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Dr. Hans Adler.
Schwierigkeit, Exfudatfchwarten etc. zu entfernen, wird eine gröfsere Auswahl
von Pinzetten dem Praktiker von Nutzen fein können; da wir nicht in der Lage
waren, den jedesmaligen Erfinder der Modificationen zu eruiren, viele derfelben
auch fehr geringfügig, entfällt hier deren detaillirte Befchreibuug.
Sehr erwähnenswerth erfcheint uns dagegen die fchon mehrfeitig verwen
dete Irispinzette von Liebreich, die (wie der Erfinder fagt) mit
Benützung eines neuen, bis jetzt in der Chirurgie noch nicht in Verwendung
gekommenen mechanifchen Principes conftruirt ift:
„Die Branchen der Pinzette drehen fich, ohne fich
von einander zu entfernen, um eine Längsaxe, einen
Draht, der in der Mitte des Inftrumentes angebracht ift.“
Die Haken derfelben, befinden fich am convexen Rande der Branchen an deren
Ende. Das fchreibfederartig gehaltene Inftrument kann leicht mit drei Fingern
dirigirt und auch durch eine fehr kleine Cornealwunde eingeführt werden, da der
in der Wunde eingeführte Theil fall vollkommen gefchloffen bleibt. Das Inftrument
braucht nicht, wie alle anderen Irispinzetten radial eingeführt zu werden.
Es eignet fich auch zur Extraktion von Kapfelftaaren, zur Corelyfe und
Iridodefe.
Zwei Formen, find hievon im Gebrauche, eine gewöhnliche und eine mit
nach abwärts gerichteten Haken.
Dann die Nadelpinzette von H e y m a n n. Zur Pupillenbildung
in ftarren Membranen modificirte Heymann eine Fifcher’fche Pincette, indem er
eine Branche um einige Millimeter verlängerte und nadelförmig zufpitzte. Eine
folche Nadel kann ohne Verletzung der Wundränder durch jede lineare Wunde
eingeführt, die ftarre Membram mit der verlängerten Branche durchftochen und
durch Schiufs der Pinzette eine Partie derfelben gefafst werden.
Von neueren Irisfcheeren fahen wir:
Die Pince-Cifeaux (Mathieu ftellte eine ähnliche fchon auf der Parifer
Weltausftellung aus) von Wecker modificirt. Im Namen liegt fchon die Bedeu
tung diefes Inftrumentes, welches geeignet ift, Scheerenfchnitte in der vorderen
Augenkammer auszuführen und zugleich die abgefchnittene Partie auszuziehen.
Eine Scheere von D o w e 11, von C o 11 i n verbeflert, deren Branchen
wie die einer „Pinzette“ gebaut find, felbe können durch den Druck zweier Fin
ger aufserordentlich leicht in Thätigkeit gefetzt werden; diefelbe foll zu Opera
tionen hinter der Cornea verwendbar fein.
Endlich eine neue feine Scheere von Liebreich zur Excifion der
Iris hinter der Cornea.
Von L i d h a 11 e r n heben wir unter der grofsen Anzahl der verfchiedenften
Modificationen hervor:
Das Ophthalmoftat von M Noyes aus zwei Armen beftehend, die
durch ein an dem Schläfentheil angebrachtes Schraubengewinde in verfchiedene
Entfernung gebracht werden können.
Den Lidhalter von Partridge. Ein viereckiger Stab fteht mit einem
Drahte in feiler Verbindung, der das obere Augenlid hält; ein zweiter Draht, der
fich mit einer Schraubenvorrichtung an dem Stabe feftftellen läfst, fixirt das untere
Lid. Für jedes Auge ift ein befonderes Inftrument erforderlich.
Ein ähnlicher Lidhalter wurde von Paul Schrötter angegeben.
Auch die Fixationspinzette hat Veränderungen erfahren, davon
fanden wir:
Eine „Pinzette mit doppelter Fixation“ vonMonoyer. Zur
Immobilifirung des Augapfels —- den Mittelpunkt als unbeweglich angenommen
— bedarf es noch der Fixirung zweier Punkte feiner Oberfläche. Monoyer liefs
daher feine Fixationspinzette doppelarmig auslaufen; jede Branche endigt in
zwei Arme. Es fei hier erwähnt, dafs Ed. v. Jäger fchon früher ein zweiarmiges
Fixationsinftrument (das auch in mehreren Etuis vorhanden war) conftruirte, fowie