24
Emil Twerdy.
überdiefs durch den Vortheil einer grofsen Regelmäfsigkeit der Fabrication, der
Vermeidung des Schärfens u. f. w. gerechtfertigt. Diefelbe Anordnung bei den
Walzenfchienen zu treffen, war daher folgerichtig, aber die Dicke von drei bis
fünf Millimeter im Maximum, welche fie am beften haben mufsten, und das noth
wendige Vorflehen derfelben. um das Ergreifen des Stoffes zu bewirken, gaben
ihnen bei der alten Conflriuftion nicht die gehörige Fertigkeit. Bei der neuen
hingegen, wo das Vorftehen diefer Schienen auf 5 bis 6 Millimeter und mehr ver
mindert ift, dürfen die Schienen ohneweiters ohne Schärfe und ganz dünn fein.
Da der Elevator die Walze von der Arbeit der Speifung enthebt, fo wird dei
Durchmeffer der Walze von der Gröfse des Troges ganz unabhängig. Bei einer
Vermehrung des t affungsraumes irt man nicht mehr, wie bisher, genöthigt, auch
den Durchmeffer der Walze und damit ihr Gewicht zu vergröfsern. Bei Vergröfse
rung der Stoffmühle bleibt der Walzen-Durchmeffer derfelbe, nur erhält die Walze
eine giöfsere Länge, um dadurch verhältnifsmäfsig die Produclion zu vermehren.
Die Walzen erhalten demnach die möglichrt kleinen Durchmeffer, um fie weniger
koftfpielig zu machen.
Der von der K a r o 1 i n e n t h a 1 e r M a f c h i n e n b a u - G e f el 1 f c h a f t, vor
mals Lüffe - Märky & Bernard, in Prag ausgeftellte Holländer hat einen aus
Gement gebauten Trog; doch werden diefe auch in Gufseifen ausgeführt. Nähere
Mittheilungen hierüber ertheilen H. Everling 26, nie cadet Paris, Dr. Alwin
Rudel in Dresden und die genannte Karolinenthaler Mafchinenbau-Gefellfchaft.
Von diefen Holländern find bereits 60 Stück im Betriebe, und zwar in 17 Fabriken
Frankreichs, in 2 belgifchen, 1 baierifchen , 3 preufsifchen, 3 öfterreichifchen,
i italienifchen und 1 ruflifchen Papierfabrik.
Die deutfchen F abriken find : F r i e d r i c h in Eifenberg, die Eichberger
Papierfabrik in Schlehen, C. A. L u 11 e r ko rth in Tiifit, H. A. Schölle r Söhne
in Düren. Die öfterreichifchen Fabriken, welche bereits mit folchen Plolländern
verfehen find, find: Die Papierfabrik an der Andritz bei Graz und die Papier
fabrik in Freiheit, Böhmen. Annähernd irt der Preis der mechanifchen Theile für
eine Mühle von 120 bis 160 Pfund Papierftoff-Inhalt 4200 Francs; der Preis des
complet adjuftirten gufseifernen Troges 900 Francs. Die mechanifchen Theile
einer Mühle mit 200 bis 240 Pfund Stoffinhalt körten circa 4500 Francs, der Trog
circa 1000 Francs.
Der Prei$ einer Wafchtrommel irt 500 Francs.
Papiermafchinen. Von diefen find zwei Stück und ein Modell vor-
handen gewefen.
Die Papiermafchine von EfcherWyfs & Comp, in Zürich ift für die
München-Dachauer Adlien-Papierfabrik beftimmt und für die Maffenprodudtion
von Zeitungspapier eingerichtet, obzwar auch alle anderen Papierforten darauf
gearbeitet werden können. Die gröfste Arbeitsbreite beträgt 1880 Millimeter für
unbefchnittenes oder 1S50 bis 1860 Millimeter für befchnittenes Papier. Die
Mafchine ift bis auf Siebe, Filze und Riemen vollftändig montirt, und, wie von
diefer weltbekannten Firma vorauszufetzen, vorzüglich, folid und zweckmäfsig
gebaut. Sie befitzt einen Sandfang mittlerer Länge von dreikantigen eingefetzten
Holzleiften zufammengefetzt, drei in einer Ebene liegende Knotenfänger mit ein
gefetzten Metallplatten, auf welche der Stoff durch eine feitliche kupferne Rinne
zugeleitet wird. Die Länge des Siebes beträgt 12.600 Millimeter (die Sieblänge
gewöhnlicher Mafchinen machen Efcher Wyfs & Comp, nur 11.700 Millimeter).
Saugapparate waren drei Stück mit Meffingbefchlag vorhanden. Die elfte
und zweite Preffe bieten die diefer Firma eigenthümliche Conftrudlion mit fehr
kräftigen Zapfen, feitlich gefchloffenen Lagerftändern und felbftthätiger Schaber
bewegung. Sämmtliche Prefswalzen, das heifst fowohl diejenigen der Nafspreffen
als diejenigen der folgenden Satinirpreffen find von Hartgufs und in ihren Dimen-
fionen ganz gleich gehalten. Es hat diefs den grofsen Vortheil, dafs, falls im