Chirurgifche Inftrumente.
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Luft im Aufsenraume und der Recipient wird durch den äufseren Luftdruck in
feiner Lage unverrückbar feflgehalten. Da der cylindrifche Innenraum mit feinem
Rand das gleiche Niveau mit jenem des Recipienten einhält, und fomit der Haut
der Ellbogen-Beuge knapp und genau anliegt, bleibt diefer von der Luftverdün
nung ausgefchloffen. Nun wird die Luft aus diefem Innenraume und dem Kautfchuk-
fchlauche dadurch ausgetrieben, dafs mittelft des im Abfchlufsrohre b eingefchal-
teten Handballons laues Waffer durch die Röhre a in den Innenraum und die
Röhre b eingefogen wird, bis es durch die Einfatzcannüle herausfpritzt. Ifl fomit
alle Luft forgfam ausgetrieben, fo drückt man auf den Knopf der Lanzettenflange und
macht den Aderlafs. Durch fortgefetztes Pumpen treibt man das Waffer vollends
aus, und Blut rückt nach. Rafch wird nun die Einfatzcannüle in die Vene eingebun
den, oder auf eine zweite früher eingebundene Cannüle angefetzt, aus der man im
felben Momente die Luft, durch Austretenlaffen einiger Tropfen Blutes ebenfalls
austreibt. Es wird nun fort und fort gepumpt, bis die Transfufion beendigt ifl, und
hiedurch nicht defibrinirtes Blut von der Vene eines Individuums diredt in jene eines
zweiten getrieben. Die Menge des transfundirten Blutes wird aus der Anzahl der
Zufammendrückungen des Pumpballons gemeffen, indem man früher leicht eruiren
kann, wie viel Flüffigkeit die einmalige Adlion der Pumpe austreibt Damit der
Apparat nicht vertage, mufs er ausnehmend genau conftruirt fein, und namentlich
mufs die Treibftange der Lanzette luftdicht der Dachöffnung des Recipienten an
paffen, damit nicht auf diefem Wege Luft in den Apparat während der Aclion
gelange.
Da der Apparat neu ifl, und mir fowohl als Anderen darüber jede Erfah
rung abgeht, enthalte ich mich jeder kritifchen Beleuchtung, wofür es a priori
viele Anhaltspunkte gehen dürfte. Rouffel foll damit in zwei Fällen die Trans
fufion mit glücklichem Erfolge ausgeführt haben.
Moncoq (Frankreich) hat zur diredlen Transfufion nicht defibrinirten
Blutes einen Apparat erfonnen, welcher einer Klyfopompe nicht unähnlich ifl. Man
denke fich eine gläferne Klyfopompe mit zwei, mit Klappen verfehenen Abflufs-
röhren, an denen mittelft Kautfchukfchläuchen je eine Troicartcannüle hängt. Eine
Cannüle kommt in die Vene des Blutfpenders, die zweite nach Austreibung der
Luft in die Vene des zu Transfundirenden und die Klyfopompe faugt zuerft das
Blut ein und treibt es dann wieder aus.
Inftrumente zur B1 u t fli 11 ung- An Pincetten, welche Vorrichtungen
befitzen, um den Ligaturfaden über die Pincettenfpitze zu fchieben und die Finger
nägel des Affiflenten zu erfetzen, find mehrere Varianten ausgeflellt worden.
Doch nihil novi sub sole könnte man bei deren Betrachtung ausrufen, die alten
Rüflkammer-Pincetten von Förfler, Paland , Blömer u. A. erfcheinen eben
in frifcherer Adjuflirung und in zierlicherer Form. Neu, doch nicht befonders
zweckmäfsig und auch gar nicht nothwendig, ifl ein Apparat von Coli in zur
Unterbindung fehr kleiner Arterienäfle , die mit der Pincette fchwerer ifolirt zu
faffen find. Bekanntlich hilft man fich in folchen Fällen dadurch, dafs man eben
etwas mehr Nachbargewebe mitfafst und dann den ganzen Kegel unterbindet.
Ganz dasfelbe leiflet der Collin’fche Apparat. Ein kleiner, konifch zulaufender
Cylinder, einer kleinen konifchen Trepankrone nicht unähnlich, birgt einen feinen
centrifch verlaufenden Stab, der an feinem Ende zwei divergirende kleine Häk
chen auffitzen hat. Eine Feder drückt den Stab vor und dreht ihn zugleich ein
paar Mal um die Axe; vorgelaffen fchnellt der Stab von felbft zurück. Der
Cylinder wird der blutenden Stelle aufgefetzt und nun der Stab vorgedrückt. Er
fafst das Gewebe, dreht es um die Axe, und fpannt den Kegel durch fein Zurück-
fchnellen. Ein Ligaturfaden wird nun längs des konifchen Cylinders zum Kegel
geleitet und letzterer unterbunden.
Afpi rat eure find Apparate, welche, wenn auch nicht neu, doch erfl in
der neueren Zeit in der operativen Chirurgie eine grofse und früher kaum geahnte
Verbreitung gefunden haben. Man wendet fie bekanntlich zu diagnoflifchen oder