Die oculiftifchen Inftrumente.
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dafs Juft die Monoyer’fche Pinzette fchon wieder verbeiferte, infoferne, als er den
Abftand der Branchen, der bei Monoyer 13 Millimeter betrug, auf 8 Millimeter
reducirte (wir fanden auch folche von 11 und 9 Millimeter vorräthig); diefe letztere
Pinzette ift daher auch zum Druck auf den unteren Linfenrand geeignet, was z. B.
bei der Weber’fchen Extraeftionsmethode erforderlich.
Ganz neu ift die Anwendung des Trepans fürs Auge; wir fallen:
Einen Au g e n t r e p an vonBowman, einem Sattler-Locheifen ähnlich,
hat er eine Hemmung, um verfchieden tief eindringen zu können; das Ganze
wird durch eine Feder in Bewegung gefetzt und kann leicht durch Daumen und
Zeigefinger einer Hand dirigirt werden.
F erner:
Einen Augentrepan von Weck er, von Mathieu nach Art des künft-
lichen Blutegels gebaut: auch hier wird die locheifenförmige Krone, deren Durch-
meffer zwifchen 1 bis 5 Millimeter beträgt, durch eine Feder in Bewegung gefetzt.
Der fchneidende Theil fitzt in einem foliden Auffatze, der fich genau der Form
der Cornea oder Sclera adaptiren kann; fo kann man zuerft das Inftrument auf
fetzen, die zu trepanirende Stelle genau auswählen und dann erft, um zu fchneiden
die Feder fpielen laffen.
Ein Verfahren, wenn auch im Alterthum bereits geübt, fo doch von
Wecker erft neuerlich wieder bekannt gemacht, hat zum Zwecke, die Hornhaut
mit Farbftoffen (namentlich chinefifcher Touche) zu färben. Zur T ä t o w i r u n g
verwendete Wecker anfangs feine Tät o wirungsnade 1, eine breite Staar-
nadel, mit einer bis an die Spitze gehenden Rinne zur Aufnahme des flüfligen
Farbftoffes. Jetztconftruirte er hiezu ein eigenesInft rument pourtatounage,
eine Vereinigung von 4 bis 5 Nadeln, welche gleichzeitig eindringen, nachdem
man früher auf die Hornhaut den Farbftoff mittelft' feiner Spatule pourtatou
nage, einem eigens geformten, kleinen, filbernen Löffel aufgetragen.
Ferner fanden wir gleichfalls von Wecker conftruirt: das N e v r 0 t o rrte
cache und die Spatule conductrice, welche zwei Inftrumente es ermög
lichen, ein Mefferchen gefchützt bis zum Sehnerven in der Orbita vorzufchieben,
um dafelbft die „Scheide des Optikus a n z u f c h n e i d e n“. Bei Neuritis
optica follen hievon fehr gute Erfolge zu erwarten fein.
Neu find auch die Verflache „m e d i c am e n t ö fe F1 üff i gk e i t e 11 im
zerftäubten Zuftande ans Auge“ zu bringen; mehrere Oculiften wollen
hiemit fchöne therapeutifche Erfolge erzielt haben.
Ein hiezu verwendbares, nach dem Syfteme des Siegle’fchen Inhalations
apparates gebautes Inftrument ift der hier ausgeftellte Fumigateur de
L au ren 90 ; da zwei Zerftäuber am Apparate (der zur Fixation der Stirne einen
breiten Metallknopf trägt) angebracht, können gleichzeitig beide Augen behan
delt werden.
Liebreich conftruirte zu gleichem Zwecke einen Pulverifateur.
Noch find ferner zu erwähnen:
Verfchiedene Sorten von Nadeln zur „C o nj un c ti val- und Cor-
nealfutur“.
Unter vielen Nadel haltern nennen wir die neu conftruirten nach
Sands und nach C o 11 i n.
Von den exponirten Thränenfack-Operationsinftrumenten find
erwähnenswerth:
Ein Coute au boutonne ä double tränehant von Wecker.
Eine Cannule a mandrin pour injections ducanal nafal eben
falls von Wecker angegeben.
Kleine Nägel aus Aluminium von Noyces.
Ein fehr hübfehes, kleines Etui für Thränenfack-Operationen von
M a t h i e u zufammengeftellt.
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