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Full text: Militär-Kartographie (Gruppe XIV, Section 6 und Gruppe XVII, Section 4), offcieller Ausstellungs-Bericht

Militär-Kartographie. 
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legung der fchiefen Beleuchtung fchwarz fchraffirt, Gletfcher find durch Elemente 
von Horizontallinien , Felfen durch fenkrecht gekreuzte Striche dargeftellt. Durch 
die Anwendung der fchrägen Beleuchtung wird allerdings ein hübfches Reliefbild 
hervorgebracht und mehr Effekt erzielt, als diefs bei der fenkrechten Beleuchtung 
ftattfinden kann, allein fie hindert die geometrifch richtige Darftellungund geftatte't 
keine Beurtheilung der Höhen- und Böfchungsverhältniffe. Der durch die Schraffen- 
tonirung beabfichtigte Vortheil, den Böfchungsgrad anzuzeigen, geht verloren, 
indem die Tonirung mehr dem Schatteneffekte als dem Böfchungsausdrucke dienen 
mufs. Diefe Manier kann bei einem Gebirgsterrain, das naheliegende, grofse 
relative Höhenunterfchiede und ftark markirte Formen enthält, Effekt machen, 
doch bei der Darftellung des flachen Terrains ift diefe nicht anwendbar, denn 
ihr einziger Vorzug, das Bodenrelief effektvoll hervortreten zu laffen, kommt 
dabei nicht zur Geltung. 
Die ausgeftellte Generalkarte der Schweiz im Mafse i : 2J0.000, 
beftehend aus 4 Blättern, ift eine Redukttion vorerwähnter Karte, und auch in 
derfelben Manier ausgeführt. 
Von dem feit dem Jahre 1869 in Angriff genommenen topographifchen 
Atlas der Schweiz im Mafsftabe der Originalaufnahmen, das ift 1:50.000 
für das Hochgebirge und 1 : 25.000 für die Ebene und den Jura, waren 36 Blätter 
in einer Mappe aufgelegt. 
Die einzelnen Blätter find 0-35 Meter lang, 024 Meter breit; der 
Kartenrand der einzelnen Blätter im Mafse 1 :50.000 ift von 30 zu 30 
Secunden, im Mafse 1 : 25,000 von 10 zu 10 Secunden eingetheilt, überdiefs ent 
halten die Blätter auch eine Eintheilung nach rechtwinkeligen Coordinaten, die 
fleh auf den Meridian und Perpendikel des Obfervatoriums von Bern beziehen. 
Die Kartenfläche ift im Quadrate von 6 Centimeter getheilt, entfprechend 
einer Länge von 1500 Meter in gröfserem und 3000 Meter in kleinerem Mafs 
ftabe. Die Lage der Netzpunkte der geographifchen Längen- und Breitengrade 
ift nach der modificirten Flammfteed'fchen Methode berechnet. 
Die Gerippezeichnung ift mit Ausnahme der blau dargeftellten Gewäffer 
fchwarz ausgeführt. 
Das Terrain ift in der Regel durch braune Curven dargeftellt. Es finden 
jedoch einige Ausnahmen ftatt, und zwar werden die kleinen Böfchungen und 
Einfchnitte, die Erdriffe und Schlipfe, das heifst Formen, welche die Aequidiftanz 
nicht durch Curven auszudrücken erlauben, durch braune Schraffen bezeichnet. 
Dei von Erde und Vegetation entblöfsteFelsboden wird durch fchwarze Horizontal - 
curven dargeftellt, infoferne es der Böfchungsgrad noch geftattet, während die 
Felsmaffen und Felswände, die wegen ihrer Steilheit die Zeichnung der Curven 
in der gewählten Aequidiftanz nicht zuläfsig machen durch fchwarze Schraffen 
ausgedrückt werden. Gletfcherpartien gelangen durch blaue Curven zum Aus 
drucke. In der Regel ift jede zehnte Curve punktirt und an paffender Stelle mit 
ihrer Höhenzahl in brauner Farbe bezeichnet. Punktirte Curven werden überdiefs 
noch angewendet, um den Anfang und das Ende von Böfchungen zu markiren, ferner 
als Zwifchencurven, um kleinere Terrainbewegungen zum Ausdrucke zu bringen. 
Die fchwarzen Höhenzahlen beziehen fleh auf Punkte, bei welchen fie 
ftehen; fie geben in Metern die abfolute Höhe. 
Die Schichtenhöhe beträgt 30 Meter für den Mafsftab x : 50.000 und 
10 Meter für den Mafsftab 1: 25.000 und nur in einzelnen Ausnahmsfällen find 8 
bis 4 Meter gewählt worden. 
Die Schrift wechfelt in Gröfse und Gattung, flehend oder liegend, nach der 
Wichtigkeit der Gegenftände. 
Für den Stich der Blätter im Mafse 1:25.000 wurden Kupferplatten 
gewählt, weil fie die mit der Zeit nothwendigen Aenderungen und Nachträge 
leichter geftatten. Die Blätter im Hochgebirge 1: 50.00,wo weniger Veränderungen 
Vorkommen, werden auf Stein gravirt. 
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