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Franz Kupelwiefer.
Die Thonform von etwa einem Zoll Durchmefler ift fehr geneigt. Das Gebläfe ift
dasfelbe wie bei den Stücköfen. Der Durchmeffer des Ofens fchwankt zwifchen
einem und zwei Fufs.
Die Holzkohle ift von vorzüglicher Qualität, meift Eichenkohle. Bei Beginn
des Betriebes wird der Ofen nahe gefüllt, und dann bei gleichbleibender Holzkohlen-Gicht
von circa % Cubikfufs mit 8 Pfund Eifenfatz begonnen und gegen
Ende der Campagne bis 36 Pfunde gediegen. Je nach der Gröfse des Ofens befteht
eine Campagne aus etwa 36 bis 70 Centnern, welches Quantum in etwa acht
Stunden niedergefchmolzen wird. Der Ofen wird nach drei Schmelzungen neu
ausgefüttert.
Eigenthümlich ifl, dafs noch der Gufseifen-Keffel, welcher den Boden bildet,
etwa zwanzig Abftichöffnungen hat, da ein Einfrieren des Abftiches fehr häufig
flattfinden foll.
Die von dem auf diefe Weife eingefchmolzenen Roheifen erzeugten Gufswaaren
beftehen der Hauptfache nach aus Hausgeräthfchaften, wie Keffeln, Pfannen,
Schaufeln etc., welche recht hiibfch und nett gearbeitet find. Bei Erzeugung der
Kochgefchirre, welche fehr dünn find, wird der Oberkaften aus feuerfefler Maffe
hergeflellt, fehr gut gebrannt und etwa hundert Mal hintereinander benützt, und
nur jedesmal reparirt und gefchwärzt, während der Unterkaften mit dem Kern
aus Sand für jeden Gufs neu gemacht wird. Für Kunflgufs, der fehr fchön ausgeführt
wird, verwendet man Wachsmodelle, welche dann aus der Lehmform ausgefchmolzen
werden.
Behufs der Erzeugung von Stahl oder Stabeifen, werden die aus dem Stückofen
erhaltenen Luppen in verhältnifsmäfsig kleine Stücke verfchrotten, in kleinen
am Boden angebrachten Feuern forgfältig ausgeheizt und mit Handhämmern zu
Schienen von etwa 18 bis 20 Zoll Länge und etwa 5 Zoll Breite und *4 Zoll Dicke
ausgefchmiedet.
Um fchmälere Stangen zu erhalten, werden diefe Flachfchienen der Länge
nach mittelfl Setzeifen auseinander gehauen.
Aufser Handhämmern fcheinen keine mafchinellen Vorrichtungen zur
Bearbeitung des Eifens bekannt zu fein. Die Qualität des Eifens ift eine vorzügliche,
fowie die aus demEifen und Stahl erzeugten Werkzeuge meift fehr hübfch
und nett ausgeführt find.
Die Produktion hält nicht gleichen Schritt mit der Confumtion, und wird
ziemlich viel Eifen von England eingeführt.
An wefentlichen Fortfehritten dürfte kaum etwas zu verzeichnen fein, da
die Methoden zu den älteften gehören, und anderfeits über die früheren Arbeiten
und die Produktion nichts bekannt ift.
S c h 1 u fs b e m e r k u n g.
Wenn auch fchon bei Betrachtung der Ausftellungsobjekte der einzelnen
Länder die Fortfehritte befprochen wurden , welche in jedem diefer Länder durch
die Ausftellung erfichtlich gemacht wurden, fo drängt fich uns zunächft die Frage
heran, welches find die Fortfehritte, die wir im Eifen-Hüttenwefen zu verzeichnen
haben, find diefelben bedeutend oder find die letzten fünf Jahre verfloffen, ohne
dafs wefentliche Fortfehritte zur Anfchauung gebracht wurden und verzeichnet
werden können?
Diefe Frage verdient um fo mehr eine Beantwortung, als die Anficht fo
häufig ausgefprochen wurde, dafs die Ausftellung in Beziehung auf Eifen-Hüttenwefen
wenig Neues biete, und der Ausftellung vom Jahre 1867 fo fehr zurückftehe,
und foll diefe Beantwortung durch eine kurze Aufzählung der auf der Ausftellung
erfichtlich gemachten Fortfehritte erfolgen.