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Full text: Die Maschinen und Werksvorrichtungen in der Thonwaaren-Industrie (Gruppe XIII, Section 2), officieller Ausstellungs-Bericht

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Dr. Emil Teirich. 
Es liefse fich die Reihe desjenigen, was wir auf der AusRellung nicht 
fahen, noch um eine gute Länge vermehren, wollte man aller neueren Apparate 
gedenken, die namentlich von englifchen Fabrikanten eingeführt und benützt 
werden. Diefe felbft, wie der fchon einmal genannte und fehr bekannte Clayton, 
fowie auch Witehead oder Kirk und Pollock fehlten fonderbarer Weife im Prater 
gänzlich. 
Mehr noch als in manchen anderen Induftriezweigen werden in der Thon- 
waaren-Fäbrication Hilfsmafchinen für fpecielle Zwecke conftruirt und daher 
auch nicht feiten ängfllich geheim gehalten. 
Das, was die Ausftellung brachte, aberzufammenzufuchen oder aufzufinden, 
war keine kleine Arbeit. Alle hier zu befprechenden Gegenftände fanden fich in 
die verfchiedenften Gruppen eingereiht und über den ganzen AusRellungsrayon 
fo vertheilt vor, dafs einer Berichterftattung etwaige Auslaffungen kaum zum 
Vorwurf gemacht werden können. Das ganze Materiale war eben gewiffermafsen 
nur durch zufälliges Auffinden zu fammeln. 
Um das fo Gefundene zu ordnen, befprechen wir hier der Reihe nach: 
Mafchinen, beftimmt zur Vorbereitung des Rohmateriales; 
Mafchinen und Vorrichtungen, benützt zur Formgebung der vorbereiteten 
Thonmaffe. 
Apparate zum Trocknen und Brennen der geformten Gegenftände. 
Mafchinen zur Vorbereitung des Rohmateriales. 
. Thonfehneider. Die älteften Vorbereitungsmafchinen für die Ver 
arbeitung des plaftifchen Thones im feuchten Zuftande find die Thonfchneider v 
deren wefentlichfler Th eil, die vertical oder horizontal geflehte rotirende Welle, 
mit Meffer oder fchaufelförmigen Armen verfehen ift, welche nach der archimedi- 
fchen Schraubenlinie mehr oder weniger genau geftellt, die Aufgabe haben, eine 
Zertheilung der aufgegebenen Thonftücke, ein inniges Vermengen der unhomo 
genen Theile des Thones oder verfchiedener Zufätze zu demfelben, wie Sand und 
dergl., zu bewirken. 
Eine zweite Funktion diefer Mefferwelle, welcher gewöhnlich durch Rete 
Benetzung mittelR Waffer die Arbeit erleichtert wird und die daher auch den 
Thon in den zu feiner ferneren Bearbeitung nöthigen Feuchtigkeitsgrad zu ver- 
fetzen hat, iR das Vordrücken der fo gemengten und gekneteten Maffe nach einem 
meiR regulirbaren MundRücke des Mantels, welcher die beweglichen Theile 
umfafst. Der Thon tritt als Strang heraus, und wird diefer Th eil der Funktion des 
Apparates den fogenannten Fafsfchaufeln übertragen, welche auf dem der Aus 
trittsöffnung zunächR liegenden Ende der Welle auffitzen. Weder an der allgemei 
nen Anordnung noch an den wefentlichRen Details der ConRruötion diefer Thon- 
fchneider war Neues zu fehen. 
Wird der austretende ThonRrang durch eine Vorrichtung in Stücke zer- 
theilt, fo Rehen wir bereits vor der Ziegelmafchine, die denn auch wirklich 
zumeift aus einem Thonfehneider in Verbindung mit einem Abfehneide 
apparate beReht. 
Bei Verwendung eines unreinen Materiales, namentlich alfo dort, wo der 
Thonfehneider ein folches zu verarbeiten hat, das keinem Schlämmprocefs noch 
unterworfen war, legt man vor denfelben ein Walzenpaar zur Verkleinerung und 
Befeitigung von Steinen, zum Zerdrücken harter Thonklumpen. 
An der Ziegelmafchine der Gebrüder Schm erb er in Tagolsheim finden 
wir fogar ein doppeltes Walzwerk als Vorbereitungsmafchine für den Thon- 
fchneider, nach welchem ein Transporteur (Band ohne Ende) das zerquetfehte 
Materiale führt. An den Mafchinen der Eifengiefserei und Mafchinen-
	        
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