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Full text: Die Maschinen und Werksvorrichtungen in der Thonwaaren-Industrie (Gruppe XIII, Section 2), officieller Ausstellungs-Bericht

Die Mafchinen und WerksvorrichtUttgen in der Thonwaaren-Induftne. 
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und die Vermeidung einer unnöthigen Ueberhitzung gewiffer fheile des 0fenb ’ 
find die, bei allen Varianten angeftrebten Principien des Conftrudteurs. 
In allen jenen Fällen, in denen das zu brennende Fabricat gegen eine, 
nicht ganz gleichförmige Mifchung der Flamme fehr empfindlich ift wie bei 
Porzellan- Steingut- oder bleiglafirtem Gefchirre, ift eine centrale Einführung des 
Gasgemenges erforderlich, was freilich den Nachtheil hat dafs eine gewiffe 
Wärmemenge durch Zufammenführen von Gas und Luft unterhalb der Ofenfohlt 
demBrennproceffe entzogen wird und auch die Baukoften der Anlage lieh erhöhen. 
Für Terracotten und Ziegel ift eine folche Vorficht nicht nothwendig. Hier kann 
man Gas und Luft an mehreren Punkten der Kammer frei emtreten 1 affen , die 
Bauart derfelben wird einfacher, dauerhafter, die Brennftoff-Erfparnifs erheblicher. 
Die angewandten Gasgeneratoren find von bekannter Conftruötion, in ihnen 
bildet fich aus dem aufgegebenen Brennmateriale unter Zuftrömen eines geringeren 
Luftquantums, als zur völligen Verbrennung nöthig ift, das Gemenge von Kohlen 
oxyd-Gas Wafferftoff und Kohlenwaffer-Stoffen, welches neben dem gebildeten 
Waffer und dem Stickftoffe der eingeftrömten atmofphänfehen Luft in zwei 
Canälen den Kammern zugeleitet wird , welche in gröfserer Zahl und in zwei 
Reihen angeordnet find. 
Die Gaszuftrömungs-Canäle laufen an den beiden Aufsenfeiten der dop 
pelten Kammerreihe. Jede Kammer hat ihre befondere, durch ein Ventil fperrbare 
Gaszuführung und eine Verbindung mit den beiden anftofsenden Kammern durch 
Canäle in den Trenmingswänden, welche ihrerfeits durch eifernc Schieber abfperr- 
bar find Durch ein eifernes Glockenkegel-Ventil lieht zudem jede Kammer mit 
dem Rauch-Abzugskanale in Verbindung, der zwifchen den beiden Kammerreihen 
liegt und in den Schornftein des Ofenfyftemes mündet. 
Soll eine folche Kammerreihe in Betrieb gefetzt werden, fo bringt man die 
Generatoren in Gang, leitet das Gas in eine Ofenkanuner, welche vorher mittelft 
direaen Feuers in Rothgluth gebracht ift, oder man zündet das Gas, auch wenn 
die Befchaffenheit der zu brennenden Waare diefs zuläfst, bei feinem Eintritte in 
eine kalte Kammer direfle an. Sobald die Kammer gar gebrannt ift - was 
man freilich bei kalter Verbrennungsluft etwas fchwer erreicht — wird das Gas 
ventil derfelben gefchloffen und das zu der nächften Kammer führende geöffnet, 
welche durch die abziehenden heifsen Verbrennungs-Produae aus der erden 
bereits ftark vorgewärmt ift. Die Luft, welche nun zur Verbrennung nothig ift, 
„affin durch die Oeffnungen in den Kammer-Scheidewänden , tritt erhitzt an das 
Gas entzündet es und erhöht deffen Heizkraft wefentlich. In folcher Weife 
fetzt’fich nun ein continuirlicher Brennprocefs von Kammer zu Kammer regel- 
mafsig fort.^ und Chamottewa aren genügt eine Kammerzahl von vierzehn bis 
fechzehn, in zwei Reihen von je heben bis acht Kammern angeordnet, welche an 
ihren Enden durch Canäle verbunden find. 
Wenn bei einem, im vollen Gange befindlichen Ofen von fechzehn Kam 
mern beifpielsweife die Kammer 8 durch Einleitung von Gas befeuert wird, fo 
empfängt letzteres die nöthige Verbrennungsluft durch den etwas geöffneten 
Eingang der Kammer S , nachdem diefe Luft Kammer 5,0,7 paffirt und aus deu 
telten Wärme entnommen hat. Die Kammern 9 , 10 und H werden von den aus 
X abcehenden Verbrennungsprodudlen durchftrichen und hiedurch vorgenannt, 
Kammer 11 ift von 12 dabei durch Schieber getrennt. Auch die fertig gebrannt 
flehenden Kammern 1, 2, 3 und 4 haben dann noch eine ziemlich erhebliche 
Temperatur Man läfst Luft durch diefelben ftreichen , welche nach Belieben 
zur Erwärmung der Trockenräume in der Fabrik verwendet oder durch einen 
behinderen kleinen Canal in die Kammern 13 und 14 geleitet wird. D.efe find 
mit frifchem Einfatz verfehen , jede für fich durch Schieber abgefchloffen und mit 
dem Schornftein in Verbindung gefetzt. Durch den, ganz allmalig den fnfehen 
Einfatz paflirenden , vom Schornftein angefogenen , warmen Luftftrom werden 
vom
	        
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