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Full text: Chirurgische Instrumente (Gruppe XIV, Section 4), officieller Ausstellungs-Bericht

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Dr. Hans Adler. 
Schwierigkeit, Exfudatfchwarten etc. zu entfernen, wird eine gröfsere Auswahl 
von Pinzetten dem Praktiker von Nutzen fein können; da wir nicht in der Lage 
waren, den jedesmaligen Erfinder der Modificationen zu eruiren, viele derfelben 
auch fehr geringfügig, entfällt hier deren detaillirte Befchreibuug. 
Sehr erwähnenswerth erfcheint uns dagegen die fchon mehrfeitig verwen 
dete Irispinzette von Liebreich, die (wie der Erfinder fagt) mit 
Benützung eines neuen, bis jetzt in der Chirurgie noch nicht in Verwendung 
gekommenen mechanifchen Principes conftruirt ift: 
„Die Branchen der Pinzette drehen fich, ohne fich 
von einander zu entfernen, um eine Längsaxe, einen 
Draht, der in der Mitte des Inftrumentes angebracht ift.“ 
Die Haken derfelben, befinden fich am convexen Rande der Branchen an deren 
Ende. Das fchreibfederartig gehaltene Inftrument kann leicht mit drei Fingern 
dirigirt und auch durch eine fehr kleine Cornealwunde eingeführt werden, da der 
in der Wunde eingeführte Theil fall vollkommen gefchloffen bleibt. Das Inftrument 
braucht nicht, wie alle anderen Irispinzetten radial eingeführt zu werden. 
Es eignet fich auch zur Extraktion von Kapfelftaaren, zur Corelyfe und 
Iridodefe. 
Zwei Formen, find hievon im Gebrauche, eine gewöhnliche und eine mit 
nach abwärts gerichteten Haken. 
Dann die Nadelpinzette von H e y m a n n. Zur Pupillenbildung 
in ftarren Membranen modificirte Heymann eine Fifcher’fche Pincette, indem er 
eine Branche um einige Millimeter verlängerte und nadelförmig zufpitzte. Eine 
folche Nadel kann ohne Verletzung der Wundränder durch jede lineare Wunde 
eingeführt, die ftarre Membram mit der verlängerten Branche durchftochen und 
durch Schiufs der Pinzette eine Partie derfelben gefafst werden. 
Von neueren Irisfcheeren fahen wir: 
Die Pince-Cifeaux (Mathieu ftellte eine ähnliche fchon auf der Parifer 
Weltausftellung aus) von Wecker modificirt. Im Namen liegt fchon die Bedeu 
tung diefes Inftrumentes, welches geeignet ift, Scheerenfchnitte in der vorderen 
Augenkammer auszuführen und zugleich die abgefchnittene Partie auszuziehen. 
Eine Scheere von D o w e 11, von C o 11 i n verbeflert, deren Branchen 
wie die einer „Pinzette“ gebaut find, felbe können durch den Druck zweier Fin 
ger aufserordentlich leicht in Thätigkeit gefetzt werden; diefelbe foll zu Opera 
tionen hinter der Cornea verwendbar fein. 
Endlich eine neue feine Scheere von Liebreich zur Excifion der 
Iris hinter der Cornea. 
Von L i d h a 11 e r n heben wir unter der grofsen Anzahl der verfchiedenften 
Modificationen hervor: 
Das Ophthalmoftat von M Noyes aus zwei Armen beftehend, die 
durch ein an dem Schläfentheil angebrachtes Schraubengewinde in verfchiedene 
Entfernung gebracht werden können. 
Den Lidhalter von Partridge. Ein viereckiger Stab fteht mit einem 
Drahte in feiler Verbindung, der das obere Augenlid hält; ein zweiter Draht, der 
fich mit einer Schraubenvorrichtung an dem Stabe feftftellen läfst, fixirt das untere 
Lid. Für jedes Auge ift ein befonderes Inftrument erforderlich. 
Ein ähnlicher Lidhalter wurde von Paul Schrötter angegeben. 
Auch die Fixationspinzette hat Veränderungen erfahren, davon 
fanden wir: 
Eine „Pinzette mit doppelter Fixation“ vonMonoyer. Zur 
Immobilifirung des Augapfels —- den Mittelpunkt als unbeweglich angenommen 
— bedarf es noch der Fixirung zweier Punkte feiner Oberfläche. Monoyer liefs 
daher feine Fixationspinzette doppelarmig auslaufen; jede Branche endigt in 
zwei Arme. Es fei hier erwähnt, dafs Ed. v. Jäger fchon früher ein zweiarmiges 
Fixationsinftrument (das auch in mehreren Etuis vorhanden war) conftruirte, fowie
	        
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