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Full text: Papier-Industrie (Gruppe XI), officieller Ausstellungs-Bericht

Papierinduftrie. 
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Die ausgeftellten Rohftoffe und Papiere. 
Es liegt in der Natur der Sache, dafs jenes Land, welches eine Ausftellung 
veranftaltet und die diefem nächftgelegenen Staaten in der betreffenden Gruppe 
relativ am ftärkften vertreten find und die Betheiligung entfprechend der gröfseren 
Entfernung fchwächer wird. 
Die Anzahl der ausgeftellten Objedte eines Landes ift demnach kein zuver- 
läfsiger Mafsftab für die Beurtheilung des Umfanges und Entwicklungsgrades eines 
beftimmten Induftriezweiges. Die Papierausftellung in Wien bot' nur bei Oefter- 
reich-Ungarn und Deutfchland ein entfprechendes Bild des Standes der Papier- 
fabrication, wogegen die anderen Länder fchwach, einige gar nicht vertreten waren. 
Oefterreich-Ungarn. Von 96 Mafchinenpapier- und 24 Holzftoff- 
Fabriken haben 53 Firmen, mithin circa 44 Percent, die Ausftellung befchickt, 
doch find hierin alle in Oefterreich-Ungarn fabricirten Papierforten vertreten. 
Diefe umfaßen das gelammte Gebiet der in Europa gebrauchten Papiere mit Aus 
nahme von Photographiepapier, welches auf der Ausftellung überhaupt nur von 
Frankreich exponirt wurde. 
Die Papiere einer Gattung unterfcheiden fich, namentlich bei Ausftellungs- 
objedten wenig von einander, da deren Herftellungsweife faft überall die nämliche 
ift, und kommt, wenn es fich um ein ftrenges Urtheil über gleichnamige Waare 
handelt, wefentlich der Preis,derfelben in Betracht zu ziehen. 
Hochfeine Papiere haben ausgeftellt: 
Die Fabriken: Schlöglmühl. L e id e s d 0 rf & Comp., Eichmann & 
Comp in Arnau, H e i n ri ch s t h al in Mähren, L e y kam - J ofe ph s thal, Elb 
mühl in Arnau vormals Lorenz Söhne, Ro thne ufi e dl, G. Röder in 
Marfchendorf, Ritter von Z a h o n y in Görz, Imft, Wattens und Abfam in Tirol 
und Meynier in Fiume. D . 
Die Erzeugniffe diefer Firmen bieten das Vollkommenfte, was die Papier 
induftrie auf ihrer heutigen Entwicklungsftufe bietet und laßen die ausgeftellten 
Documenten-, Wafferdruck-, Noten-, Brief-, Kanzlei-, Feindruck- und Zeichen 
papiere nichts zu wünfchen übrig. 
Das hervorragendfte Ausftellungsobjea war das der Adhengefellfchaft 
Schlöglmühl, welches fich in der Rotunde befand. 
Diefe Fabrik ift eine der bedeutendften Oefterreichs und liefert den Ge- 
fammtbedarf des Staates an Noten, Obligationen, Stempel Briefcouverts etc. Die 
Fabrik befitzt 4 Papiermafchinen, worunter eine mit 84 Zoll Aibeitsbi eite, wohl 
die gröfste Oefterreichs. Die Jahresproduaion beträgt über 50.000 Centner. 
Für animalifche Leimung auf der Mafchine befitzt die Gefellfchaft ein eigenes 
Patent Die ausgeftellten, in einem Bogen ftreifig, verlchiedenfarbigen Hand 
papiere waren Unica der Ausftellung und zeugen von der aufserordenthchen Sorg- 
falt «e^zeugun^ ^ ^ aus einem Bogen g ewick elte Papierrolle zu erwähnen. 
welche 82'4 Wiener Zoll breit, 54332 Fufs, gleich 2</ t deutfche Meilen lang ift 
und 84V2 Zollcentner wiegt. Die ausgeftellten zu einem Pfund Papier nöth.gen 
Materialien find nur als Decoration anzufehen und haben abfolut keinen 
inflruZtiven Werth. ■ . Tr . . . c . rr -rr 
Es würde zu weit führen, alle die zahllofen Variationen in Stoff, kormat, 
Gewicht Farbe und Appretur der ausgeftellten feinen Papiere der oben genannten 
Fabriken näher zu befprechen, und da die Erzeugniffe derfelben einander faft ganz 
ebenbü-tigfind befchränken wir uns nur auf die AnführungvonBefonderheiten. Der 
Verwendung von chemifch gelöftem Holzftoff zu Briefpapier, welches von G. R o d e r 
& Comp ausgeftellt wurde, ift bereits an anderer Stelle rühmend gedacht worden.
	        
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