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Full text : Der Schreibunterricht (Theilbericht der Gruppe XXVI), officieller Ausstellungs-Bericht

Der  Schreibunterricht.

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Der  Schreibunterricht,  als  integrirender  Theil  des  gefammten  formellen
Schulunterrichtes,  hatte  fich  in  Frankreich  in  früheren  Zeiten  keiner  behinderen
Beachtung  zu  erfreuen,  dafs  es  aber  auf  diefe'm  wichtigen  Segmente  der
Jugenderziehung  in  neuefter  Zeit  auch  vorwärts  geht,  bewiefen  die  vielen  ausgeftellten
  Schreibmethoden  und  Schriftproben  von  Schülern  der  Volks-  und
Mittelfchulen.
Mafficault  Th.  aus  Paris  ftellte  feine  verbefferte  Schreibunternchts-Methode
  aus.  Das  ganze  Syftem  ift  pädagogifch  fortfehreitend  angeordnet,
fafslich  und  frei  von  Ueberladungen.  Die  Schriftformen  find  hiibfch  und
practifch,  ja  zum  Theile  von  edler  Einfachheit.  Die  Schreibmethode  verdient
Anerkennung  von  Seite  der  franzöfifchen  Schulbehörden.
Colombei,  Paris.  Progreffiver  Schreibunterricht,  eine  gut  geordnete
Lehrmethode.  Die  Lateinfchrift  ift  nichts  Befonderes,  hingegen  die  Ronde
fehr  hübfeh  ausgeführt.
L.  Deupes,  Paris,  hat  eine  Schreibmethode  eingefandt,  die  von  der
Univerfite  de  France  approbirt,  in  zwölf  zum  Theile  vorpunktirten  Schriftformen, ­
  als  Anleitung  zum  Schul-  und  Selbftunterrichte  dienen.  Die  Methode
ift  eine  gut  geordnete,  die  Schriftformen  find  einfach  und  hübfeh.
Flament,  Donai,  Vorlagen  für  eine  auf  die  ,,Ronde“  bafirte  franzöfifche
  Nationäl-Handfchrift.  Herr  Flament  hat  auch  Schriftproben  feiner
Schüler  ausgeftellt,  die  fich  ganz  gut  anfehauten.  Die  einfache  curfive  Lateinfchrift ­
  ift  ihm  weniger  gut  gelungen,  befonders  haben  die  Grofsbuchftaben
nicht  die  gediegendften  Formen.
Leon  Franpois  exponirte  ein  Handbuch  der  Kalligraphie  mit  hiibfchen.
  flüffigen  und  leichten  Formen.  Taiclet  M.  J.,  Remirmont,  brachte
Vorlagen  und  eine  vom  öffentlichen  Diftrias-Schulvorftande  genehmigte  Lehrmethode, ­
  mit  hübfeher  Schrift  und  guter  Anordnung  für  den  Unterricht.
Gedalge,  Paris,  brachte  Vorlagen  und  Schreihhefte  mit  theils  vorgezeichnetem ­
  Unterdrück,  theils  mit  leeren  Linien  zur  freien  Nachahmung.  Die  Kleinfchrift
  ift  gut  ausgeführt,  ebenfo  das  grofse  Latein;  hingegen  find  die  Formen
der  Grofsbuchftaben  mangelhaft.
Victorin  zeigte  eine  practifche  Schreibmethode,  doch  mit  etwas  veralteten ­
  Schriftformen  von  zweifelhafter  Schönheit.  Diefe  Schreibmethode  vertheilt ­
  fich  auf  eine  Serie  von  Schülerheften.  E.  M.  C.,  eine  Schreibmethode,
um  den  Schreibunterricht  zu  vereinfachen,  mit  zum  Theil  vorpunktirten  Buchftaben.
  Die  Schrift  ift  gut,  die  Ausführung  recht  gefchickt.
Touffaint  E.,  Schulinfpeaor,  fandte  eine  Sammlung  von  Schüler
fchriften  aus  dem  Arrondiffement  Peronne;  Gedalgo  (junior),  Schulvorlagen
in  Schülerheften,  die  in  den  Volksfeinden  von  Paris  angewendet  werden.  Gute
Methode,  hübfehe  Formen.  Boscary,  eine  einfache  fchulgerechte  Schreibmethode'für
  die  italienifch  fprechenden  Provinzen  Frankreichs.
Die  Schülerhefte  mit  Vorlagen,  welche  Godchaux  herausgab,  haben
acht  Blätter  gutes  Schreibpapier  nebft  Einfchlagsdecke  und  werden  zum  Preife
von  fechs  Centimes  verkauft.
Die  chriftlichen  Schulbrüder  itnd  die  „Schwellern  der  Vorfehung“
  brachten  Schülerfchriften,  von  denen  fich  befonders  die  kalligraphifchen
Mädchenarbeiten  vortheilhaft  präfentirten  durch  hübfehe  Züge  und  gefchmackvollen
  Anordnung  des  Ganzen,  zum  Theil  mit  hübfehen  Randverzierungen.
Eine  neue  Methode,  Taubftummme  und  Hörende  zugleich  fchreiben  und
lefen  zu  lehren,  ift  eine  intereffante  Erfindung  von  Herrn  Emil  Groffelin  in
Paris  und  heifst  phonomimifche  Unterrichtsmethode,  bafirt  fich  auf  mimifche
Zeichen  die  auf  ein  kurzes  ftenographifches  Syftem  übertragen  und  aus  diefem
erft  in  die  gewöhnliche  Schreibfchrift  umgefetzt  werden.  Nach  den  Zeugniffen
von  Schulvorftänden  foll  diefe  Methode  fich  fehr  practifch  erweifen,  und  fei
hiermit  allen  Lehrern  von  Taubftummen  zur  Prüfung  empfohlen.  Der  Erfinder
            
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