Papierinduftrie.
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Papierqualitäten dennoch nur in befchränktem Mafse ftatt. Die allzukurze Fafer
beeinträchtigt die Fettigkeit des Papieres, der Harzgehalt hindert die volle
Wirkung felbft einer kräftigen Bleiche, dieFafern verfilzen fich nicht dicht genug,
liegen mehr an der Oberfläche des Papieres, und befitzt auch diefes nicht genug
Satinirfähigkeit, um gröfseren Anfprüchen zu genügen.
Die Frage der Gewinnung ganz reiner Holzfafer gewann eine folche Bedeutung,
dafs zahllofe Experimente angeftellt wurden, um diefes fo überaus wichtige
Problem zu löfen. Es find heute bereits mehrere Methoden bekannt, Holzftoff
auf chemifchem Wege zu erzeugen, aber wie immer bei neu auftauchenden Erfindungen,
flehen auch hier Zweifel und Mifstrauen der rafchen Anerkennung diefes
neuen Stoffes und feiner fabriksmäfsigen Erzeugung hindernd im Wege, Wiewohl
man längft darüber einig ift, dafs die Holzfafer durch Einwirkung von hochgefpannten
Dämpfen und alkalifchen Laugen blofsgelegt wird, worauf das Bleichen
unfchwer erfolgt, fo flehen fich in derDetaillirung der mit dem Holze vorzunehmenden
Proceffe die Anfichten der Erfinder oft diametral entgegen, und ift diefe
Induftrie im Allgemeinen noch zu jung, um jenes Vertrauen zu erwecken, wodurch
derfelben Prosperität erblühen kann.
Es ift heute für Papierfabrikanten förmlich zur Modefache geworden, Cellulofe,
wenn auch nur im experimentalen Wege, zu erzeugen, wofür die Aufteilung
zahlreiche Belege in Form von kleinen Quantitäten Holzftoffes und einzelnen
Papierbögen lieferte. Diefe Manie kann jedoch von jedem Intereffenten nur auf
das freudigfte begrüfst werden, denn je vielfeitiger die Verfuche find, defto gröfser
ift die Möglichkeit der Auffindung des rationellften Verfahrens. Nichtsdeftoweniger
mufs conftatirt werden, dafs die Grofsinduftrie fich bereits diefes Gegenftandes
bemächtigt und fehr achtbare Refultate zu Tage gefördert hat. Auf der
Aufteilung find mehrere Fabricationsfyfteme, oder eigentlich die Erfolge derfelben
zur Anfchauung gebracht, und ift nur zu bedauern, dafs keine Methode durch Vorführung
von Mafchinen und Apparaten oder felbft nur von einem Modell erläutert
erfchien. Auf diefem Gebiete waren repräfentirt: England durch Stoffmufter und
Papiere von James Lee, Stoffmufter und Papiere von Mc. N i c o 11, der auch feinen
Verdampfungsapparat ausftellte, Frankreich durch ein Modell des methodifchen
Wafchapparates von L. Lefpermont in Paris, Deutfchland durch Stoffmufter
und Papier von A. Deininger, Bernhard Behrend in Cöslin, die Dalbker
Papierfabrik Max Drefel, Oefterreich durch Stofimufter der Gefellfchaft
Papyrus, Syftem Prinz, Papiermufter von Graf F a 1 k e n h a y n , Stoffmufter von
Hiebl & Diamant, Stoffmufter und Papiere von G. Röder Comp, in
Marfchendorf.
Das im Grofsen bisher am öfteften angewendete Verfahren ift das von
James L e e in Lydney, England. Den Mittheilungen feines Vertreters Herrn
Ingenieur C. M. Rofenhain, Berlin, Auguftftrafse 26, entnehmen wir hierüber
folgendes:
James A. L e e hat bereits fechs Fabriken in England, fünf in Schweden
und eine in Nordamerika eingerichtet, während fechs Fabriken in Deutfchland im
Bau begriffen find. Die ausgeftellten Holzftoff-Proben waren aus den Fabriken :
Wernbohl in Södermannland, Dalary bei Elmhult in Smäland, Krontorp bei
Bjernöborg in Wermland, Bruzaholm bei Ekesjö in Smäland und Brokhult bei
Söderköpping in Oeftergötland. Jede diefer Fabriken liefert per Woche 22 tons
chemifchen Holzftoffes, für welche in England 30 Pfund per ton geboten werden.
Das Verfahren James L e e ’s ift folgendes : Das von Borke befreite Holz,
welches aus ganzen Stämmen oder Abfällen, mit Ausnahme von Hobel- oder Sägefpänen
beftehen kann, wird auf einer Schneidmafchine zerkleinert.
Die eingehendften Verfuche haben bewiefen, dafs man Holz nur gleichmäfsig
cfurchkochen kann, wenn die Holzftücke von ganz gleicher Länge und
Dicke find, und in möglichft zufammengeprefsten Schichten in den Keffel eingebracht
werden, was durch den Lee’fchen Holzfchneider in ausgezeichneter