Die Mafchinen und Werksvorrichtungen in der Thonwaaren-Induftrie.
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erlöft welche jetzt doch fchon lange im Intereffe des Producenten fowohl als
des Käufers durch das norddeutfche Normalziegel-Format erfetzt fein follten!
Auf der Ausftelhmg war eine felbftftändige, nur auf Räder geftellte Mafchme
zu fehen. Wie wir hören, arbeitet eine folche bereits mit beftem Erfolge auf
einer Ziegelei der Gebrüder Lönholdt in Bockenheim bei Frankfurt am Main,
ohne dafs es uns möglich gewefen wäre, genauere Daten über ihre Leiftungsfähigkeit
mit dem dort zu Gebote flehenden fandigen Thone zu erfahren.
Der Preis der completen Mafchine fammt Zubehör ift 9 IO ° Gulden, der einer
folchen ohne Keffel und Motor 4700 Gulden frei an Bord geftellt.
Hand-Ziegelpreffen waren diefsmal fo gut wie gar nicht zu fehen
Die einzige Preffe, die wir vorfanden, ift jene von L. Jäger in Burfcheidt,
eine etwas complicirte Kniehebel-Preffe, difficil zu behandeln und kaum
den bereits bekannten Conftrudtionen vorzuziehen. Diefe, fowie jede andere
diefer Hand-Ziegelmafchinen eignet fleh nicht für die Erzeugung gewöhnlicher
Mauerziegel, fondern höchftens zum Nachpreffen derfelben behufs Herftellung
von Verblendfteinen. Aber auch zu diefem Werke kommt die Nachpreffe fchon
aufser Gebrauch, da denn doch mittelft der Ziegelpreffe mit Walzendruck,
etwa wie fie Gebrüder Schmerber ausftellten', eine gröfsere Leiftung und
ein vollkommeneres Materiale zu erzielen ift. Kaum ift die Produktion bei den
Hand-Ziegelpreffen über 2000 Stück pro Tag zu bringen, der Ziegel wird
ungleichförmig dicht und find folche Mafchinen zur Verarbeitung fehr plaftifchen
Thones unbrauchbar. Jäger’s Preffe, welche natürlich nur halbtrockenes,
ftark krümmliges Rohmateriale zu verarbeiten in der Lage ift, koftet fammt
Rädergeftelle, das fie transportabel macht, 460 Gulden.
Die Form- Ziegelpreffe von H. Peters (vertreten durch F. Hoffmann
in Berlin) ift eine eigenthümliche originelle Vorrichtung zur Herftellung
ornamentirter Ziegel oder Terracotten, welche auf mehreren Seiten eine Deffinirung
erhalten follen. . , , . ...
Das Princip diefer, übrigens nicht befonders einfachen und für eine
Maffenprodudtion auch kaum geeigneten Mafchine befiehl in der Anwendung
von viertheiligen gufseifernen Formen, die fich blumenkelchartig auseinander
legen. Von oben wird ein Stempel mittelft einer Schraube in die mit Lehm
gefüllte Form eingedrückt, während die Theile der Letzteren durch einen leicht
auffchiebbaren Ring zufammengehalten find.
Die Idee als folche verdient jedenfalls feftgehalten zu werden, die
praktifche Ausführung derfelben im vorliegenden Falle läfst aber gewifs noch
Manches zu wünfehen übrig und vermag noch lange nicht den Zwecken der
praktifchen ThonwaaremFabrication zu dienen.
An die mit Mafchinkraft bewegten, vorhin befprochenen Ziegelmafchinen
fchliefsen fich die Röhrenpreffen direkte an, welche auch nicht feiten zur
Herftellung von Fagonziegeln, Dachplatten u. f. w. dienen
Preffen für D rainr öhr en-F ab ri c at ion gewöhnlichfter Conftrudhon,
an denen eine Zahnftange mit Druckplatte den Thon aus dem Füllkaften treibt,
Hellte BernhardBorofchinPrag aus, die durch ihre, gefchmacklos genug mit
fcharlachrothem Tuch überzogenen Walzen am Abfchneidetifch, mehi als nötliig
aufgefallen find. Für ganz kleine Arbeiten, für das Preffen von Kachelftegen
u f, w . wird fogar nur eine Schraube zum Ausdrücken des Thones benützt.
Ebenfowenig wie die erftgenannten Preffen bietet jene von Page & Co in p.
in Bedford Neues. Mittelft doppelter Zahnftange wird der Thon ausgetrieben
und gefchieht die Kraftübertragung durch ein kräftiges doppeltes Vorgelege.
Vier Drainröhren werden auf einmal erzeugt.
Mit den Drainröhren verfchwinden nach und nach auch diefe Mafchinen,
um continuirlich wirkenden Platz zu machen. Die Steinzeug-Röhrenfabrication,