Waffen mit Ausnahme von Kriegswaffen.
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Verzierungen an den Läufen, Schlöffern, Bügeln und dem übrigen Befchläge
waren fehr beachtenswerthe, an mehreren Stücken geradezu höchft gelungene
Leiftungen.
Der Firma Roblin wurde der Titel eines k. k. Hof-Büchfenmachers ver
liehen. Es war Gelegenheit geboten, ein aus der Collection derfelben flammendes
Doppelgewehr zerlegen zu können. Die Sorgfalt und Präcifion bezüglich Anferti
gung aller Beflandtheile, fowie die ganze Adjuflirung mufs als muflerhaft bezeich
net werden.
Die Firma H. Faure lePage hatte zwei Paar Scheibenpiftolen ausgeflellt,
welche in jeder Beziehung als höchft vollendete Leiftungen hervorzuheben kommen.
Es waren diefes Prachtwaffen im ganzen Sinne des Wortes, daher auch der dafür
angefprochene Preis ein erheblicher.
Ihren Abfchlufs erhalten die franzöfifchen Ausftellungen von Jagdgewehren,
Piftolen und Revolvern durch eine von der Firma M. Gevelot veranlafste, fehr
reiche Expofition von Patronen, Kapfeln u. f. w. für verfchiedene Hinterlad-
Syfleme fowie für die älteren Percuffionseinrichtungen.
In Bezug auf die öfterreichifchen Ausfteller von Jagd- und Luxusgewehren
und Waffen, unter denen wir ebenfo fehr alten, bewährten Firmen, fowie neuen
Namen begegneten, haben wir felbflverfländlich zunächft den Wiener Firmen unfere
Aufmerkfamkeit zuzuwenden. Wir fanden die Fabriken und Werkflätten von
Leopold Gaffer, Johann Kal e t zky, Stefan Mann, Wenzel M afch ek, Anton
Mulacz und Johann Springer vertreten, unter denen die erftgenannte Firma
namentlich der Erzeugung und Einrichtung von Revolvern aller Art ihre Thätigkeit
zuwendet.
Unter den fehr zahlreich ausgeflellten Revolvern bemerkten wir zwei Schau-
flücke von befonderer Schönheit. Sehr inftruCtiv war die Darflellung aller Revolver-
beftandtheile von der Schmiede bis zur Ausfertigung, welches Bild, um das Innere
der Einrichtung zu zeigen, durch ein fertiges, jedoch der Länge nach mitten durch -
gefchnittenes folches Waffenftück vervollständigt erfchien.
Die Gaffer’fche Revolverfabrik und ihre Erzeugniffe verdienen darum eine
befondere Beachtung, weil erftere eines der gröfsten und befteingerichteten Etablif-
fements diefer Art ift.
Als eines Curiofums wollen wir hier auch auf den von Franz Bo nt einer
feparat ausgelegt gewefenen 21-läufigen Revolver — eines der älteflen in Wien
angefertigten Exemplare diefer Waffengattung — aufmerkfam machen.
Unter den genannten Wiener Firmen hatte Johann S p r i n g e r befonders
reich ausgeflellt. Zunächft wurde die Aufmerkfamkeit durch zwei Scheibenpiftolen
gefeffelt, deren Befchläge, wie überhaupt die ganze Ornamentik, nach guten Muttern
entworfen und in corre<5ter Weife ausgeführt find.
Eine grofse Zahl von Doppelbüchfen, zum Theile Schrotgewehre, zum
Theile fogenannte Büchsflinten, nach verschiedenen Hinterlad-Syltemen eingerichtet,
bald fehr reich, bald einfacher ausgeflattet, wurde von vielen Befuchern mit Auf
merkfamkeit geprüft. Sämmtliche Eifenbeftandtheile befitzen eine gefchmackvolle
Zeichnung, und ift die fchöne Arbeit fehr beachtenswerth.
Durch eine kleine Anzahl von Kugelgewehren, fogenannten Pirfchftutzen,
fand die Springer’fche Ausftellung einen guten Abfchlufs.
Die ColleClionen der Firmen K a 1 e tzky , Mann, M afch e k und Mulac z,
Doppelgewehre und Hinterlader-Scheibenbüchfen enthaltend, zeichneten fleh
durch eine ebenfo forgfältige als präcife Arbeit aus, und müffen die angefetzten
Verkaufspreife als fehr mäfsig conftatirt werden.
Wenden wir nunmehr unfere Aufmerkfamkeit der Fabrication von Jagd-
und Luxuswaffen in den weltlichen Ländern der öfterreichifchen Monarchie zu, fo
gaben uns die zahlreichen und fchönen Ausftellungen Gelegenheit, einen wefent-
lichen Fortfehritt nachweifen zu können.