MAK

Full text: Das Hüttenwesen (Gruppe I, Section 2 und 3), officieller Ausstellungs-Bericht

Das Hüttenwefen. 
109 
Condenfationsröhren von ziemlich grofsen Durchmeffern haben , bei Luftzutritt 
abgeröflet. Die Jahresproduaion beträgt nahe 35° Zoll Centner, und find beim 
Werke befchäftigt 85 Berg-, 15 Hüttenarbeiter und 36 diverfe Arbeiter. 
In der fpanifchen Abtheilung fanden wir Queckfilbererze und daiaus 
erzeugtes Queckfilber aus dem Mineraldiflricte von Ciudad -Real, 
von Madrid Davilla, Francisco in Almaden, fowie von dem Letzteren 
Pläne von Oefen und ein Holzmodell von einem alten Aludelofen, jedoch ohne 
alle weiteren Angaben. 
Zinn, Wismuth, Antimon, Arfen. Die Ausftellung war, was die 
Erzeugung diefer Metalle anbelangt, fehr arm, und follen daher auch nur die 
wichtigften Ausfteller der Reihe nach hervorgehoben werden. 
In Portugal begegnen wir einer ziemlich reichen Sammlung von Zinn 
erzen und daraus erzeugten Zinnes von der Compagnie de Mineration de 
San Pedro do Sul ausgeftellt. 
In Spanien brachte Dr. Jofe Secalle von der Affociatione 
mineraria in S a 1 a m a n c a Zinnerze fowohl, fowie recht fchöne und weiche 
Sorten Stangenzinn, während Antimon von dem Diftrito minero de Ciudad 
Real, von Gil-Santiago und F i g e r o a I g n a c i o in Cartagena in Form 
von Antimonium crudum, fowie Regulus Antimonii fammt den dazu verwendeten 
Erzen ausgeftellt war. 
In Deutfehl and hat das fächfifche Blaufarbenwerks-Confortium metal- 
lifches Wismuth fehr hübfeh kryftalifirt ausgeftellt, und wird dasfelbe theils direcle 
aus Erzen, welche gediegen Wismuth enthalten, gewonnen, theils als Abfallspro- 
dueft bei der Smaltefabrication erhalten. 
Die Zwitterftocks-Factorei zu Altenberg producirt jährlich 
bei 2000 Centner Zinn und etwa 10 Centner Wismuth und ftellte diefe Produkte 
fammt den Erzen, aus welchen diefelben erzeugt werden, fehr fchön aus. Diefelbe 
befchäftigt bei 400 Mann. 
In der öfterreichifch-ungarifchen Abtheilung fcheint nach 
den ausgeftellten Objedlen die Antimonprodu&ion eine nicht unbedeutende Rolle 
übernehmen zu wollen. Das Antimon-, Berg- und Hüttenwerk zu 
Mille fc hau in Böhmen ftellte fehr fchöne und reiche Graufpiefsglanz-Erze, daraus 
ausgefaigertes Antimonium crudum, fowie rohen und befonders fchön ausfehenden 
gereinigten Regulus Antimonii, Antimonoxyd und Antimonglas aus. Das Zinn 
werk Graupen in Böhmen ftellte Erze und Produdle wie Zinn, Wismuth und 
zinnhältige Legirungen für Lager recht hübfeh aus. Die Zinnzwitter , welche 
verarbeitet werden, halten in der Regel, wenn fie reich find, 6 6 Percent Zinnftein 
oder 4 Percent Zinn, und wenn fie arm find, nur r6 Percent Zinnftein oder 1*3 Per 
cent Zinn, ja felbft oft noch weniger. Diefe Erze werden in freien Haufen 
zugebrannt, zerkleinert, geröftet, mit Salzfäure behandelt und ausgewafchen. Aus 
der Lauge wird Wismuth in Form von bafifchen Wismuthchlorid ausgefällt, und 
das in der Lauge enthaltene Kupfer als Cementkupfer gewonnen. 
Die concentrirten Schiege werden in Schachtöfen mit Holzkohlen ver- 
fchmolzen. Das gewonnene Zinn (im Jahre 1871:550 Centner) enthält 99 88 Per 
cent reines Zinn und nurSpuren von Eifen und Blei, während von Kupfer, Wismuth, 
Arfen, Antimon und Schwefel, bei qualitativer chemifcher Unterfuchung keine 
Spur nachgewiefen werden kann. Für die Erweiterung des Betriebes ift fehr 
viel gefchehen und die Neuanlage fo weit vollendet, dafs in je zwölf Stunden 
200 bis 280 Centner Erze aufgearbeitet werden können. Bei der Verhüttung foll 
der Schachtofen-Betrieb verlaffen und zum englifchen Flammofen - Betrieb über 
gegangen werden. Das ausgeftellte weifse Lagermetall foll fich beim Eifenbahn- 
Betrieb vorzüglich bewähren. 
Madersbach Livius zu Berzete bei Rofenau gewinnt feit 1841 im 
Gebirge Ramzäs Graufpiefsglanz-Erze und verarbeitet diefelben auf Antimonium 
crudum von welchem, fowie von den Erzen mehrere Stücke ausgeftellt waren. 
’ 8
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.