MAK

Full text: Das Hüttenwesen (Gruppe I, Section 2 und 3), officieller Ausstellungs-Bericht

86 
Franz Kupelwiefer. 
erzeugt werden, welche nach dem erften Abfchmieden ins Walter geworfen werden, 
damit die Umgänzen fichtbar werden und ausgehauen werden können, hierauf 
werden diefelben nochmals gefchweifst und ausgewalzt. Ebenfo werden auch die 
bekannten polirten Eifenbleche erzeugt. Die Jahresproduktion des Werkes befteht 
in 116.000 Centner Stab-und Fatjoneifen, 150.000 Centner diverfer Bleche, 108.000 
Centner Rails und circa 8000 Centner diverfer Stahlforten. 
Die Hüttenwerke von Kataw-Iwanowfk des Dürften Bielofelsky-Bielofersky 
erzeugen aus Braun-Eifenfteinen mit 50 Percent Eifenhalt mittelft Holzkohlen 
graues bis weifsftrahliches Roheifen, welches theils in Herden theils in Puddlings- 
öfen auf Stabeifen verarbeitet wird. Der Schweifsprocefs wird mit Holz in Siemens 
öfen durchgeführt. An Stahl wird etwas Puddlingsftahl und Cementftahl erzeugt. 
Die GefammtprodukHon beträgt circa 130.000 Centner. 
Die Hütten des Bezirkes Goroblagodat erzeugen aus vorzüglichen 
Erzen des Berges Blagodat etwa 340.000 Centner Roheifen, welches theils auf 
Stabeifen verarbeitet, theils zum Gufs von Projektilen verwendet wird. 
Die Eifenhütten von Kifchtim der Ralt orguj eff’fchen Erben erzeugen 
etwa 285.000 Centner Roheifen; daraus 30.000 Centner Gufs, 150.000 Centner 
Schmiede- und Walzeifen, fowie 1500 Centner Nägel und mattes fowie polir- 
tes Blech. 
Glanzblech erzeugten weitaus am fchönften die der Gräfin Nadine S t e n- 
bock-F ermor gehörigen Hütten. Aus den beften Magnet- und Braun-Eifenfteinen 
mittelft Holzkohlen erzeugtes graues Roheifen wird theils in Holzpuddlings-Oefen 
theils in Herden gefrifcht, in Siemensofen gefchweifst und auf Stabeifen und Bleche 
verarbeitet. Die Glanzbleche verlieren auch felbft beim Biegen ihre fchöne glän 
zende Oberfläche nicht. * Die Erzeugung des Werkes befteht aus 360.000 Cent- 
nern Roheifen, 200.000 Centnern Stabeifen und Bleche. 
Eine hervorragende Stellung nehmen die beiden grofsen Gufsftahl-Fabriken 
vonP e rmund von Oboukh o ff bei St. Petersburg ein. Jede diefer Fabriken erzeugt 
Tiegel-Gufsftahl und befchäftigt fich überwiegend nur mit der Erzeugung von 
Gufsftahl-Gefchützen, Projektilen, Bandagen und Achfen. Jede der beiden Fabri 
ken befitzt einen Dampfhammer von 1000 Centner Gewicht, von welchen die 
erftere ein Modell desfelben, fowie das Modell der 12.426 Centner fchweren Cha- 
botte in natürlicher Gröfse ausgeftellt hat. 
Das zwölfzöllige Gufsftahl-Gefchlitz, welches die zweite Hütte neben ande 
ren kleineren ausftellte, hat ein Gewicht von 40.491 Kilogramm (80.982 Zoll 
pfund), ift fomit um 3891 Kilogramm fchwerer als das von Krupp exponirte 
Gefchütz ; das Projektil hat ein Gewicht von 294-8 Kilogramm (589-6 Pfund) und 
die Pulverladung beträgt 516 Kilogramm (103 2 Pfunde). 
Bei der Fabrication diefer Gefchütze wird befonderes Gewicht auf die Vor 
nahme von Feftigkeitsproben bei allen einzelnen Theilen des Gefchützes gelegt. 
Cylinder, die beim Ausbohren des gefchmiedeten Hauptrohres abfallen, werden 
durchbohrt und mit hydraulifchen Preffen auf ihre Widerftandsfähigkeit verflicht. 
Von jedem Ringe der aufgezogen wird, müffen Feftigkeitsproben durchgeführt 
werden. Das Materiale der Ringe mufs etwas härter und fefter fein als das des 
Hauptrohres, damit das Gefchütz die gröfste Widerftandsfähigkeit erhalte. Aufser- 
dem ftellte diefelbe Hütte Gufsftahl-Achfen und Radreifen aus, welche, ohne dafs 
ein Nachdrehen erforderlich gewefen wäre, 15.432 deutfche Meilen zurückgelegt 
haben. Die Qualität der dafelbft erzeugten Radkränze fcheint eine ganz vorzüg 
liche zu fein, da diefelbe Fliitte auf der Ausftellung in Petersburg 1870 ein Stück 
ausftellte, welches 21.523 deutfche Meilen durchlaufen hatte, ohne nachgedreht 
worden zu fein. 
Die dritte Gufsftahl-Hiitte Rufslands, ein Staatswerk in Zlatoouft, hat 
aufser Hochöfen eine Tiegelgufsftahl-Hütte und Waffenfabrik. 
* Ueber die Fabrication fiehe Turnier „Reife in Rufsland“ Seite 142.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.