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Full text: Das Hüttenwesen (Gruppe I, Section 2 und 3), officieller Ausstellungs-Bericht

Das Hüttemvefen. 
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Der bleibende Rückftand wird bei möglich!! niederer Temperatur mit 
150 Percent Soda behandelt, wobei man beinahe alles Blei und zwar, mit einem 
etwas höheren als dem urfprünglichen Silberhalt im metallifchen Zuftande erhält. 
Diefes Blei wird der Entfilberung mittelft Zink zugetheilt. 
Die Schlacke enthält etwas Bleioxyd, Zink und Kupfer in Form von 
fchwarzem Kupferoxyd, Silber zur Hälfte in Form eines feinen metallifchen 
Pulvers, zum Theil als Oxyd. Die Schlacke wird zerkleinert, mit Wader aufgelöft 
und filtrirt. Das Filtrat wird mit Soda eingedampft, während die Rückftände aus 
etwa io Theilen Zink, 5 Theilen Kupfer, 1 Theil Silber und etwas Bleioxyd 
beftehen, und mit Schwefelfäure, welcher etwas Salpeter zugefetzt wird, behandelt 
werden. Der unlösliche Rückftand enthält das Gold und Schwefelblei. Aus 
der Löfung wird Silber als Chlorfilber ausgefüllt, dann Kupfer mit Schwefel 
calcium und fchliefslich Zink durch Kalk als reducirbares Oxydhydrat. 
Der Bleiverluft foll nach Payen’s Angaben (welchen diefe Befchreibung 
entnommen ift) verfchwindend klein fein. 
Anwendung foll die Natrometallurgie nach Payen bei folgenden Hütten- 
proceffen finden können: 
Beim Reinigen des Bleies, 
beim Entzinken des Bleies und des filberhältigen Schaumes, 
bei der Reinigung filberhältiger Kupfer und alter zufammengefetzter 
Legirungen, 
bei der Behandlung von Platin, Gold und Silbererzen, 
bei der Behandlung von Chromerzen. 
Bezüglich der Verarbeitung von Blei hatte Laveiffiere & Sohn in Paris 
eine fehr hübfche und reichhaltige Ausftellung, wie z. B. gewalzte Bleiplatten 
von 3400 x 12.000 Millimeter, ja Bleche bis 30 Meter lang und 1 Meter breit, 
Bleiröhren von verfchiedenen Durchmeffern und Querfchnitten , darunter ein 
Bleirohr von 2800 Meter Länge, aus einem Stücke geprefst etc. 
Sehr lehrreich und intereffant waren die Ausftellungen der deutfchen 
Metallhütten, und fanden wir in der Ausftellung des königlich preufsifchen Ober- 
bergamtes zu Clausthal die Produkte des dortigen Hüttenproceffes fehr lehrreich 
und inftructiv zufammengeftellt. Befonders hervorgehoben zu werden verdienen 
die Verfuche bezüglich der Anwendung von gröfseren mehrförmigen Oefen, wobei 
man fchliefslich von der durch General Rafchette empfohlenen Form wieder 
abgegangen ift und die runde Form adoptirte, indem die mit runden Oefen 
erzielten Refultate beffer, und die- Durchführung der Arbeit für die Arbeiter 
wefentlich erleichtert wurde. Ein fünfförmiger, runder Ofen, von etwa drei Fufs 
Durchmeffer in der Höhe der Formen und einem Durchmeffer von 4V4 Fufs an 
der Gicht (den nach den bisherigen Erfahrungen als beft anerkannten Dirnen 
fionen) erzeugt per 24 Stunden 60 bis 65 Zentner Blei, während ein zwölf 
förmiger Rafchette’fcher Ofen nur 110 Centner zu erzeugen vermochte. 
Gegenwärtig fteht in Clausthal auch nur mehr ein Rafchette'fcher acht 
förmiger Ofen, und felbft diefer ift nicht mehr im Betrieb. 
Aehnliche Erfahrungen wurden auch in Freiberg bezüglich der Conftruction 
der Oefen gemacht und können die Fortfehritte, welche gemacht wurden, am beften 
aus folgender Zufammenftellung entnommen werden : 
In 24 Stunden wurden in Freiberg verfchmolzen: 
In einem Doppelofen (beide Formen an der Rückwand) mit 2750 Pfund 
Coaks 70 Centner Erze oder 200 Centner Erze mehr Zufchläge. 
In einem vierförmigen Ofen (alle vier Formen an der Rückwand) mit 
6500 bis 6600 Pfund Coaks 200 Centner Erze oder 600 bis 700 Centner 
Erze mehr Zufchläge. 
In einem achtförmigen runden Ofen mit 10.000 Pfund Coaks 700 Cent* 
ner Erze oder 1300 Centner Erze und Zufchläge. 
Es wurden fomit mit je einem Pfund Coaks verfchmolzen:
	        
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