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Full text : Waffen mit Ausnahme der Kriegswaffen (Gruppe VII, Section 3), officieller Ausstellungs-Bericht

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Carl  Haas.

Menge  Silbers  zum  Ueberzuge  erhalten.  Befonders  hervorzuheben  ift  die  Mannig
faltigkeit  der  Formen  für  die  gewöhnlichen  Couverts,  welche  in  einer  Abwechslung
von  33  Müllern  erzeugt  werden.
In  der  Ausftellung  waren  an  echter  Silberwaare  ein  reizendes  Silberfervice
  mit  grüner  Vergoldung;  zunächfl  ein  Prachtfervice  für  Kaffee,  mit  wirklich
künfllerifch  ausgeführter  Decoration;  die  Metalltaffe,  welche  die  Kanne  trägt,  auf
ftilvollen  Sphynxfiguren  gelagert,  ringsum  auch  die  reich  behandelte  Untertaffe,
Schalen  mit  Metall,  welche  mit  Email  umgeben  find.  Das  Service,  im  Preife  von
18.000  fl.,  fand  einen  inländifchen  Käufer.
In  verfilbertem  Packfong  (Alfenide)  ragten  vor  Allem  zwei  grofse,  reich
ausgeflattete  Tafelfervice  hervor  mit  grofsen  Mittelflücken  für  Blumen  nebft  allem
Nebenzugehör  in  Verbindung  mit  Kryftallglas.  Das  eine  im  Renaiffanceftile  ruht
auf  zierlichenKinderfiguren,  das  andere,  reicher  gehalten,  mit  fall  zu  üppig  wuchern  >
dem  Detail  mit  Verzierungen  auf  vergoldetem  Grunde.  Einzelnes  an  Tellern  und
Schüffeln  in  überaus  zierlichem  Blätterornament  ift  noch  zu  erwähnen,  leicht
erhoben  auf  vertieftem  ebenfalls  wieder  vergoldetem  Grunde.  Die  Decoration^-weife
  ift  als  fehr  gelungen  zu  betonen  und  empfehlenswerth  zum  Studium.  Um
einen  kleinen  Schatten  in  der  äfthetifchen  Wirkung  hervorzubringen,  fehlte  auch
die  unvermeidliche  Serviettenimitation  auf  einer  Schüffel  nicht.
In  enger  Beziehung  zu  diefem  Tafelgeräth  waren  auch  eigentliche  Schauflücke
  für  Zimmerdecorationen  zu  fehen,  von  deren  Fülle  hier  nur  einer  grofsen
Vafe  in  Form  einer  antiken  Amphora  Erwähnung  gethan  fei,  welche,  von  zwei
Figuren  umgeben  und  geflützt,  das  umgekehrte  Verfahren  zeigte.  Die  Flächen
waren  in  mattem  Silber  gehalten  und  das  reiche,  halberhobene  Beiwerk  in  zartei
Vergoldung,  das  Ganze  in  feiner  Empfindung  antiker  Originale.
Von  dem  Hildesheimer  Silber  und  dem,  was  Chriftofle  nach  den  Originalen ­
  in  galvanifchen  Copien,  deren  fpäter  gedacht  werden  wird,  zur  Ausftellung
brachte,  wurden  mitunter  in  etwas  gewagter  Weife  Umänderungen  der  Hauptmotive ­
  für  heutige  Zwecke  in  Service-Beftamitheilen  verflicht.
Noch  fei  fchliefslich  bemerkt,  dafs  befonders  kunftvolle  Treibarbeit  nicht
vertreten  war,  und  Gufs-  oder  Galvanoplaftik  in  reichlichem  Mafse  zur  Verzierung
in  Anwendung  kamen.  Das  Wenige,  welches  hierher  gehörig  von  Barbedien ­
  n  e  ausgeftellt  war,  trug  das  Gepräge  vollendetfler  Ausführung;  fo  Silberleuchter, ­
  von  S  evin  gezeichnet,  von  At  arge  cifelirt,  eine  merkwürdige,  den
beften  Vorbildern  entnommene  Arbeit;  grofse  dreiarmige,  verfilberte  Bronceleuchter,
  Stil  Louis  XIV.  in  nobler,  brillanter  Weife  gehalten.
Ein  Renaiflance-Weinfervice,  in  Silber  ausgeführt,  war  zur  Zeit  nur  durch
feine  ebenfalls  vorzüglichen  Modellftücke  repräfentirt.
In  befcheidener  Weife,  aber  tüchtig  gearbeitet  und  in  zierlichen  Formen,
war  die  kleine  Expofition  des  Haufes  Moulinaux  in  Paris  gehalten.
Eine  Specialität  in  echtem  und  unechtem  Metall  bildeten  die  gefchmackvollen
  Gegenftände  von  Emile  Philippe.  Es  waren  reizende,  kleine  Sächelchen,
Schmuckkäflchen,  Flacons,  Leuchter  in  Gold,  Silber  und  Bronce  ausgeführt.
Meift  an  gröfseren  Gegenftänden  war  das  Ornament  mit  Zuhilfenahme  der
Aetzung  hergeftellt,  wo  dann  die  erhoben  gebliebenen  Theile  in  reichfter  Weife
mit  Gravirung  und  zwar  in  höchft  beachtenswerther  Art  gegliedert  waren.
In  den  Kunftbroncen  (bronces  d’art)  trat  in  geradezu  impofanter  Weife
zuerft  Barbedienn  e  uns  entgegen.
Wenn  der  Stil  den  Menfchen  macht,  fo  wäre  man  verflicht,  zu  fagen,  die
Art  einer  Ausftellungsmethode  kennzeichnet  die  Intelligenz  des  Ausftellers.
In  der  felbftbewufsten,  vornehmen  abgefchloffenen  Weife  der  Barbedienn ­
  e’fchen  Ausftellung  fühlen  wir  es  von  vorneherein,  mit  einem  Manne  zu  thun
zu  haben,  welcher  ein  hohes  Ziel  vor  Augen  und  vor  feinem  eigenen  Können  und
Wollen  Refpedl  hat.  In  feiner  Weife  an  der  Spitze  feiner  Branche  flehend,  hat
Barbedienne  in  jedem  Artikel  das  ernfte  Streben,  vor  Allem  künftlerifche
            
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