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Full text: Waffen mit Ausnahme der Kriegswaffen (Gruppe VII, Section 3), officieller Ausstellungs-Bericht

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Carl Haas. 
Das Stilvollfle unter Allem war eine grofse im Antikilile gehaltene Vafe, 
gezeichnet von M. Reiber, in wirklich flaunenerregender Weife durch Incruflation 
decorirt. 
Zu der Serie der eigentlich par excellence fo zu nennenden Broncefabriken 
übergehend, ifl die Aufgabe wirklich fchwer. Eigentlich wären fall Alle zu nennen, 
denn auch die Minderen zeigen eine Gewandtheit der Technik, \velche Erftaunen 
erregt; wir befchränken uns nur auf die dringende Hinweifung, dafs hier Jeder 
lernen konnte, natürlich nicht durch blinde Nachahmung, fondern verfländiges 
Forfchen nach den Urfachen der Erfolge. 
Die ErzeugnifTe diefer ganzen Gruppe erflrecken fich von der grofsen 
vStatue bis zum kleinen Handleuchter und dabei in der verfchiedenen Behandlung 
durch Färbung der Bronce, deren eigentlich eintöniges Anfehen durch Firniffe. 
Säuren, Vergoldung oder Verfilberung etc. manchmal durch combinirte Methoden 
erzielt wird, untereinander in wechfelvollen Gegenfatz gebracht. — Selbflverftänd- 
lich hat auch die Intelligenz und der künftlerifche Gefchmack des Einzelnen, je nach 
feinen Intentionen, durch Heranziehen vorzüglicher Modelleure feinen Fach 
genoffen Rivalität geboten. 
Wenn wir die echten Broncefabricationen betrachten, fo führt gewifier- 
mafsen die bekannte Firma G. Deniere den Reigen an. Hervorzuheben 
find zwei weibliche Figuren in technifch höchft gelungener Ausführung, fall 
lebensgrofs, mit dunkel ftahlgrüner Patina als Lampenträger; ein grofser Marmor 
kamin im Stil Ludwig XV.; Kamingarnituren, Uhr, Candelaber und kleine 
Leuchter in verfilberter und oxydirter Bronce mit Einlage in Limogesemail; 
dann einzelnes Reizendes an Statuetten, fo namentlich eine Diana und viele 
Gegenftände in polirtem Meffing, einem heute modernen, wenn auch namentlich 
für feine Objecle nicht fehr künftlerifch anmuthendem Genre. 
Bagu es Eugen zeigte eine Specialität hierin, er hat nämlich in taktvoller 
Weife den Kreis feiner Modelle namentlich in älteren Gegenfländen gefucht, 
deren gelungene Nachbildung das kalt Glänzende durch wohlthuende, gedämpfte 
Farben verhüllt. Boyers Broncen, Statuetten und Uhren, find gut, aber etwas 
theatralifch im Eff e <51, dagegen Bouchon fehr tüchtige Kaminvorlagen in fchönen 
Formen brachte. Cornu & Comp, zeigte in reicher Ausflellung diverfe Bronce 
in Verbindung mit Marmor und algier’fchem Onyx und brachte auch fehr Gelun 
genes in Emailverzierung an Garnituren. Houdebine Henri ifl namentlich 
wegen der Auswahl feiner durchgängig guten Modelle, feiner gediegenen fchönen 
Vergoldung zu erwähnen. 
Aehnlich wie Cornu verbindet auch G. J. Lewy feine, Bronceartikel 
mit Unterfätzen oder ganzen Flauptbeflandtheilen von grauen oder rothen 
Marmor; aufserdem waren von ihm hübfche kleine Geräthe von polirtem Meffing 
exponirt. 
Diefe letztere Specialität hat auch recht glücklich in der Ausflellung 
Augufl Lemaire vertreten. 
Wenn wir nun noch Raingo frkres, deren Arbeiten im foliden Stil 
gehalten, ein befonders feines Mattgold zeigten, Servant mit feinem glücklich ver 
wendeten Email champleve und die wirklich delicat ausgeführten Thierflatuetten 
von P aut rot &Vallon erwähnen, fo iil das Wefentlichfle der Gruppe wohl 
angedeutet. Noch eines Stückes fchliefslich zu gedenken, führen wir die reizende 
Kinderfigur einen Hahn tragend an, mit welchen Louis Martin nach Cecioni’s 
Modell ein köflliches Genreflück gefchaffen hat. 
Wefentlich verfchieden von den vorhergehenden find die Broncegüffe von 
Thiebault & fils in Paris. Es war diefs eine fehr lehrreiche, leider 
nicht ganz günflig aufgeflellte Sammlung von Güffen in grofsen und kleinen 
Exemplaren, deren Modelle meid von bedeutenden Bildhauern herrührten. 
Es war da ein reelles Streben ohne in befondere kokette Färbungen zu ver 
fallen. Einen hohen Grad von Meiflerfchaft im Giefsen und Formen bekun-
	        
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