Rohrdach verfehen, und liegen in einem eingefriedeten
Raume der noch mehrere andere kleinere Bauten einfchliefst. Der erfte heifst
auch der innere, der zweite der äufsere Tempel. Das hohe Alter befitzen jedoch
diefe Holzbauten nur dem Principe nach, da felbe alle 21 Jahre ganz neu. edoch
vollkommen identifch mit den alten, wieder erbaut werden.
Auch China brachte mehrere Modelle von Pagoden und heiligen Stätten
aus Marmor angefertigt. ®
Intereffant war die aufgeftellte Betmafchine. An einem einfachen Geftelle
welches durch zwei Querleiften verbunden ift, fleht fenkrecht eineAchfe, um diefe
dieht fich ein Tambour, roth lackirt, mit ornamentirten, vergoldeten Rändern. An
cheiei Trommel ift das Gebet mit grofsen, in Relief gehaltenen, vergoldeten
Buchftaben in chmefifcher Schrift angebracht. So oft nun die Trommel umgedreht
wird, ilt das Gebet als gefprochen zu betrachten. Bei einiger Uebung kann man
lafch mit der nothigen Anzahl von Gebeten fertig werden. Es ift diefs der höchfte
Ausdruck des Formalismus, der leider in den meiften Religionen das Geiftige
Überwuchert und fo zum Indifferentismus führen mufs
1 rrr “ m “ lttelbarer Nähe diefer den Europäern fremden Welt trat uns die
claffifche Welt der alten Griechen entgegen. Abgüffe, fowohl von Götterbildern,
fieihch in meift yerftünimeltem Zuftande, ferner Bauformen antiker Tempel, und
za 1I1 eiche höchfl intereffante Photographien, unter denen jene vom Erechteon und
Akropolis hervorvorragten, fchmückten die Ausflellung.
Auch Photographien fpäterer griechifch-byzantinifcher Kirchen-Bauwerke
zeigten uns die Umwandlung kirchlicher Architektur auf jener Stätte durch die Ein
führung der chriftlichen Religion.
Mit Bedauern fah der Kunflforfcher diefe Rette der hochtten idealen
Kunttblüthe zerbröckelt und inStaub verfunken; doch der Geift, der fo Edles und
Schönes gefchaffen, er lebt fort und befruchtet noch fortwährend das Kunttbeftreben
der nachlebenden Generationen.
Angrenzend bot Rufsland einige Photographien ruffifcher Kirchen, in
jener, man kann fagen, barbarifch-pittorefk ausgeftatteten byzantinifchen Kunft, in
welche fpäter tartarifche Formen einbezogen worden find.
Hervorragend und immer tonangebend für diefe Bauten itt die Kathedrale
\ afili Blagenoi zu Moskau. Trotz der fpäteren Einführung des abendländifchen
Stiles unter Peter dem Grofsen wurde der alte ruffifch-byzantinifche Stil für
Kiichen und kirchliche Gebäude ebenfo für ihre Ausftattung beihalten und wird
noch heute cultivirt, wie es das preisgekrönte Concursprojettt der Kathedrale von