Metalhvaaren.
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<leten Stücke, welche fo, wie fie aus der Gufsform kommen, aufgeftellt waren und
dem Praktiker tiefen Einblick in die finnreich angelegten Gufscanäle und Abzüge
eröffneten.
Durch die auf dem fchwierigen Wege der Erfahrung erlangte richtige Her
richtung der Gufsform haben die Franzofen bis jetzt den erften Rang im Bronce-
gufs der Jetztzeit bis heute behauptet.
Die Broncefabrication hat fich felbft einen Rivalen herangezogen, auf
welchen wir grofses Gewicht legen. Es ift die Bronceimitation, durch galvanifch
broncirten Zinkgufs. Flink wie die Franzofen find, haben fie das Zink, welches
zuerft in Deutfchland in Auffchwung kam, ergriffen, in feinen Eigenthümlichkeiten
ftudirt, und heute fehen wir eine Reihe von Exponenten, deren Werke der Kenner
felbft für Broncegufs halten würde, wäre nicht der billige Preis, der die Aufmerk -
famkeit rege macht. Kaum den vierten Theil der echten Broncegüffe hoffend,
find diefe Werke fo recht danach angethan, mäfsigen Luxus im befcheidenften
Haufe einzuführen. Hier iff ein weites Feld des Eingreifens und Studiums für die
Fachleute offen.
Im Allgemeinen unter fich auf ziemlich gleicher Stufe ftehend, wollen wir
nur die Firmen Oppenheimer, Garnier, Blot, Lefebre erwähnen,
welche das Befte an Statuetten, Candelabern, Uhren, Gruppen etc., und zwar in
einer Vorzüglichkeit des galvanifchen Ueberzuges zeigten, welche geftattet, Ver
goldung, Verfilberung, ja Vermeffmgung in einer Stärke, welche das Poliren aus
hält, anzu wenden.
Die Gtiffe felbft gefchehen fall durchgehends in zerlegbaren Meffingformen ;
das gefchmolzene Zink wird rafch eingegoffen und nach dem Erftarren der Ober
fläche das dann innen noch Flüffige durch gefchickte Wendung der Form heraus-
gegoffen. (Sturzgufs.) Unmittelbar darauf kann das fall fehlerlofe Stück aus der
Gufsform in Arbeit genommen werden; letztere ift überdiefs eine geringe, da
fich diefelbe auf ein leichtes Nachhelfen befchränkt. Das Hauptverdienft liegt
in der richtigen und forgfältigen Vorbereitung der Metallmodelle. Es erfordert
diefe Technik daher anfänglich ein nicht unbedeutendes Anlagecapital, erlaubt
aber fabelhaft billige Erzeugniffe zu liefern.
Bei einigen Ausftellern waren auch Meffingformen mit exponirt.
In getriebenen Arbeiten haben wir vor Allen die uns fchon von den
vorigen Ausheilungen wohl bekannte Firma Monduit Bechet & Comp, zu
erwähnen. Man fah Fenfterverkleidungen, Dachauszüge und Spitzen in Blei
blech und Kupfer getrieben. Namentlich Letztere in eminenter Technik erregten
unfere Bewunderung, während wir nicht glauben, dafs die Verwendung des
Schweren Bleies je wirklich eine gröfsere Verbreitung, eben zu Dachornamenten
oder Auszügen finden wird. Vom technifchen Standpunkte war die Arbeit jedoch
mufterhaft.
Wenn auch nicht in unfer Rayon gehörig, können wir doch nicht umhin,
der zwei gröfsten Exponenten in Kunftgüffen aus Eifen, der „Societe du Val
d'Osne" und des grofsen Haufes Durenne in lobendfter Weife zu gedenken.
Die Galvanoplaftik im gröfseren Mafsftab war in der ganzen Ausheilung
überhaupt, am glänzendften durch Chriftofle in Paris vertreten. Seine in
natürlicher Gröfse ausgeführten Thierftatuen, nach Modellen von Cain ausgeführt,
boten hier zum erften Male Beifpiele in gelungenfter Vollendung, wie die grofse
Sculptur die Galvanoplaftik ftatt des fo koftfpieligen Bronceguffes in ihre Dienfte
ziehen kann. Diefe ganz runden Bildwerke, denen fich die Statue Milo vonKroton
im franzöfifchen Commiffionsvorhof anreiht, find im Ganzen aus ein- höchftens
zwei Stücken niedergefchlagen und durchaus folid. Von hohem Intereffe, da fie
die getreuefte Wiedergabe der letzten Hand des Künftlers zeigten, ohne irgend
eine fchablonenartige Nacharbeitung. Auf das dringendfte fei die Aufnahme
folcher Technik im Intereffe der künftlerifchen Technik und der Wohlfeilheit bei
uns empfohlen.