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Full text: Das Hüttenwesen (Gruppe I, Section 2 und 3), officieller Ausstellungs-Bericht

Das Hüttenwefen. 
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Pafchkoff Bafil erzeugt zu Bogoiavlenfk und zu Verkhotourie jährlich 
4200 Centner Kupfer aus oxydirten Erzen , welche unmittelbar mit Plolzkohlen 
im Schachtofen auf Schwarzkupfer verfchmolzen werden, welches in Garherden 
verblafen wird. Die ärmeren Erze werden mit den ärmeren Schlacken auf Kupfer 
und Kupferfauen verfchmolzen, während die reicheren Schlacken mit den reicheren 
Erzen verhüttet werden. Ausgeftellt waren Drähte und feine Bleche, um die Qua 
lität des Kupfers zu zeigen. 
Die Hütten z u J o u g o w erzeugen per Jahr etwa 3000 Centner Kupfer 
und aus denselben überwiegend Bleche zur Fabrication von Patronen. 
Die Gebrüder Siemens erzeugen in Kedabek (Transkaukafien) bei 
Tiflis aus fehr fchönen Kupferkiefen Kupfer, und haben Erze fowie Kupfer aus 
geftellt. 
In den Ausftellungen aller orientalifchen Länder fanden wir ziemlich reich 
liche Sammlungen von Kupfergefäfsen, welche fowohl, was die mechanifche Durch 
führung der Bearbeitung als auch felbfl die äufsere Form anbelangt, wenig zu 
wünfchen übrig laffen, defto weniger ifl aber über die Gewinnung des Kupfers 
felbft angegeben oder zu erfragen. Nur in Japan waren Kupferbarren mit auffallend 
fchöner rother Oberfläche ausgeftellt, welche dadurch erzielt werden fall, dafs das 
Kupfer in kleine Formen aus Holz, die mit Tuch überzogen find und fleh im warmen 
Waffer befinden, gegolten wird. Es foll eine befondere Gefchicklichkeit dazu 
gehören, diefe Arbeit durchzuführen. Erzeugt wird das Kupfer dafelbft mit ganz 
ähnlichen Proceffen wie die bei Verarbeitung von kiefigen Erzen in Europa noch 
theilweife in Anwendung flehen, nur dafs die Oefen etc. in fehr kleinen Dimenfionen 
ausgeführt find. 
Nickel und Kobalt. In Beziehung auf diefe beiden Metalle finden wir 
eine fehr intereffante Ausftellung von Wharton Jofef in Philadelphia, welcher 
nicht blofs metallifches Nickel und Kobalt in Würfeln, fondern in Platten gegolten 
ausftellte. Es find diefelben nach der Angabe des Ausftellers chemifch rein, frei 
von Arfen und bedient lieh derfelbe eines eigens von ihm conflruirten Ofens, um 
Kobalt einfchmelzen zu können. Diefe Platten finden ihre Verwendung als 
Elektroden. Aufser diefen Metallen ftellte Wharton noch Nickel und Kobaltfalze, 
Rohfteine, Kupfer und Eifenvitriol aus. 
Hervorzuheben find noch die von Keith Nickel-Plating & Comp, in 
New-York ausgeftellten Proben von Nickelüberzügen auf anderen Metallen, welche 
fehr dicht ausfahen und fehr gut halten tollen. 
Einer ähnlichen Ausftellung begegneten wir auch in Deutfchland, indem das 
fächfifche Blaufa rbenwerks-Confortium zu Oberfchlema neben F arben 
Kobaltoxyd, metallifchen Nickel- undKobalt-Würfeln, noch Platten ausmetallifchem 
Nickel ausftellte, ebenfo war auch eine Platte angeblich aus reinem gefchmolzenen 
Kobalt ausgeftellt. 
Erwähnt zu werden verdient noch in der ungarifchen Abtheilung die Aus 
ftellung des Kolbaer gewerkfchaftlichen Metall-Bergbaues, welcher 
überwiegend Nickel und Kobalt, fowie etwas Kupfererze erzeugt. Der Gehalt an 
Nickel fchwankt zwifchen 16 und 20 Percent, der an Kobalt zwifchen 4 und 8 
Percent. Die reichen Erze von dem oben angegebenen Metallhalte werden nach 
Birmirgham verkauft (jährlich durchfchnittlich öooo Centner) und nach dem Metall 
halte bezahlt, während die ärmeren Erze auf Speife verfchmolzen werden und diefe 
erft in Handel gefetzt wird. 
Zink. Bezüglich der Erzeugung von Zink find vorzüglich mafsgebend 
Preufsen und Belgien, da die Produktion aller übrigen Länder neben der diefer 
beiden Länder fozufagen verfchwindend ifl. Dabei mufs jedoch bemerkt werden, 
dafs mehr als die Hälfte der Zinkproduktion Preufsens auf Schlehen entfällt und 
die dafelbft befindlichen Hütten nur eigene Erze verarbeiten, während die Hütten 
Belgiens fehr viele fremde Erze aus Spanien, Norwegen etc. zuführen und ver 
arbeiten.
	        
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