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Full text : Leder (Gruppe VI, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

Rauh-  und  Kürfchnerwaaren.

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in  diefer  Gröfse  für  die  Strafse  feit  io  Jahren  aufser  Mode  find  und  nur  mehr  für
die  Reife  getragen  werden.
Vortrefflich  gearbeitet  und  praktifche  Verwendung  des  Materiales  bekundend ­
  war  das  galonirte  Futter  von  Schwarzfuchs-Schweifen,  welches  nebfl  zwei
guten  Futtern  von  Zobelkehlen  und  Pfoten  Herr  Bj  elkin  aus  Moskau  brachte.
Wenig  lobenswerth,  wenngleich  fehl*  umfangreich,  war  die  Ausflellung  eines
Kürfchners  aus  Riga;  hier  fahen  wir  Wiener  und  deutfche  Erzeugniffe  untergeordneten ­
  Ranges  und  in  England  gefärbte  Schaffelle  als  ruffifche  Kürfchnerwaare
präfentirt,  und  die  eigenen  Erzeugniffe,  mehrentheils  von  ordinären  Fellen,  waren
gar  nicht  gut  gearbeitet,  dabei  die  Preife  fehl*  hoch.
Originell  zwar,  aber  primitiv  in  der  Ausführung  waren  die  von  einem
Archangeler  Flaus  gebrachten  Gegenftände,  darunter  ein  dort  getragener  Kaftan
von  Rennthier-Fellen,  eine  unförmlich  grofse,  fchwere  Haube  von  Vielfrafs,  dann
Muffe  und  Krügen  von  Wildenten-,  Möven  und  Hermelinfellen.
Von  Kürfchnerwaaren  wollen  wir  noch  die  von  Herrn  Baranofsky  aus
St.  Petersburg  ausgeflellten  Schaffelle  und  Schaffell-Pelze  wegen  ihrer  ganz  vorzüglichen ­
  Zurichtung  bemerken;  diefe  Pelze,  der  Landestracht  gemäfs  mit  kurzen
Leibern  und  faltigen  Schöfsen,  waren  im  Leder  fchwarz  und  grau,  in  der  Wolle
bunt  gefärbt,  das  Leder  fo  fein  und  fchmiegfam  präparirt,  dafs  es  einen  Tuchüberzug ­
  vollkommen  erfetzt.
Auch  mit  verfchiedenen  Gattungen  feiner  reichen  Fellproduölion  hat  Rufsland ­
  die  Ausflellung  befchickt.  Das  Gouvernement  I  r  k  u  t  fk  flellte  eine
grofse  Colle<5lion  dort  vorkommender  Pelzfelle  zur  Schau:  rothe,  blaue,  Kreuz  -
und  Silberfüchfe;  K  o  1  i  n  s  k  y  Fehen  in  unterfchiedlichen  Qualitäten  und  prachtvolle
Zobel;  ebenfo  brachte  Herr  Ladislaus  Kletfchkofsky  einzelne  Exemplare
von  Fellen  aus  dem  Gouvernement  Archangel:  rothe,  blaue  und  weifse  Füchfe,
Fehen,  grofse  weifse  Hafen,  Vielfrafse  und  vorzüglich  fchöne  Hermeline.
In  der  Türkei  begegneten  wir  bei  einem  Kürfchner  aus  Conflantinopel
einigen  recht  gefchmackvoll  gemachten  Damen-Pelzgegenfländen,  meift  von
Grebenfellen,  die  viel  am  fchwarzen  Meere  Vorkommen;  derfelbe  brachte  auch
eine  mit  viel  Gefchicklichkeit  von  türkifchem  Hamfler,  Wildenten  und  Greben
zufammengefetzte  Tifchdecke.
Von  verfchiedenen  türkifchen  Provinzen  waren  Halbfabricate  eingefandt,
Futter  von  Wildenten-Fellen,  von  türkifchen  Hamftern,  von  amerikanifchen  und
europäifchen  Füchfen,  welche  aber  weder  im  wSortiment,  noch  in  der  Zurichtung
oder  in  der  Arbeit  befriedigten;  ferner  eine  grofse  Menge  von  Marderfellen,  die
mehrentheils  nach  Oeflerreich  und  Deutfchland  exportirt  werden.
Für  die  rumänifche  Ausflellung  hatten  mehrere  Private  ihnen  gehörige
Wölfe,  Bären,  wilde  Katzen,  wie  iie  in  Rumänien  gejagt  und  von  dortigen  Kürfchnern
  fehr  gut  naturalifirt  wurden,  beigeflellt;  ferner  fahen  wir  da  einige  Futter  von
Füchfen  und  von  Marderabfällen,  welche  von  Griechen  und  Serben  gerne  benützt
werden.
Sehr  intereffant  war  die  Ausflellung  von  Perfien.  Aufser  Lammfellen,
welche  einzig  in  ihrer  Art  und  in  der  ganzen  Welt  verbreitet  find  und  die  in
Originalballen  zu  Zehntaufenden  über  Rufsland,  in  letzterer  Zeit  auch  über  Tricfl
exportirt  werden,  waren  andere  Pelzfelle  als  perfifche  kaum  gekannt,  da  fie  entweder
im  Lande  felbfl  verwendet,  oder  in  Rufsland,  wohin  fie  eventuell  gelangen,  mit
anderen  gleichen  Fellen  vermengt  werden  und  ihren  Originalcharadler  verlieren.
Plier  fahen  wir  nun  aufser  Schiraz  (Lammfellen)  auch  perfifche  Wildwaaren,
dabei  grofse,  rauhe  Steinmarder,  an  Farbe  zwar  hell,  aber  fehr  fein  und  rauh  in
der  Wolle  ;  grofse,  helle  Füchfe,  ähnlich  den  nordamerikanifchcn  oder  tartarifchen
Steppenfüchfen,  doch  viel  gröfser  und  rauher  als  diefe;  ferner  fahen  wir  fehr
fchöne  Grebenfelle  und  grofse,  gut  ausgearbeitete  Schwäne.  Ganz  befonders  fchön
in  feiner  Art  war  das  einzige  fertige  Pelzflück,  ein  grofser  Schafpelz  ohne  Tuchüberzug, ­
  das  Leder,  unübertrefflich  gut  zugerichtet,  war  von  fammtartiger  Weich-
            
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