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Full text : Bautischlerei (Gruppe VIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

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Bernhard  Ludwig.

Auch  die  Leiftungen  Mallmann’s  (Wien)  Schrodt’s  (Wien)  und  noch  einiger
anderer  Firmen  waren  nennenswerth.
Endlich  fei  noch  des  Mobiliars  im  Kaiferpavillon  gedacht,  welches  imVerhältnifs
  zu  der  kurzen  Zeit,  die  den  Fabrikanten  von  der  künftlerifchen  Leitung
des  Baues  zur  Anfertigung  desselben  geftattet  wurde  ,  als  vollkommen  gelungen
betrachtet  werden  kann.
Da  es  mir  nicht  gut  zuläffig  fcheint,  als  Berichterftatter  über  meine  eigenen
Ausftellungsobjedte  zu  berichten,  fo  erlaube  ich  mir  nur  einige  Punkte  anzuführen, ­
  welche  mir  bei  dem  Entwurf  derfelben  als  Leitfaden  dienten.  Meine
Abficht  war,  Arbeit  und  Zeichnung  nicht  allzufehr  aus  dem  Rahmen  der  gewöhnlichen ­
  Erzeugniffe  meiner  Fabrik  hervortreten  zu  laffen,  und  follten  auch  diefelben
  nach  Beendigung  der  Ausftellung  noch  zu  verkaufen  fein  ;  defshalb  mufste
vor  Allem  Preiswürdigkeit  die  Grundbedingung  dazu  bilden,  fodann  eine  dem
Zweck  entfprechende  Conftruötion  zum  Verbrauche  derfelben,  fowie  Einfachheit
in  der  Architektur  und  womöglich  richtige  und  gefchmackvolle  Anwendung  der
von  mir  fchon  längere  Zeit  cultivirten  Intarfienarbeiten;  wie  diefes  Ziel  von  mir
gelöft  wurde,  mufs  ich  Anderen  zur  Beurtheilung  überlaffen.
Ferner  erlaube  ich  mir  noch  derDetailarbeiten  aus  meinerFabrik  in  Silben,
Oberöfterreich,  und  deren  Verbindung  mit  Fachfchulen  Erwähnung  zu  thun.  Der
Zweck  diefer  Colledtion  war  die  fyftematifche  Darftellung  der  Lehr-  und  Lernmethode, ­
  mit  welcher  die  Gefangenen  in  Suben  in  möglichft  kurzer  Zeit  einen
kunftinduftriellen  Zweig  der  Holzinduftrie  erlernen,  der  fie  nach  Abbüfsung  ihrer
beftimmten  Strafe  in  die  Lage  verfetzt,  fich  einen  genügenden  und  reellen  Lebensunterhalt ­
  zu  verfchaffen.
Und  nun  wollen  wir,  um  das  Bild  zu  vervollftändigen,  noch  einige  Daten
über  die  zu  diefem  Induftriezweige  erforderlichen  Rohmaterialien,  Fourniere,
Werkzeuge,  Hilfsmafchinen,  Erfindungen  und  Verbefferungen  zur  Bereitung  von
Halbfabricaten  beifügen.
Was  das  Rohmaterial  betrifft,  fo  hat  Frankreich  in  feiner  wildwachfenden
Pappel  ein  ausgezeichnetes  Blindholz,  welches  für  die  Möbelinduftrie  die  beften
Eigenfchaften  in  fich  vereint  und  der  franzöfifchen  Fabrication  anderen  Ländern
gegenüber  grofse  Vortheile  bietet.  Auch  verwenden  fie  bei  werthvolleren  Arbeiten
Eichen-  und  fchlichtes  Mahagoniholz.  Zu  ihren  Fournieren  verbrauchen  fie
gröfstentheils  dunkle  Hölzer,  wie  Nufs-,  Eben-,  Icaranda-  und  Mahagoniholz.
England  hat  wieder  diretfte  Holzquellen  an  feinen  Colonien  und  der  billige
Waffertransport  macht  es  ihnen  möglich,  die  beften  Hölzer,  wie  Mahagoni-,  Nufsfchwedifches
  und  amerikanifches  Nadelholz  als  Blindholz  zu  verwenden.  Hingegen
finden  wir,  dafs  fie  zur  äufseren  Decoration  imGegenfatz  zu  Frankreich  undOefterreich
  mehr  lichte  Farben,  wie:  Eichen.  Efchen-,  Setting-,  ungarifche  Efchen,
amerikanifches  Olivenholz  u.  f.  w.,  lieben.
Dagegen  hat  das  deutfche  Reich  in  feinem  Norden  ein  wildes  Föhren-  oder
Kieferholz,  welches  ebenfalls  ein  vortreffliches  Material  für  Blindholz  abgibt,  und
durchfchnittlich  auch  als  folches  verwendet  wird;  für  die  äufsere  Ausfchmückung
kommt  wiederNufs-,  Mahagoni-,  Palifander-,  Kirfch-,  Eichen-,  Efchen-  und  Birkenholz ­
  in  Anwendung.
Belgien  fchliefst  fich  in  diefer  Hin  ficht  mehr  Frankreich  an,  während  Rufsland, ­
  Schweden,  Norwegen  und  Dänemark  fich  England  nähern.
Oefterreich  hat  trotz  feiner  reichen  Forftproducte  doch  nicht  das  zuBlindholz
  für  die  Möbeltifchlerei  paffende  Rohmaterial  wie  Frankreich  und  England  ;
die  öfterreichifchen  Holzarten  find  meiftens  zu  hornig  und  hart  in  ihrer  Struktur.
Nur  Böhmen  macht  hierin  mit  feinem  fchönen  Fichtenholze  eine  Ausnahme.  Doch
wird  diefes  feiner  guten  Eigenfchaften  wegen  gröfstentheils  zu  Inftrumentholz
verwendet  und  ins  Ausland  exportirt,  wodurch  es  durch  den  daraus  erzielten
hohen  Preis  der  Möbelfabrication  im  Allgemeinen  unzugänglich  wird.
            
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