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Full text: Conserven, Extracte und Fleischwaaren (Gruppe IV, Section 5), officieller Ausstellungs-Bericht

Conierven, Extracte und Fleifchwaaren. 
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Umftände und befchränkt nothwendigerweife die Ausdehnung diefes Fabrica- 
tionszweiges. Eine künftliche Aufbewahrung ohne Gebrauch der Blechdofen, 
welche die Qualität des Fleifches unverändert erhält, bleibt daher eine noch 
offene und für die Conferveninduftrie hochwichtige Frage. 
Faft war man nahe daran zu vermuthen, dafs das vom Grafen Boos-Waldeck 
in der öfterreichifchenAbtheilung zurAusftellunggebrachte, inStücken äufserlich 
trockene Fleifch diefen Anforderungen entfpricht; es hielt fich wochenlang im 
Karten hängend, Anfchnitte zeigten, dafs das Stück im Innern faftiges, gefundes 
und gefchmackvolles Fleifch, roth in der Farbe, enthalte, alfo ganz fo befchaffen 
wie frifches Fleifch fei. — Leider verweigerte der Ausfteller der Jury jeden 
Auffchlufs über die Fabricationsmethode, anderfeits aber fehlten dem Produkt 
auch die Beweife der Haltbarkeit, ob das Fleifch in den Kiften ftramm gepackt 
fich nicht entzünde, ob es den Aequator fchon paffirte und die Reife glücklich 
beftanden habe. — Auf alle diefe Fragen war kein pofitiverBefcheid zu erlangen 
und da nach Angabe des Ausftellers feine Erfindung drei Jahre fchon befteht und 
noch immer keine Bedeutung imHandel erlangt hat, fo konnte die Jury nur einen 
mäfsigen Preis für diefes Objedt zuerkennen. Die Preiswürdigkeit der Fleifch- 
conferven wird immer nur durch ihre Haltbarkeit und Verwendbarkeit entfchie- 
den und wo diefelben nicht gegeben oder nicht erkannt werden, fehlt der Werth 
des Produktes. 
Fleifchextract. 
Der Fleifchextradf wurde bekanntlich im Jahre 1859 von Baron v. Liebig 
in die baierifche Pharmakopoe eingeführt und fchon im Jahre 1864 wurden in 
München an 5000 Pfund Rindfleifch jährlich zur Fabrication verwendet; kurz 
darauf wurde von einem deutfchen Jngenieur, Herrn Giebert, welcher mehrere 
Jahre in Südamerika gelebt hatte, in Fray Bentos eine Fabrik gegründet, wo 
gegenwärtig nicht weniger als 150.000 Stück Rinder per Jahr zu Extradl gemacht 
werden. Faft alle hatten fich an der Ausftellung betheiligt. Aufser der Liebig 
Extradt of Meat Company ftellten auch andere Fabriken Fleifchextradt aus, fo 
die von Lucas Herrera y Obes y Comp, in Montevideo, ferner die San Antonio 
Meat Extradt Company in Teoas und verfchiedene auftralifche Gefellfchaften. — 
Der Fleifchextradt fcheint fonach im Confum bedeutend zugenommen zu haben 
und wird durch die Kraft und Ernährungsfertigkeit, die er enthält, gewifs immer 
mehr fich verbreiten. 
Im deutfch-franzöfifchen Kriege hat derfelbe eine bedeutende Verwen 
dung gefunden und leiftete an Wiederbelebung fchwindender Kräfte ungefähr 
dasfelbe, was die Erbswurft für die Ernährung leiftete. 
Ein Pfund Extradt (der Auszug von 40 Pfund Fleifch mit Knochen) genügt, 
um aus Brot, Kartoffeln und Salz eine Fleifchfuppe für eine ganze Compagnie 
Soldaten herzuftellen. Für den häuslichen Gebrauch ift feine Verwendung bekannt 
und bringt auch jedes Viertel Pfund feine Gebrauchsanweifung mit. 
Schinken, geräucherte Wiirfte. 
Diefe Gattung Nahrungsmittel waren, da folche in jedem Lande viel 
genoffen und ebenfo häufig erzeugt werden, faft von allen Ländern in der Aus 
ftellung vertreten; befonders hervorzuheben find die Produdte diefer Art von 
Italien,Deutfchland, OefterreichtUngarn; diefe vier Länder erzeugen fehr viel und 
Vorzügliches und mit dem angenehmen Unterfchiede, dafs die betreffenden 
Fabricate unter einander im Gefchmacke fehr differiren. 
Es ift diefs nur damit zu erklären, dafs in den diverfen Ländern nicht nur 
verfchiedene Borftenvieh-Racen gezüchtet werden, fondern dafs deren Ernährung 
jedenfalls auch eine verfchiedenartige ift. 
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