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Full text: Der Unterricht in der Geschichte (Theilbericht der Gruppe XXVI), officieller Ausstellungs-Bericht

Der Unterricht in der Gefchichte. 
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gefchehen. Die „Simples Recits d’hiftoire de France“ par Ducondray et Feillet 
können uns über die Art und Weife der Behandlung Auffchlufs geben.,— Im 
I. Jahrgange foll in wöchentlich zwei Stunden alte, befonders griechifche, römifche 
und mittelalterliche Gefchichte betrieben werden, ein Lehrftoff, der unmöglich in 
diefer kurzen Zeit bewältigt werden kann. In Emil K I e i n e's „Recits d’hiftoire 
ancienne Grecque, Romaine et de moyen age“ erblicken wir ein Lehrbuch für 
d.efe Claffe. - Für den II., III. und IV. Jahrgang ift Gefchichte Frankreichs, für 
den letzten auch Gefchichte der Erfindungen vorgefchrieben. Kleine’s zweiter 
band und Simonet’s „hiftoire de France“ etc. werden hiebei als Leitfaden ver- 
wendet. beide Werke reichen blofs bis 17S9, woraus wir fchliefsen dürfen, dafs 
man überhaupt nicht weiter zu kommen vermochte, hauptfächlich wohl darum 
weil das Lehrziei des I. Jahres zu weit gedeckt ift. Ein eigenes Werk über die 
Gefchichte der Erfindungen lag nicht vor. — Dafs neben den Büchern auch Iva r- 
ten beim Unterrichte benützt werden, beweift die Beigabe folcher in Kleine’s 
.Lehrbuch. 
Bei dem claffifchen Secundärunterricht an den Lyceen wurde dem 
Geichichtsunterncht eine wichtigere Stellung eingeräumt. Er ift in den vier 
oberen Claffen (Divifion fuperieure) mit je zwei Stunden bedacht und wird in 
zwe' Abheilungen ertheilt. - Die erfte Stufe umfafst die drei erften Jahrgänge 
iD.vtfion elementaire, die 9., 8. und 7. Claffe) und befchränkt fich auf ein 
fache Erzählungen aus der heiligen Gefchichte (in 9. und 8.) und auf die Gefchichte 
Frankreich 5 (in !■)■ Mit der 6. Claffe (Sixi^me) beginnt der fyftematifche 
Gefchichtsunterricht und zwar ift für diefelbe Gefchichte des Orients, für die e Claffe 
Gefchichte des alten Griechenland, für die 4. römifche Gefchichte, für die s Ge 
fchichte Frankremhs und des Mittelalters vom V. bis XIV. Jahrhundert, für die 
2 Gefchichte Frankreichs, des Mittelalters und der Neuzeit vom XIV. bis XVII 
Jahrhunderte für die 1 Claffe (Rhetorique) moderne Gefchichte und'Gefchichte 
Irankre'chs v°m X VI I Jahrhunderte bis 1815 vorgefchrieben. Ueberdiefs wird in 
dei Philofophie (der deutfchen Oberprima) Gefchichte der Neuzeit von 1789 bis zur 
Gegenwart gelehrt, im auffallenden und kennzeichnenden Gegenfatz gegen Deutfch- 
and wo in der Oberprima befonders auf Wiederholung der alten Gefchichte und 
Herbeiziehung der Quellen Werth gelegtwird. Charakteriftifch iftauch derUmftand 
dafs nur die franzofifche Gefchichte den Vorzug befitzt, auf zwei Stufen gelehrt zu 
weiden und dafs überhaupt der Gefchichtsunterricht im Mittelalter und der Neu 
zeit auf franzofifche Gefchichte befchränkt ift und fich nicht zu einer univerfellen 
pragmatischen Gefchmhte erhebt. Fügen wir noch hinzu, dafs in den meiften 
ehrbuchern Alles gethan 1 ft, um der Nationaleitelkeit zu fchmeicheln, fo erklärt 
fich aus diefem Umftande fchon der enge Horizont, den felbft gebildetere Fran- 
zofen in der Gefchichtskenntnifs haben. — Dafs aber in Folge der letzten Köln 
ftrophe die beffere Einficht platzgreift, beweift ein Circular der Regierung vom 
27. September 1872, das bei Gelegenheit des Studienplanes für die Lyceen fich 
UQer den Gefchichtsunterricht folgendermafsen äufsert: „Le profeffeur doit 
? V ° lr . P °. Ur b “ t ^ e ( . faire , aimerfon Pays; mais il ne fautpas arriver 
a ce buten falfif, an t les faits. Outreque le premier devoir de 
lhiftorieneft detre vrai, le.s defillufions viendraient trop vite 
et feraittrop fu 11 e ft e s. T o u t e fc 1 e n c e donne, outre fön enfeigne 
ment fpecial, un_ enfeignement general, l’hiftoire furtout Elle 
doit donner le gout de l’exactitude et de la veracite. Quand on dit 
Clans un cours public, qu’il n'y a pas en de vaincus i Waterlo o on 
attne des applaudiffements; mais il vaut mieui dire, q u e 1 a 
1 anc e aete vaincus a Waterloo et en chercher caufe. Si meine 
nous avons mente d’Stre vaincue il faut l'avouer. Ltfciencee. 
aut re chofe, que la poefie, l’hiftoire est toutautre chofe qu’un 
oman, le patriotisme eft un fentiment ferieux et facre qui ne 
c oit pas £tre fu Seite et entretenu parle menfonge. Les profeffeurs 
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