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Full text: Der Unterricht in der Geschichte (Theilbericht der Gruppe XXVI), officieller Ausstellungs-Bericht

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Dr. Emanuel Hannak. 
diefer Literatur kennzeichnen. Es foll genügen, als Beifpiele einige der bedeut- 
famften Handbücher diefer Art namhaft zu machen, Zu diefen gehören für die 
reifere Jugend der OberclalTen: Guhl und Koner: Das Leben der Griechen und 
Römer, und Overbeck’s Pompeji mit mehr wiifenfchaftlichem Charakter und die 
populärergehaltenenWerke derSpamer’fchen Jugendbibliothek,z.B.O p p e l’s „Land 
der Pyramiden“, Wägner’s „Hellas undRom“, Göll’s „illuftrirte Mythologie und 
gelehrtes Alterthum“, Otto’s „Pantheon“, Bilder aus der Gefchichte Friedrich 
Wilhelm I. und Friedrich II., O. Höcket’s „Vaterländifches Ehrenbuch und das 
grofse Jahr 1870 auf 1871 u. A. 
Um einzelne Seiten der Cultur der Völker recht lebendig der Jugend zu 
vergegenwärtigen, hat man es verflicht, Modelle der von ihnen erzeugten Bauten 
oder Geräthfchaften zu entwerfen. Wenn in einem anderen Staate die Pfahlbau 
ten der Urbewohner nachgebildet erfcheinen, fo hatte Deutfchland befonders das 
Kriegswefen der Griechen und Römer durch ausgeftellte Modelle illuftrirt. Ein 
grofses Kriegsfchiff (Pentere), mehrere fchwere Gefchütze, ein Skorpion, zwei 
Katapulten und eine Bailifte, fowie zwei Pilen ftanden in zierlicher Nachbildung 
vor uns und zeugten von der Gründlichkeit, mit welcher Dr. K ö r b 1 y die zerffreu 
ten Ueberlieferungen des Alterthums über diefen Zweig der Cultur zu verwerthen 
wufste. — Auch die römifchen Soldaten, die Du Bois in Hannover in 
Zinn nachgebildet ausftellte, find weniger Spielzeug als befonders Hilfsmittel zum 
Verftändnifs des römifchen Kriegswefens. — Aehnliches gilt von den Helden und 
Götterfiguren aus dem trojanifchen Kriege, die eine Spielwaaren-Handlüng aus 
Sonneberg (Meiningen) zur Ausftellung brachte. 
Soll aber der Gefchichtsunterricht auf der oberften Stufe der Mittelfchule 
das Intereffe der fchon gereiften Jugend in höherem Grade feffeln, fo mufs diefe 
zur Selbftthätigkeit nicht blofs durch Reproduftion des Percipirten, fondern durch 
felbftftändige Produftion angeregt werden. Darum hat fchon wiederholt, 
und am lauterten Dr. C. Peter in feinem weit verbreiteten Buche über Gefchichts 
unterricht an Gymnafien an diefen Anftalten Lectüre der Quellen gefordert. 
Das Ideal, das Peter anftrebt, ift wohl nirgends auch nur annähernd erreicht 
worden. Man konnte die allgemeine Gefchichte aller Zeiträume nicht quellen- 
mäfsig behandeln. Dazu fehlte es in Gymnafien an Zeit und auch an den nöthigen 
Sprachkenntniffen. Aber bei dem Umftande, dafs das Gymnafium das hauptfäch- 
lichfte Gewicht auf das Griechifche und Lateinifche legt, lag es nahe, die in diefen 
Sprachen gewonnenen Kenntniffe auch in der Gefchichte derartig zu verwerthen, 
dafs die wichtigften Quellenwerke der griechifchen und römifchen Gefchichte 
gelefen werden. Durch die Leftüre und Kenntnifs der Quellen wird die 
Gefchichte des claffifchen Alterthums um fo feiler der Jugend eingeprägt und fie 
in den Stand gefetzt, die erften Schritte in f e lb ftft ä n d i g e r F orfchung 
zu machen. Als Anleitung zu diefer Thätigkeit find den meiften Lehrbüchern für 
Gefchichte des Alterthums die Quellen entweder vor jedem gröfseren Abfchnitte im 
Allgemeinen oder bei jeder überlieferten Thatfache im Befonderen angeführt. In 
erfter Art ift z. B. das Lehrbuch für Oberclaffen von Dr. D. Müller, in letzterer 
das von Di e tfch abgefafst. Auch wurden fchon oben Peter’s Gefchichts- 
t ab eilen zur griechifchen und römifchen Gefchichte als geeignetes Mittel nam 
haft gemacht, um die Gefchichte des claffifchen Alterthums quellenmäfsig zu 
lehren. Ueberdiefs find befondere chronologifch angeordnete Sammlungen der 
Gefchichtsquellen der Griechen und Römer angelegt worden. Von den älteren 
abgefehen ift aus der neuerten Zeit „das hiftorifche Quellenbuch zur alten 
Gefchichte“ von Herbft, Baumeifier und Weidner namhaft zu machen. 
Die neuerte Zeit hat neben der griechifchen und römifchen auch die 
deutfche Gefchichte zu Ehren gebracht. Das in den F reiheitskriegen erwachte 
Nationalbewufstfein konnte die folgende Readlion nicht unterdrücken. Unter 
dem äufseren Drucke erhob es fich nur noch mit um fo gröfserer Kraft. Die 
durch den Freiheitsminifter Stein angeregte Sammlung deutfcher Gefchichts-
	        
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