Beiträge zur Gefchichte der Preife.
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zutreffender gefagt hätte, den effektiven Silbergehalt der alten böhmifchen Münzen.
Denn es ifl ein Anderes, den Metallwerth eines beftimmten Geldes, ein Anderes
den reellen oder Sachwerth (die Kaufkraft) des Geldes feflftellen wollen. Letzteres
ift, beiläufig bemerkt, das fchwierigfte Problem der Preisgefchichte, welches erft
nach einer fein* umfaffenden und durchdringenden Bearbeitung der verfügbaren
Preisdaten einer Löfung entgegengeführt werden kann; Erfleres dagegen ift eine
der weiteren Bearbeitung vorangehende Aufgabe, welche gelöfl werden kann
theils durch Unterfuchung erhaltener Münzen felbft, theils durch Erforfchung der
Münzungsvorgänge, theils durch Feftftelltmg des Cursverhältniffes verfchiedener
Münzforten an der Hand der Münzordnungen und gefchichtlicher Nachrichten über
Feingehalt und Werthsverhältnifs der Münzen. Was auf diefem Wege erfunden
werden kann und auch gefunden werden mufs, wenn die Unterfuchung eine abgefchloflene
fein foll, das ift vor Allem die Kenntnifs des' Währungsmetalls, des
Münzfufses, der Legirung etc. Zu diefem die Befchafifenheit der Münzen betreffenden
Verhältniffen kommen noch hinzu und müffen als wichtig erforfcht werden die
gefetzliche Texation der Münzen, Wechfelcurs und Agio.
Aus dem Verhältniffe der Anzahl von Münzen, welche aus der gleichen
Einheit feinen Metalls in verfchiedenen Zeiten geprägt wurden, lernt man nur die
Verfchiedenheit des Münzfufses kennen — und felbft diefe nicht genau, wenn nicht
Legirung, Differenz des Feingehaltes bei groben und Scheidemünzen, Schlagfchatz,
Fehlgrenze etc. mitberückfichtigt werden — man erfährt alfo z. B., dafs ein
Wiener Pfennig im XIV. Jahrhunderte fo viel Silber enthielt, als jetzt 69 Kreuzer
öfterreichifcher Währung ; ein Pfennig im XIV. Jahrhundert ift aber defswegen
noch nicht gleich 6*9 Kreuzer öfterreichifcher Währung als Preisfatz, fo dafs dasfelbe
Quantum Waare 6*9mal fo theuer wäre, weil ja das Feinfilber nicht gleich
im Preife geblieben ift. Es ift ein weitverbreiteter, bedauerlicher Irrthum, von
welchem jedoch Baron Steiger trotz feiner incorre(ften Ausdrucksweife fich vollkommen
freigehalten hat, zu glauben, mit dem Verftändniffe der Veränderungen
des Münzfufses auch fchon das Verftändnifs für die Veränderungen der Preife zu
befitzen, indem man das Edelmetall (z. B. Mark Silbergewicht) als conftanten
Werthmeffer annimmt.
Aufser den Genannten haben fich befonders die Triefte r - und die Budap
e ft e r Handelskammer um das Verständnifs der öfterreichifchen Geldwerthe
und ihre Reduktion grofse Verdienfte erworben. Erftere hat in drei hübfchen gra
phifchen Tafeln die Bewegung des Silbe rag io in Trieft von 1834 bis 1852,
1853 bis 1862, und 1863 bis 1872 dargeftellt, woraus erfichtlich wird, dafs der
hochfte Stand des Agio per 65 '4 Percent im November 1850, der niedrigfte per
i V4 Percent im Februar und März 1866 beftand. Mit Meifterfchaft aber hat fich
die Budapefter Handelskammer diefer Aufgabe unterzogen, indem fie
nicht blofs gleichfalls in drei Tabellen den Curs von 100 fl. C.M. Silber in Bankozetteln
1799 bis 1811 von Monat zu Monat, ferner den Curs von 100 fl. C. M. in
Einlöfungs- und Anticipationsfcheinen (letztere feit 1813 ganz gleichberechtigt mit
den erfteren), eine Scala über den Curs der Bankozettel von 1795 bis März 1811,
feftgeftellt nach den Patenten vom 20. Februar 1811, endlich wöchentliche Curfe
des Silberagio 1848 bis 1872 bringt, fondernauch in mehreren Tabellen die Höbe
des jährlichen Umlaufes von Bankozetteln 1781 bis März 1811, ferner von Einlöfungs-
und Anticipationsfcheinen 1811 bis 1817, die Gefammtfumme der emittirten
Staatsnoten von Anfang 1849 bis Mitte Augufl diefes Jahres und den Stand des
Notenumlaufes von December 1848 bis Ende September 1857 (warum nicht weiter
fortgeführt r) darlegte und das Verftändnifs für diefe Zahlen durch die im Texte der
Einleitung ihres grofsartigen Werkes wefentlich beförderte.
Können wir Durchfchnittsberechnungen und Reducftionen als die unerläfslichen
Vorarbeiten einer jeden weiteren Bearbeitung preisgefchichtlicher Daten
bezeichnen, fo müffen wir nunmehr unfere Aufmerkfamkeit denjenigen Ausftellungsobje.cden
zuwenden, welche den Verfuch gemacht haben, erft Ergebniffe aus den