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Full text: Beiträge zur Geschichte der Preise (Additionelle Ausstellung Nr. 5), officieller Ausstellungs-Bericht

Beiträge zur Gefchichte der Preife. 
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bei Weizen 12 Percent, bei Roggen 14 Percent, bei Gerfte 11 Percent, bei Hafer 
4 Percent. Da der mittlere Preis für einen Metzen Weizen in der erden Periode 
von 1848 bis 1855 mit 4 fl. 15 kr., in der zweiten Periode 1856 bis 1871 mit 5 fl. 
29 kr. fleh berechnet, fo abforbirt der Gewichtsunterfchied allein fchon um 56 kr 
und der 75pfündige Weizen wäre nur werth gewefen 4 fl. 73 kr.; aber auch nicht 
einmal fo viel, da bekanntlich für fehlende höhere Gewichtspfunde der Werth des 
Getreides weit rafcher abnimmt, als im arithmetifchen Verhältniffe. Aufserdem 
kommt für diefe Periode das Silberagio zu berückflchtigen, das den Preis in der 
zweiten Periode nochmals um 7 Percent oder 35 kr. fchmälert, und es id daher 
der Preis von einem Centner Weizen in eft'ectiverMünze feit 25 Jahren in Tloskau 
fad dationär geblieben.“ 
Baron Steiger hatte weiter diefen feinen Quellenarbeiten auch noch 
Unterfuchungen über altes böhmifches Mafs und Gewicht, fowie über die alte 
böhmifche Geldwährung angefügt, die im S c h e b e k’fchen Kataloge aufgenommen 
find, und von denen die letzteren, den Verfuch einer Ermittlung des reellen 
Werthes der Geldwährung enthaltend, fpäter im Zufammenhange mit einer 
allgemeinen Befprechung diefer Frage noch berührt werden müffen. 
Ein für das Verdändnifs preisgefchichtlicher Angaben fehr wichtiges 
Moment, die bei Entdehen eines jeden Preifes concurrirenden Quantitäten, aus 
welchen die Bedeutung der Rolle fleh ermeffen läfst, welche eine Waare in einer 
bedimmten Periode auf einem bedimmten Platze fpielt, fanden wir auch bei 
Steiger nicht berückflchtigt. Dagegen hatte die k. k Statthalterei in 
Böhm e n ein Elaborat über ihre Stiftungs-Domänen ausgedellt, in welchem 
von der Domäne Ronow eine werthvolle Ueberflcht gegeben war, wie viel an den 
einzelnen verzeichneten Naturprodukten nach dreijährigem Durchfchnitte des 
eindigen Herrfchaftskörpers erzielt, confumirt und exportirt wurde, wobei zugleich 
auch die Bevölkerungsziffern berückflchtigt waren. Diefs Elaborat enthielt auch 
fond werthvolle gefchichtliche Wirthfchaftsnotizen, welche freilich, fo wie fle Vor 
lagen, in ihrer Richtigkeit uncontrolirbar waren. Ebenfo fanden fleh wenigflens 
die Ertragsmengen eingehend dargedellt in dem Anhänge zum Elaborat der 
reichsgräflich Thun zu Hohendein’fchen Domänendirection in 
Rothenhaus bei Görkau in Böhmen, welcher aufser guten Rückblicken auf 
die Entwicklung des Rechnungswefens, auf die Münz-, Mafs- und Gewichtsverhält- 
niffe und Verfluche einer erden oberflächlichen Ausbeute der Preistabellen noch 
befonders nachwies. Das Körner- und Stroherträgnifs im Flachlande, die Pro 
duktion der Halm- und Körnerfrüchte 1809 bis 1858, den Wiefenertrag und den 
Ertrag von Schafwolle für diefelben Jahre. Auch in dem Werke der Max Egon 
Fürd zu Fürdenbergifchen Domäne n-Central direction in Prag 
über die grofse Waldherrfchaft Pürglitz (fle umfafst 6*7 Quadratmeilen), welches 
zwar nur einen kurzen Zeitraum (nur das 19. Jahrhundert) umfafste, aber fehr ins 
Detail ging, waren bei den Nachweifungen über Schafwoll-Preife auch die Schur- 
gewichtsverhältniffe nebd den Gefammtmengen der Schafe und der erfchorenen 
Wolle berückflchtigt, während die durch ihren Datenreichthum wahrhaft über- 
rafchenden Arbeiten der kaiferlichen Güterdirection zu Prag — es 
lagen von acht in Ausfleht genommenen Domänen erd fünf in Bearbeitung vor, 
und auch von diefen nur die eigentlichen Preisdaten — diefes wie andere 
wichtige wirthfchaftliche Momente in einem Anhang für jede der behandelten 
Domänen nachzuliefern verfprachen. 
Die Elaborate diefer Direktion über die Domänen Reich dadt, 
5 w o 1 e n o w e s, Bufchtiehrad, Katzo w und Brennporitfchen find nun 
von allen meid fehr dattlichen Werken über Domänen weitaus die bedeutendden 
in Bezug auf Vielfeitigkeit und Reichhaltigkeit der Daten gewefen. Das Inhalts- 
verzeichnifs über diefelben allein umfafste in dem S c h e b e k’fchen Kataloge 
50 Seiten und gewährte an fleh fchon ein intereffantes Bild der verfchiedenen 
Phafen, welche der Wirthfchaftsbetrieb auf diefen Domänen im Laufe der Zeit
	        
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