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Franz Kupelwiefer.
phosphorhaltende Erze zu verarbeiten haben, weil nach Siemen’s Angabe die
Abfcheidungdes Phosphors ziemlich vollftändig erfolgen foll. Es wird diefer Procefs
jedoch nicht an allen Orten anwendbar werden (ich will hier nicht von den vielen
Schwierigkeiten fprechen, die fich bei Einführung jedes neuen Proceffes oft fehr
empfindlich bemerkbar machen), weil man wenigflens bis jetzt nur reiche Erze
verarbeiten kann. Nicht zu leugnen ift, dafs diefer Procefs , wenn er ziemlich
allgemein Eingang finden kann, ein epochemachender genannt werden kann. Zu
empfehlen ift es Her,rn Siemens, dafs er keine zu hohen Patenttaxen verlangt,
damit es ihm nicht wie mit der Einführung feines gewifs vorzüglichen Feuerungsprincipes
ergehe. Für Oefterreich fpeciell kann die Einführung diefes Proceffes
von aufserordentlichem Vortheile fein.
Bezüglich der Durchführung des Puddlingsproceffes finden wir in den
Modellen des Danks’fchen und Seller’fchen Ofens Hilfsmittel, um einen Theil der
Handarbeit durch Mafchinenkräfte erfetzen zu können. Alle diefe Oefen bieten
nur in ihrer Anordnung etwas Neues, während das Princip fchon früher mehrfache
verfuchsweife Anwendung fand.
In England und Oefterreich, weniger in den anderen Ländern, hat fich die
Anwendung der Siemensöfen Bahn gebrochen, und find in der Einrichtung derfelben,
vorzüglich aber in der Art der Gaserzeugung wefentliche Fortfehritte
gemacht worden.
Ebenfo find die Fortfehritte in der Stahlfabrication nicht unbedeutend zu
nennen, und find es vorzüglich die Fortfehritte , welche bei Durchführung des
Beffemer und Martinproceffes gemacht wurden, welche hervorgehoben zu werden
verdienen. Erft in diefem letzten fünfjährigen Zeitabfchnitte haben fich die
Beffemerprodudle das volle Vertrauen der Eifenconfumenten zu erwerben gewufst.
Auch Deutfchland, welches mit der allgemeineren Einführung diefes Proceffes
lange Zeit zögerte, machte in der letzten Zeit grofse Anftrengungen, um das
Verfäumte nachzuholen. Als Neuerung bei diefem Proceffe kann die Anwendung
von hoch erhitztem Wind erwähnt werden, welche in Zeltweg eingeführt wurde.
Der Martinproeefs, welcher im Jahre 1867 fozufagen zum erften Male vor
der Oeffentlichkeit erfchien, hat fich gegenwärtig eingebürgert und liefert, richtig
angewendet, vorzügliche Refultate.
Nicht unerwähnt darf die Anwendung des fogenannten Ueberhitzens des
Stahles, worüber fchon früher detaillirt gefprochen wurde, bei Ausführung von
Fagongüffen, bleiben.
Befonders hervorgehoben zu werden verdient das Beftreben fo vieler
Hüttenwerke, durch rationell durchgeführte Feftigkeitsproben auf eine zweckentfprechende
Verwendung ihrer Produtfte hinzuweifen, die Anforderungen,
welche unter verfchiedenenUmftänden anEifen und Stahl gemacht werden können,
auf das richtige Mafs zurückzuführen. Die Producenten gaben dadurch den
Confumenten gleichfam das Mittel an die Hand , das für den jeweiligen Bedarf
entfprechendfte Materiale zu wählen.
Diefs war der Grund, der mich beftimmte, diefe oft umfangreichen Tabellen
fo vollftändig als möglich aufzunehmen , um auf den rationelleren Weg zur
Beftimmung von Uebernahmsbedingungen etc. aufmerkfam zu machen, und hielt
diefs für um fo nothwendiger, weil fo wichtige Arbeiten in Ausftellungen , da fie
eben nicht fo fehr in die Augen fallen, fo leicht überfehen werden.
Nach diefer kurzen Aufzählung von Fortfehritten, brauche ich nur, um die
zuerft aufgeworfene Frage zu beantworten, hier anzuführen, dafs der einzige
wefentliche Fortfchrittt der im Jahre 1867 verzeichnet werden konnte, in der Einführung
des Martinproceffes beftand.