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Volltext: Die Thonwaaren-Industrie (Gruppe IX, Section 2), offficieller Ausstellungs-Bericht

Die Thonwaaren-Induftrie. 
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Im Mittelpunkte des Halbkreifes der Exedra ftand auf hohem Piedeftal 
die vorzüglich modellirte Geftalt der Germania in gelber, warmfärbiger Terrakotta, 
eine anerkenneswerthe Leiftung in jeder Hinficht. 
Noch wollen wir auf die Mofaik-Fufsboden-Plättchen aufmerkfam machen, 
welche, zumDeffin zufammengelegt, von fchönerWirkung waren. Mar ch hat m den 
letzten Jahren gerade in diefem Zweige der Technik entfchiedene Fortfchntte 
gemacht^ icht ^ glekhe Vorwärtsgehen illuftrirte das Objedt der alten und_ beft- 
renommirten Fabrik von Auguftin, jetzt L aub an e r A c t i e n ge feilfch aft für 
Architektur, Th o n w a ar e n und Kfi n ft z i e g e 1 - Fa b r ik e n. Zwarwarauch 
hier die Qualität der ausgeftellten Ziegel und Bauornamente, die zu einem fehonen 
Verblend Mauerwerke an dem ausgeftellten Porticus vereint waren, eine tadeUofe 
wie wir üe von diefer alten Fabrik zu fehen gewohnt find, welche wefentlich mit 
dazu beitrug in Deutfchland den Rohbau-Stil von Neuem einzuburgern und 
welcher die°Architektur wohl zuerft feit 1854 ein richtiges Materiale hiefur ver 
dankt aber ein Fortfehreiten in der eingefchlagenen Bahn, namentlich aber eine 
Vervollkommnung der glafirten Terracotta-Waare zu Bauzwecken ift nicht zu con- 
ftaüren und dieW Gefchmacksrichtung des Ornamentes hat eben ei den 
letzten Taliren auch nicht gewonnen. Hier wie fo oft, ja wie faft immer, tritt die 
merkwürdige Erfcheinung zu Tage, die auch beifpielsweife in der Bronce- und Mobeh 
induftrie eben auf der Weltausftellung zu beobachten war, dafs mit dem Uebeigange 
eines Gefchäftes in die Hände einer Adliengefellfchaft zwar deffen Betrieb erweitert, 
die technifchen Verfahrungsweifen vielleicht ab und zu vervollkommnet werden, 
dafs aber die künftlerifche Seite der Induftrie vernachläffigt und auf Koften einer 
aimeftrebten Maffenprodmftion von Mittelwaare hintangefetzt wird Und doch 
wären folche Gefellfchaften eben durch die gröfseren ihnen zu Gebote flehenden 
Mittel berufen, durch Heranziehen eminent künftlerifcher Kräfte tonangebend 
bei Hebung der äfthetifchen Seite unferer Kunftmduftrie zu wirken. 
Die S G reppinerWerke, bekannter als jene von A. S t a n g e in Bitterfeld, 
haben alle Anftrengungen gemacht, ihr Fabricat zur Geltung zu bringen, und eine 
grofsartige Säulendecoration im Zufammenhange mit Fagaden-Rohbau zur Aus- 
ftellung lefandt. Sie haben damit den Beweis eines recht fleifsigen Fortarbeitens 
gegeben ^ FH e ausgeftellte Fontaine mit badenden Kindergeftalten wollte uns zwar 
hi Compofition und Modellirung weniger gefallen, war aber als Terracotta ein ganz 
gehinge P nes Stück Arbeit. Auch hier war die verwendete Maffe hart gebrannt und 
dmht^voi^angenehm^wamerjarb^^g das ftark ge finterteMateriale, 
das Villeroy & Boch in Mettlach zu ihren Terracotta-Waaren verarbeiten. Die 
Modellirung die verfchiedenen fteinähnlichen Tone des Materiales, die Vereinigung 
mehrfarbiger Mafien an einem Stück, an Medaillen und Wand-\ erkleidun s- 
platten an denen das Relief von verfchiedener Farbe als der Hintergrund galten 
ft ku"; d"e ganze hieher gehörige Aufteilung des ftrebfamften und bedeutendften 
aller deutfehfn Thonwaaren-Fabnkanten zeugte von befter Gefchmacksrichtung und 
eine “gehenden Studium des Materiales, das vorzüglicher nicht gedacht 
werden kaum ^ Colleaion von Terracotta-Figurenund Poftamenten, 
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reinem Farbenton war eine lobenswerte Auswahl der Modelle und forgfaltige 
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als diefs bei ähnlichen Imitationen fonft der Fall ilt. „ ~ 
T Schwarz in Nürnberg brachte ein eigenthümliches Produdl von Ter,a- 
cotta, welcher fein gemahlene Speckftein-Maffe, die Abfälle feiner Gasbrenner und
	        
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