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Full text : Das Hüttenwesen (Gruppe I, Section 2 und 3), officieller Ausstellungs-Bericht

Das  Hüttenwefen.

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Prager  Eifenhütten-Verein  verarbeitet  überwiegend  in  Libsic  ausländifche
  Roheifen-Sorten,  und  zwar  aus  Baiern,  Luxemburg,  England  etc.  Aus-'terteilt
  find  viele  Sorten  Walzeifen,  darunter  viel  Fajoneilen,  wie  Winkel-  und
U-Eifen,  Schienen  und  viele  aus  Eifenblech  geprefste  Wagenbefchläge  und  Nieten,
Schrauben  etc.  fammt  vielen  Qualitätsproben.
Gräflich  Wal  dft  ei  n  -W  ar  t  e  mb  e  r  g’fche  St  iah  lauer  Eifen  werke  zu
Sedlec  erzeugen  in  einem  Hochofen  Roheifen  und  theils  unmittelbar  vom  Hochofen ­
  weg  oder  vom  Cupolofen  recht  hübfche  Gufswaare  ,  unter  Anderm  auch
Schalengufs-Räder  mit  ziemlich  harter  Bahn.  Das  Gufseifen  ift  feinkörnig  und
läfst  fleh,  wie  die  ausgertellten  Gegenftände  zeigen,  recht  fchön  emailhren.
Erzgebirg’fche  Eifen-  und  S  tahlw  erks  -  Gefellfchaf  t  zu
Komotau  (Hof  io  a)  ftellte  etwas  Erze,  Roheifen,  Bruchproben  von  Stabeifen,  von
Achfen  und  einige  Projektile  für  Feldgefchütze  aus.
Erwein  Graf  N  o  ftitz  zu  Rothau  in  Böhmen  ftellte  (Eifenhof)  Stabeifen,
Schwarz-  und  Weifsblech  in  fehr  fchönen  Proben  aus,  befonders  fehr  feine  Bleche,
unter  Anderem300  Tafeln  zu  neun  Zoll  und  zwölf  Zoll  in  einem  Gefammtgewichte
von  75  Pfund.  „  ,  „  ,
Teplitzer  W  al  z  w  e  r  k  s  -  A  c  t  i  e  n  g  e  f  e  11  f  ch  af  t  hat  die  erfte  und
bis  jetzt  einzige  Beffemerhütte  Böhmens,  welche  jedoch  auf  ausländifches,  befonders
englifches  Roheifen  bafirt  ift.  Die  ausgeftellten  Produfte  des  Werkes  find  Eifenfchlenen,
  Schienen  mit  Stahlköpfen,  Beffemer-Stahlfchienen  von  der  erften  und
zweiten  Charge.  Zu  erwähnen  ift  nämlich,  dafs  mit  dem  Baue  des  Werkes  erft  am
19.  Auguft  1872  begonnen  wurde  und  am  15.  Mai  1873  die  erften  Schienen  aus
Beffemerftahl  gewalzt  wurden.
Roffitzer  B  e  r  gb  au  -  G  e  fe  11  fc  h  a  f  t.  Aufser  den  Kohlengruben  m
Roffitz,  welche  per  Jahr  etwas  über  drei  Millionen  Centner  liefern,  befitzt  die
Gefellfchaft  noch  Eifenftein-Gruben  und  darauf  bafirt  eine  Hüttenanlage,  beftehend
aus  einem  Coaks-Hochofen,  welcher  im  Jahre  1871  an  Roheifen  74  388  Centner
erzeugte,  einePuddlings-undWalzhütte,  welche  20.000  CentnerEifenbahn-Schienen
und  78.000  Centner  Commerzeifenproducirte.  Die  Qualität  der  ausgeftellten  Waaren
ift  eine  verhältnifsmäfsig  gute.  Die  Giefserei  erzeugt  bei  10.000  Centner  Gufswaare, ­
  welche  ebenfalls  recht  hübfch  vertreten  war.  Der  Schwerpunkt  der  Gefellfchaft ­
  liegt  jedoch  in  der  Kohlen-  und  Coakserzeugung.
Fürft  Salm’fche  Eifengiefserei  in  Blanfko  ftellte  im  Induftriepalafte
überwiegend  Kunftgufs  von  der  bekannten  vorzüglichen  Qualität  aus.
Neudek  in  Böhmen  erzeugt  überwiegend  aus  Abfällen  und  Alteifen  in
Frifchfeuern  Luppeneifen,  welches  gefchweifst  auf  Bleche  verarbeitet  wird.  Die
ausgeftellten  Bleche  find  fehr  fchön  ausgeftellt,  und  fowohlSchwarz  als  Dachbleche
von  gewöhnlichen  Dimenfionen,  fowie  von  30  und  60  Zoll,  Senglerbleche,  von
welchen  eine  Tafel  von  24  und  72  Zoll  32  Loth  fchwer  ift,  Glanzbleche,  welche
beim  Biegen  nahe  ebenfogut  den  Glanz  behalten,  als  die  berühmten  ruffifchen
Bleche,  endlich  fehr  hübfche,  verzinnte  Bleche  zeigen  eine  gute  Qualität.  Die
Produktion  diefes  Werkes  beträgt  bei  80.000  Centner  per  Jahr.
In  der  Colletftivausftellung  der  Eifeninduftriellen  Mährens  ift  vorzüglich
hervorzuheben  die  Aufteilung  des  .
Gräflich  H  ar  r  a  c  h’fchen  Eifen  Werkes  zu  Janovitz.  Die  dalelblt
erzeugten  Frifchluppen  werden  zweimal  gefchweifst  zu  Blechfchienen  ausgewalzt.
Unter"den  Ausftellungsobje&en,  welche  aus  Blechen  aller  Sorten  bis  zu  fogenannten
durchfichtigen  Blechen  beftanden,  waren  vorzüglich  einfeitig  verzinnte  Bleche
bemerkenswerth.  .  .
Freiherr  v.  Rothfchi  1  d’fche  Eifenwerke  in  Witkovitz  (oder  die
Pachtgefellfchaft  derfelben)  hatte  in  einem  feparaten  Pavillon  die  Zeichnungen
und  ein  Modell  eines  neuerbauten,  58  Fufs  hohen  Coaks-Hochofens,  fowie  viele
Proben  von  Schmiedeftücken,  Achfen,  Bandagen  etc.  aus  Stahl  der  Beffemerhütte
in  Witkowitz  ,  und  Eifen,  Schienen,  Brückeneifen  etc.  als  Produkte  der  1  uddlings-  »•
            
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