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Franz Kupelwiefer.
find: die C o 11 e c t i v au s fl e 11 u n g des Eifencomptoirs. An diefer Aus-
Heilung haben lieh 23 Mitglieder betheiligt.
Alle Mitglieder des Eifencomptoirs, welche fich an diefer Colledlivausftel-
lung betheiligten, haben Roheifen eigener Erzeugung, fowie Luppeneifen und
Stabeifenforten fammt Bruchflücken ausgeflellt, da jedes derMitglieder Hochöfen,
die meiften aber auch Frifchfeuer befitzen. Die ausgeflellten Roheifen-Sorten
waren überwiegend grau. Nur an wenigen Orten, wie z. B. in Hamarby, wird cur
rent eine Partie Weifseifen erzeugt. Hingegen fand man von Forsbacka und
Mölnbacka Roheifen-Gänze ausgeflellt, welche an der unteren Seite flrahlig weifs
und davon fcharf abgegrenzt, oben grau waren. In Forsbacka ifl diefes Roheifen als
Beffemer-Roheifen ausgeflellt. Graf Hermanfon hat von Ferna & Bernsham-
mar Spiegeleifen mit 9 bis 11 Percent Mangan ausgeflellt.
Unter den Frifchmethoden wird überwiegend die Lar.cafhire-Schmiede
betrieben, und waren viele Qualitätsproben, die meifl ein fehr fchönes gleichförmiges
Korn zeigen, ausgeflellt. Die Lancafhire-Schmiede fcheint die früher allgemeiner
in Anwendung gebrachte fchwedifche Wallonfchmiede immer mehr zu verdrängen,
und erfcheint diefs fchon dadurch gerechtfertigt, dafs die letztere ungeachtet
des gröfseren Brennftoff- Aufwandes ein fchlackiges, ungleichförmigeres, daher
weniger werthvolles Produdl gibt. Bei genauer Befichtigung der ausgeflellten
Qualitäts- und Bruchproben war diefer Unterfchied fehr deutlich zu erkennen.
Beim Ausfchweifsen bedient man fich theils der Ekman’fchen Holzkohlen-Gas-
fchweifsöfen, theils der Siemensöfen mit oder ohne Lundin’fchen Condenfatorem
An fertiger, gefchlagener und gewalzter Waare enthielt beinahe jede der kleinen
Ausflellungen etwas von den currenten Sorten. Die auffallendflen hierhergehöri
gen Produdle find Walzendraht von Kohlfva, von welchem ein Stück von
36 2 Kilogramm Gewicht, 155 Meter lang war, ein zweites Stück 41-2 Kilogramm
fchwer ifl und I94'4 Meter Länge hatte. Um die Qualität desfelben zu zeigen, war
auch Draht von Nro. 40 der englifchen Lehre beigegeben. Schönes, feines Band-
eifen in Scheibenform gerollt hat vorzüglich die Adliengefellfchaft Degerfors
ausgeflellt. Mit der Schienenfabrication befchäftigen fich vorzüglich N yh am
mar und Degerfors.
An Beffemerflahl haben ausgeflellt Freiherr von Effen von der Hütte
L e n n a, die Gefellfchaft F orsbacka, die Gefellfchaft Stora Kopparberg
vom Stahlwerk Svartnäs, die Gefellfchaft Nyhammar. Alle diefe Beffemerhütten
verarbeiten das Roheifen unmittelbar vom Hochofen und fetzen am Ende des
Proceffes wenig oder gar kein Spiegeleifen zu. Die Produdlion diefer Werke ifl
noch nicht fehr bedeutend. Mit der Erzeugung von Martinflahl befchäftigt fich
vorzüglich die Gefellfchaft Udeholm, welche nicht nur Stahl, fondern auch ganz
weiches Eifen mit nur 015 Percent Kohlenfloff ausflellte, welches für Draht und
Nageleifen verwendet wird.
Unter den ausgeflellten Stahlforten ifl noch befonders hervorzuheben der
in Wikmannhy ttan erzeugte Uchatiusflahl. Es ifl diefs vermuthlich die einzige
Hütte, welche gegenwärtig derartigen Stahl erzeugt. In Betrieb flehen 4 Tiegel
öfen mit je 4 Tiegel und wird Coaks als Brennmaterial verwendet. Die Quali
tät des Stahles ifl nach den beiliegenden Atteflen eine fo vorzügliche, dafs er
für Werkzeuge, Münzflempel etc. Anwendung findet. Es zeigt derfelbe felbfl bei
bedeutender Härte noch eine grofse Fertigkeit. Nicht zu leugnen ifl, dafs die
Qualität der heften Sorten der fchwedifchen Erze für diefe Stahlfabrications-
Methode fich befonders eignet. Die reinften Erze werden fehr forgfältig geröftet,
mit Roheifen und Holzkohlen-Pulver in entfprechenden Verhältniffen gemengt,
in Gufsftahl-Tiegel in Zugöfen mit Coaks eingefchmolzen.
Stocke nftröm ftellte adducirtes Eifen aus.
Aufscr diefer Colledlivausftellung finden wir noch eine Reihe von anderen
Separatausftellungen, von welchen die wuchtigeren hervorgehoben werden füllen.