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Emil Twerdy.
Cellulofe war durch Mufter und Papiere der norddeutfchen Papierfabrik in
Cöftlin, Auguft D e i n i n g e r und Max D r e f e 1 vertreten.
Eitlere find feft, jedoch in der Farbe unanfehnlich, der beiden anderen ift
bereits an anderer Stelle erwähnt worden.
Gebleichte Strohmaffe wurde von C. A. Linke in Hirfchberg und C.
Matthys & P ummer er in Paffau in tadellofen Proben zur Anfchauung
gebracht.
Frankreich. Von den franzöfifchen Fabrikanten haben nur 14 die Au
fteilung befchickt, und zwar 13 mit Papieren, und eine Firma mit Proben von
Cellulofe. So gering auch die Zahl der Exponenten war, gereicht die franzöfifche
Papierausftellung dem Lande dennoch zur höchften Ehre, da die beften Firmen
ihre berühmten Fabricate vorführten.
Die Papiere waren in ganz gleichen gefchloffenen Käften, in einfacher aber
höchft gefchmackvoller Weife ausgeftellt und gewährte deren Studium dem Fach-
manne die höchfte Befriedigung.
Die Societe anonyme des Papetiers du Marais et de St. Marie brachte eine
reiche Sammlung von Druck-, Lithographie-, Kupferdruck-, färbigem, Banknoten-,
Adlen- und Wafferzeichen-Papieren, Jacquard und Glättkarten, welche das Voll-
kommenfte ihrer Art find. Die Wafferzeichen find von unübertroffener Reinheit
und Schärfe, die Stoffe abfolut rein, die Appretur prachtvoll.
Blanchet fr&res & Kleber, Rives, Ifere, glänzten durch ihre welt
berühmten Photographiepapiere, in weifser und mattgelber Farbe ausgeführt,
fowie durch Zeichen und Büttenpapiere.
Auf derfelben hohen Stufe der Vollkommenheit flehen die Erzeugniffe von
Lacroix fr Öres Angouleme, Charente, die in Brief-, Druck-, Photo
graphie- und Pergamentpapier beftehen, wie nicht minder den ausgezeichneten
Brief- und Luxuspapieren der Firma Ch. Becoulet & Comp, und den Schreib
papieren von Bichelberger & Comp, in Etival und Clairfontaine, Vosges, das
höchfte Lob zuzuerkennen ift.
Die ehrwürdige Firma Canfon & Mongolfier in Vidalon les Annonay,
Ardeche, dominirt, wie feit lange, heute noch den Weltmarkt mit ihren Natur
und weifsen Zeichenpapieren, woran fich, was Reinheit und Appretur betrifft,
die Documenten-, Photographie- und hochfeinen Druckpapiere würdig an
fchliefsen.
Die von fünf Fabrikanten ausgeftellten Cigarettenpapiere flehen den beften
diefer Art ebenbürtig zur Seite, und es ift nur zu bedauern, dafs fich die
Betheiligung Frankreichs in der Gruppe „Papier“ quantitativ nicht bedeutender
geftaltet hat.
England. Auch die hochentwickelte, tonangebende Papierinduftrie
Englands hat fich an der Wiener Ausftellung fchwach betheiligt, indem nur zwei
Ausfteller mit Papieren und zwei mit Cellulofeproben aufgetreten find.
A. C o wans and Sons, Papierfabricanten in Edinburgh, vertraten qualitativ
in ausgezeichneter Weife den Ruhm der englifchen Papiere, und rangiren unter
die erften Firmen des Landes. Die weifsen, färbigen, glatten, gerippten und
gemufterten Briefpapiere find in grofser Mannigfaltigkeit vorhanden und unver
gleichlich fchön appretirt. Die Leimung der Papiere gefchieht fo forgfältig,
dafs das Papier den Weg von 1 / 4 englifcher Meile zurücklegt, ehe es den Trocken
apparat verläfst.
Eine Merkwürdigkeit ift die Nachahmung von altem Papier zur Reproduc-
tion alter Werke. T. H. Saun ders in Dartford, Kent, brachten Büttenpapier,
Werthpapier, Pergament-, Karten , Zeichen- und Schreibpapier in ebenfalls voll
endeter Ausführung. Eine Specialität diefer Fabrik ift das durchfichtige Perga
mentpapier.