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Full text: Das Hüttenwesen (Gruppe I, Section 2 und 3), officieller Ausstellungs-Bericht

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Franz Kupelwiefer. 
In der Theorie der bei der Erzeugung von Zink angewendeten Hütten- 
proceffe ift keine Aenderung und Verbefferung zu verzeichnen und die Fortfehritte, 
welche gemacht wurden, betreffen nur die Einrichtung der Oefen, überwiegend 
die Vergröfserung derfelben, fo wie Verbefferung bezüglich der Einrichtung der 
Feuerung, wodurch der Verbrauch an Brenmnateriale wefentlich herabgemindert 
wurde. Die fchlefifchen Oefen, welche fehr lange Zeit nicht mehr als 20 Muffeln 
hatten, erhielten 30 ja in neuefter Zeit felbft 40 Muffeln und verarbeiten täglich 
Itatt 600 bis 800 jetzt 3000 bis 4000 Pfund Erze. Die belgifchen Oefen, welche 
anfänglich mit 30 Röhren in 24 Stunden 400 Pfund Erz aufarbeiteten, können 
jetzt mit 70 Röhren täglich 2400 Pfund Erz verarbeiten. Die Zinkverlufte, welche 
früher oft 40 Percent betrugen, erreichen gegenwärtig bei Verarbeitung der 
gleichen Erze kaum 25 Percent. Der Brennmaterial-Verbrauch, welcher urfprüng- 
lich das vierfache Gewicht der verarbeiteten Erze überflieg, wurde bereits auf 
weniger als das dreifache Quantum reducirt, und ift dort, wo Feuerungen nach 
dem Regenerativfyfteme eingeführt find, fchon auf die Hälfte des urfprünglichen 
Verbrauches herabgedrückt. 
Um bei der, befonders bei der Verhüttung der Zinkblenden fo unentbehr 
lichen Röftung an Handarbeit möglichft zu fparen, hat man verfuchsweife Gerften- 
höfer’fche Oefen eingeführt. Die Erfahrungen, die mit denfelben gemacht wurden, 
haben jedoch gezeigt, dafs die Röftung nicht fo gleichförmig, befonders aber nicht 
fo vollftändig wie in Flammöfen erfolge und die Handarbeit doch nicht ganz 
umgangen werden könne. Man hofft durch einige Abänderungen diefenUebel- 
ftänden in kurzer Zeit abhelfen zu können. 
Was die Gröfse der Produktion an Zink anbelangt, fo dürfte diefelbe gegen 
wärtig in Europa nahezu aus folgenden Zahlen zu entnehmen fein. Im Jahre 1871 
betrug die Produktion 
in Preufsen 1,163.561 Zollcentner 
,, Sachfen circa 2.000 „ 
„ Oefterreich und Ungarn . . 45-S5 2 » 
„ England 100.90g „ 
„ Rufsland 65.000 ,. 
,, Spanien 33- 112 n 
„ Belgien circa 800.000 „ 
„ Frankreich circa 60.000 ,. 
Zufammen . . 2,270.134Zollcentner. 
Obwohl Nordamerika gegenwärtig nicht unbedeutend Zink producirt, fo 
ift die Confumtion doch bedeutend gröfser als die Produktion. In allen übrigen 
Ländern ift die Zinkgewinnung verfchwindend klein oder Null. 
In der deutfehen Abtheilung find von den Ausftellungen hervorzuheben 
zunächft die O b e rfchl e fi ens. Im Jahre 1872 erzeugte dasfelbe in 24 Hütten mit 
509 Oefen ini2.948 Muffeln und 173.109 Ofen-Betriebstagen aus5,798.849 Centnern 
Erze mit 10,011.622 Centnern Kohlen 650.535 CentnerZink. An Cadmium wurden 
2839 Pfund erzeugt. Sehr inftruktiv dargeftellt und hiftorifch intereffant ift die 
vom Bergrevifor Guftav Schneider ausgeftellte Sammlung von Ofen 
modellen, weil aus derfelben die Entwicklung der Technik in der Zinkhütten- 
Induftrie erfehen werden kann. Vertreten war die oberfchlefifche Zinkinduftrie 
vorzüglich durch folgende Ausfteller: 
Fürft Hugo zu Hohenlohe-Oebringen, Herzog von Ujeft, 
welcher in 32 Oefen zu 20 bis 24 Muffeln im Jahre 1872 bei 24.000 Centner Zink 
erzeugte. Aktiengefellfchaft V e r e i n i g t e Königs- und L au r ahü 11 e ftellte 
ebenfalls von der geringen Produktion Rohzink aus, während von Ru ff er von 
dem Zink-Walzwerke zu Piela, welches jährlich bei 3.000 Centner Bleche erzeugt, 
recht hübfehe Fabricate ausftellte. 
Von den weftphälifchen und rheinifchen Hütten hat ausge- 
ftellt die S t o 11 b e r g e r A c t i e n g e f e 11 f ch af t. Diefelbe verarbeitet nicht nur
	        
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