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Full text: Der Schreibunterricht (Theilbericht der Gruppe XXVI), officieller Ausstellungs-Bericht

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J. Hüpfcher. 
Sch reib- Federnhalter. Die moderne Induftrie hat die mannigfaltigften 
Stoffe zu diefem nothwendigen Schreibbehelfe verwendet, hauptfächlich Holz, 
Bein, Metall und Kautfchuk. Ebenfo erfinderifch war fie in Hinficht der Form. 
Nach unferem Dafürhalten, das fich auf eine langjährige Praxis, fowie eine richtige 
Hygiene bafirt, find Metallgriffe die unzweckmäfsiglten, Holz oder Cork die 
geeignetften Materialien zu Federgriffen oder Haltern. Was die Form betrifft, fo 
find die voluminöfen Federhalter jedenfalls den dünneren, felbft für kleine Kinder, 
bei Weitem vorzuziehen. 
Schreibtinte. Bei dem faft. allgemeinen Gebrauche der Stahl-Schreib 
feder hat die Tinte eine noch gröfsere Wichtigkeit erlangt, als es früher in der 
Periode der Gänfekiele der Fall war. Die Tinte hat fehr oft die hervorragendfte 
Schuld, wenn es mit einer Feder nicht vorwärts gehen will. 
Die Farbe der Tinte thut wenig oder nichts zu ihrer befferen oder fchlech- 
teren Qualification, und bleibt Gefchtnackfache. Aber ihre chemifche Zubereitung 
und Confervirung in einem fehr flüffigen Zuftande, in einem nicht ftark poröfen 
Gefäfse ift das Entfcheidende. Rothe Tinte follte Schulkindern nie zum Schreiben 
geftattet werden. 
Jede Tinte, die in einem zugedeckten Glasgefäfse gut flüffig bleibt und 
fehr wenig „Satz“ bildet, ift gut. Hingegen ift vor lolchen fchleimigen Tinten zu 
warnen, dienurfchwer in continuirlich kleinen Quantitäten von der Feder abfliefsen, 
oder auch dünnflüffigen Tinten, die durch ihre grofse Neigung zum Gerinnen 
immerwährende Veranlaffung zum Putzen der Feder geben, und die felbft ftunden- 
lang nach ihrer Eintrocknung fich noch leicht verwifchen laffen. Selten wird mit 
einem Artikel fo viel Mifsbrauch im Handel getrieben, wie gerade mit diefem. 
Freilich wollen viele nur fehr billige Tinte haben. Gute Waare aber verdient gut 
gezahlt zu werden. 
Kreide. Da diefes Schreibmaterial in erfter Linie nicht eigentlich für 
Schüler, fondern für den Lehrer mafsgebend ift, fo fei hier kurz erwähnt, dafs nur 
gut gefchlemmtes Material ohne die fatalen Sandkörner, welche die Hand eines 
Kalligraphen zur Verzweiflung bringen und alle Wandtafeln in der kürzeften Zeit 
unbrauchbar machen, zu empfehlen ift. In manchen Städten ift es geradezu eine 
Unmöglichkeit, fich eine reine Schreibkreide zu verfchaffen. An Anpreifungen und 
Ausflüchten laffen es die Herren Verkäufer freilich niemals fehlen. Alfo gut 
gefchlemmte Kreide ohne obligaten Sandinhalt! Da die Kinder oft aus ziemlicher 
Ferne von der Schultafel zu copiren haben, fo ift es f durchaus nicht gleichgiltig, in 
welchem Farbenzuftande diefe fich befindet, oder ob die Kreide fchön weifs und 
weithin Achtbar abfärbt oder nicht. 
Betreffs der einzelnen hierauf bezüglichen Gegenftände verweifen wir auf 
den Bericht Gruppe XI, Seite 3, von J. Nagel. Unfer Bericht verfolgt andere Ziele. 
So weit es aber nöthig, kehren wir im Folgenden darauf zurück. 
Der Schreibunterricht. 
Amerika. 
Subfellien. Die hohe Stufe, auf welche fich das Schulwefen im Allge 
meinen in Nordamerika in fo unglaublich kurzer Zeit emporfchwang geht 
naturnothwendig mit den humanitären Beftrebungen für die Schule felbft in fehr 
erfreulicher Weife Hand in Hand. Freilich läfst fich nicht gerade Alles, was 
die philantropifche Fürforge zum Wohle der Schuljugend erfonnen, abfolut gut 
heifsen, theils weil fie zu einfeitig, theils zu kühn und über das praktifche
	        
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