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Dr. Emil Teirich.
Es liefse fich die Reihe desjenigen, was wir auf der AusRellung nicht
fahen, noch um eine gute Länge vermehren, wollte man aller neueren Apparate
gedenken, die namentlich von englifchen Fabrikanten eingeführt und benützt
werden. Diefe felbft, wie der fchon einmal genannte und fehr bekannte Clayton,
fowie auch Witehead oder Kirk und Pollock fehlten fonderbarer Weife im Prater
gänzlich.
Mehr noch als in manchen anderen Induftriezweigen werden in der Thon-
waaren-Fäbrication Hilfsmafchinen für fpecielle Zwecke conftruirt und daher
auch nicht feiten ängfllich geheim gehalten.
Das, was die Ausftellung brachte, aberzufammenzufuchen oder aufzufinden,
war keine kleine Arbeit. Alle hier zu befprechenden Gegenftände fanden fich in
die verfchiedenften Gruppen eingereiht und über den ganzen AusRellungsrayon
fo vertheilt vor, dafs einer Berichterftattung etwaige Auslaffungen kaum zum
Vorwurf gemacht werden können. Das ganze Materiale war eben gewiffermafsen
nur durch zufälliges Auffinden zu fammeln.
Um das fo Gefundene zu ordnen, befprechen wir hier der Reihe nach:
Mafchinen, beftimmt zur Vorbereitung des Rohmateriales;
Mafchinen und Vorrichtungen, benützt zur Formgebung der vorbereiteten
Thonmaffe.
Apparate zum Trocknen und Brennen der geformten Gegenftände.
Mafchinen zur Vorbereitung des Rohmateriales.
. Thonfehneider. Die älteften Vorbereitungsmafchinen für die Ver
arbeitung des plaftifchen Thones im feuchten Zuftande find die Thonfchneider v
deren wefentlichfler Th eil, die vertical oder horizontal geflehte rotirende Welle,
mit Meffer oder fchaufelförmigen Armen verfehen ift, welche nach der archimedi-
fchen Schraubenlinie mehr oder weniger genau geftellt, die Aufgabe haben, eine
Zertheilung der aufgegebenen Thonftücke, ein inniges Vermengen der unhomo
genen Theile des Thones oder verfchiedener Zufätze zu demfelben, wie Sand und
dergl., zu bewirken.
Eine zweite Funktion diefer Mefferwelle, welcher gewöhnlich durch Rete
Benetzung mittelR Waffer die Arbeit erleichtert wird und die daher auch den
Thon in den zu feiner ferneren Bearbeitung nöthigen Feuchtigkeitsgrad zu ver-
fetzen hat, iR das Vordrücken der fo gemengten und gekneteten Maffe nach einem
meiR regulirbaren MundRücke des Mantels, welcher die beweglichen Theile
umfafst. Der Thon tritt als Strang heraus, und wird diefer Th eil der Funktion des
Apparates den fogenannten Fafsfchaufeln übertragen, welche auf dem der Aus
trittsöffnung zunächR liegenden Ende der Welle auffitzen. Weder an der allgemei
nen Anordnung noch an den wefentlichRen Details der ConRruötion diefer Thon-
fchneider war Neues zu fehen.
Wird der austretende ThonRrang durch eine Vorrichtung in Stücke zer-
theilt, fo Rehen wir bereits vor der Ziegelmafchine, die denn auch wirklich
zumeift aus einem Thonfehneider in Verbindung mit einem Abfehneide
apparate beReht.
Bei Verwendung eines unreinen Materiales, namentlich alfo dort, wo der
Thonfehneider ein folches zu verarbeiten hat, das keinem Schlämmprocefs noch
unterworfen war, legt man vor denfelben ein Walzenpaar zur Verkleinerung und
Befeitigung von Steinen, zum Zerdrücken harter Thonklumpen.
An der Ziegelmafchine der Gebrüder Schm erb er in Tagolsheim finden
wir fogar ein doppeltes Walzwerk als Vorbereitungsmafchine für den Thon-
fchneider, nach welchem ein Transporteur (Band ohne Ende) das zerquetfehte
Materiale führt. An den Mafchinen der Eifengiefserei und Mafchinen-